Ihr seid seelenverwandt? Warum solche Beziehungen oft scheitern

Glaubst du an Seelenverwandtschaft? Warum uns diese Vorstellung ins Unglück stürzt - und wie wir unser Liebesglück wirklich finden.

Schicksalsgläubigkeit in der Liebe? Keine gute Idee!

Bist du auf der Suche nach deinem Seelenverwandten? Glaubst du überhaupt an Seelenverwandtschaft? Und ist das wirklich der Weg zum Glück?

Auf letztere Frage sagt der amerikanische Psychologe Bjarne Holmes in der Zeitschrift Psychology Today ganz klar: Nein!

Holmes ist sogar der Meinung, dass Schicksalsgläubigkeit schädlich für Liebesbeziehungen ist. Denn die Vorstellung, dass man seinen Seelenverwandten gefunden hat, führt zu einer ungünstigen inneren Haltung.

Warum ist das so?

Fast alle Beziehungen folgen bestimmten Prozessen und Phasen. Die Verliebtheitsphase hält normalerweise nur ein paar Monate an. Worauf es wirklich ankommt, ist das, was als Nächstes kommt:

Wie reagierst du, wenn dein Seelenverwandter beginnt, weniger perfekt zu erscheinen?

Menschen, die an Schicksal glauben – und damit auch an den Seelenverwandten, der zu einem „gehört“, und der da draußen herumläuft und nur gefunden werden muss –, neigen dazu, viel schneller das Interesse am anderen zu verlieren, wenn die Beziehung nicht mehr so rosig aussieht. Und sie geben sie auch schneller auf, sagt Holmes. Denn wer daran glaubt,  füreinander bestimmt zu sein - oder eben nicht -, sieht Beziehungsprobleme als Beweis dafür an,  dass der andere vielleicht einfach doch nicht "der Richtige" ist:

Wenn wir füreinander bestimmt wären - müssten wir dann so hart an unserer Beziehung arbeiten?

Doch ob mit oder ohne "Seelenverwandtschaft": Ohne Arbeit geht es leider nicht!

Bist du jemand, der sich durchbeißt? Gut so!

Menschen, die sich bei Schwierigkeiten durchbeißen, führen längere und erfolgreichere Beziehungen als die "Seelenverwandten", sagt Holmes. Sie wissen, dass sowohl Negatives als auch Positives zum Leben gehört – und dass alle Beziehungen Krisen durchlaufen.

Der beste Indikator, ob eine Beziehung Bestand haben wird oder nicht, ist daher, wie man bei Unstimmigkeiten reagiert. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die die Tendenz haben, sich durchzukämpfen, besser mit den Schwierigkeiten umgehen können, die Beziehungen mit sich bringen.

Stelle dir diese 3 Fragen:

  1. Glaube ich, dass mein Leben vorbestimmt ist - oder dass die Dinge, die passieren, viel mehr damit zusammenhängen, wie viel Energie ich investiere? Versuche zu verstehen, was du kontrollieren kannst und was nicht. Und dass man viel Übung braucht, um in irgendetwas gut zu werden – auch in der Liebe.
  2.  Wie kann ich eine romantische Sicht auf Beziehungsarbeit entwickeln? Vielleicht gibt es ja keinen Seelenverwandten da draußen, der nur darauf wartet, gefunden zu werden. Doch mit der Zeit kannst du in deiner Beziehung das Gefühl bekommen, dass der andere dein Seelenverwandter ist. Es entsteht dann, wenn du an deiner Beziehung arbeitest, gemeinsam Kompromisse findest und lernst, deinen Partner wirklich zu verstehen.
  3. Glaube ich, dass mein Liebster Gedanken lesen kann? Menschen, die an Schicksal glauben, denken, dass der Partner sie ohne Worte versteht, nach dem Motto: Wenn er mein Seelenverwandter ist, weiß er doch, was ich brauche. Ein gefährlicher Trugschluss, der wichtige Kommunikation verhindert.

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Ihr seid seelenverwandt? Warum das schlecht für eure Beziehung ist

Glaubst du an Seelenverwandtschaft? Warum uns diese Vorstellung ins Unglück stürzt - und wie wir unser Liebesglück wirklich finden.

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