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Seelenverwandt? Warum solche Beziehungen oft scheitern

Seelenverwandtschaft: Mann und Frau liegen sich in den Armen
© nd3000 / Shutterstock
Glaubst du an Seelenverwandtschaft? Warum uns diese Vorstellung ins Unglück stürzt – und wie wir unser Liebesglück wirklich finden.

Was ist Seelenverwandtschaft?

Die Seelenverwandtschaft beschreibt eine tiefe, überirdische Verbundenheit mit einer Person, meist einem Partner oder einer Partnerin. Auch sehr gute Freunde und Freundinnen können Seelenverwandte oder Seelenpartner:innen sein. In einer seelenverwandten Beziehung stellt sich sofort ein ganz besonderes Gefühl der Verbundenheit und großen Liebe ein, dieses erkennen Seelenverwandte als ein Zeichen.

Dieses Gefühl bedeutet, den/die Seelenverwandte:n gefunden zu haben. Seelenpartner und Seelenpartnerinnen verstehen sich ohne Worte und fühlen sich einander so nah wie noch niemandem. Sie scheinen vollkommen gleich zu ticken, reagieren auf äußere Einflüsse in derselben Weise und erkennen sich ineinander wider, Unterschiede scheinen ihnen nicht zu begegnen. Ähnliche Phänomene sind die Seelenliebe und die Liebe auf den ersten Blick.

Bist du auf der Suche nach deinem bzw. deiner Seelenverwandten? Glaubst du überhaupt an Seelenverwandtschaft? Und ist das Idealisieren wirklich der Weg zum Glück, sei es in der glücklichen Liebe oder der Freundschaft? Auf letztere Frage sagt der US-amerikanische Psychologe Bjarne Holmes in der Zeitschrift Psychology Today ganz klar: Nein! Holmes ist sogar der Meinung, dass Schicksalsgläubigkeit schädlich für Liebesbeziehungen ist. Denn die Vorstellung, dass man seine:n Seelenverwandte:n gefunden hat, führt zu einer ungünstigen inneren Haltung.

Warum ist das so?

Fast alle Beziehungen folgen bestimmten Prozessen und Phasen. Die Verliebtheitsphase hält normalerweise nur ein paar Monate an. Worauf es wirklich ankommt, ist das, was als Nächstes kommt:

Wie reagierst du, wenn dein/e Seelenverwandte:r beginnt, weniger perfekt zu erscheinen?

Menschen, die an Schicksal glauben – und damit auch an die oder den Seelenverwandten, die oder der zu einem "gehört" und da draußen herumläuft und nur gefunden werden muss –, neigen dazu, viel schneller das Interesse an der anderen Person zu verlieren, wenn die Beziehung nicht mehr so rosig aussieht. Und sie geben sie auch schneller auf, sagt Holmes. Denn wer daran glaubt, füreinander bestimmt zu sein – oder eben nicht –, sieht Beziehungsprobleme als Beweis dafür an,  dass der oder die andere vielleicht einfach doch nicht der oder die "Richtige" ist – und schon gar keine Seelenverwandtschaft besteht:

Wenn wir füreinander bestimmt wären – müssten wir dann so hart an unserer Beziehung arbeiten?

Doch ob mit oder ohne "Seelenverwandtschaft": Ohne Arbeit geht es leider nicht!

Bist du jemand, der sich durchbeißt? Gut so!

Menschen, die sich bei Schwierigkeiten durchbeißen, führen längere und erfolgreichere Beziehungen als die "Seelenverwandten" mit Seelenpartner oder Seelenpartnerin, sagt Holmes. Sie wissen, dass sowohl Negatives als auch Positives zum Leben mit einer Person gehört – und dass alle Beziehungen Krisen durchlaufen.

Der beste Indikator, ob eine Beziehung Bestand haben wird oder nicht, ist daher, wie man bei Unstimmigkeiten reagiert. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die die Tendenz haben, sich durchzukämpfen, besser mit den Schwierigkeiten umgehen können, die Beziehungen mit sich bringen.

Tipps: Stelle dir diese 3 Fragen:

  1. Glaube ich, dass mein Leben vorbestimmt ist – oder dass die Dinge, die passieren, viel mehr damit zusammenhängen, wie viel Energie ich investiere? Versuch zu verstehen, was du kontrollieren kannst und was nicht. Und dass man viel Übung braucht, um in irgendetwas gut zu werden – auch in der Liebe.
  2. Wie kann ich eine romantische Sicht auf Beziehungsarbeit entwickeln? Vielleicht gibt es ja keine:n Seelenverwandte:n da draußen, der oder die nur darauf wartet, gefunden zu werden. Doch mit der Zeit kannst du in deiner Beziehung das Gefühl bekommen, dass dein Gegenüber dein:e Seelenverwandte:r ist. Es entsteht dann, wenn du an deiner Beziehung arbeitest, gemeinsam Kompromisse findest und lernst, deine:n Partner:in wirklich zu verstehen.
  3. Glaube ich, dass mein/e Liebste:r Gedanken lesen kann? Menschen, die an Schicksal glauben, denken, dass der oder die Partner:in sie ohne Worte versteht, nach dem Motto: Wenn er bzw. sie mein:e Seelenverwandte:r ist, weiß er oder sie doch, was ich brauche. Ein gefährlicher Trugschluss, der wichtige Kommunikation verhindert.

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Verwendete Quelle: psychologytoday.com

sar Brigitte

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