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Studie zeigt Das hält Menschen am ehesten davon ab, eine Affäre einzugehen

Studie: Ein Pärchen sitzt mit einer Decke Arm in Arm am See
© PonomarenkoNataly / Shutterstock
Niemand möchte untreu sein, trotzdem sind es viele. Warum das so ist und was Menschen eventuell davon abhalten könnte, sich auf einen Seitensprung einzulassen, haben Wissenschaftlerinnen aus München untersucht.

Untreue – wir alle verachten beziehungsweise fürchten sie. Weil wir alle wissen oder zumindest ahnen, wie weh es tun muss, betrogen zu werden. Und weil wir fühlen, dass es falsch ist, jemanden zu hintergehen (dem wir nahestehen ...). Trotzdem gaben 2020 in einer repräsentativen Umfrage von ElitePartner unter knapp 5.600 Menschen 31 Prozent der Frauen und 27 Prozent der Männer zu, schon einmal untreu gewesen zu sein. Sie ist und bleibt also ein Paradoxon, diese Untreue: Niemand möchte untreu sein, trotzdem sind es viele.

Untreue gibt Wissenschaft Rätsel auf

Kein Wunder, dass Wissenschaftler*innen sich wieder und wieder mit dem Thema befassen und Erklärungen für dieses Seitensprung-Paradoxon suchen. Welche Berufsgruppen gehen am häufigsten fremd? Lässt vielleicht die Stimmlage einer Person auf ihre Bereitschaft schließen, eine Affäre zu haben? Auf all solche Fragen haben Forscher*innen bereits Antworten gefunden. Doch was Menschen wirklich dazu bewegt bzw. davon abhält, sich auf einen Seitensprung einzulassen, konnte bislang nicht wirklich geklärt werden. Nun haben sich Soziologinnen der Ludwig-Maximilians-Universität in München daran versucht, einen Lichtschimmer ins Dunkel zu bringen. Ob sie das geschafft haben oder nicht, ist eine Sache – doch was sie herausgefunden haben, ist zumindest interessant.

Fremdgehen oder nicht: Ist Committment das Zünglein an der Waage?

Für ihre Untersuchung werteten die Forscherinnen Daten des Beziehungspanels "pairfam" aus (Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics). Seit 2008 werden für "pairfam" ursprünglich knapp 14.000 Menschen einmal im Jahr zu ihrem Beziehungs- und Familienleben befragt. Die Mehrheit der Teilnehmer*innen ist verheiratet und hat Kinder.

Aus dieser Testgruppe gaben lediglich fünf Prozent der Befragten zu, ihrer*m aktuellen Partner*in untreu gewesen zu sein. Unzufriedenheit mit der Beziehung war erwartungsgemäß ein Treiber für den Seitensprung – doch entscheidend war noch ein weiterer Faktor: Spielten die Betroffenen mit dem Gedanken sich zu trennen oder nicht? Bestand neben den Problemen in der Partnerschaft eine Trennungsneigung, war die Untreuewahrscheinlichkeit in dieser Datenauswertung etwa zwei Prozentpunkte höher, als wenn das nicht der Fall war. Auf der anderen Seite schien laut dieser Untersuchung allein die Entschlossenheit an der Beziehung festzuhalten, ein Paar schwierige Phasen eher überstehen zu lassen – ohne dass einer von beiden fremdging.

Wird Verbindlichkeit zu unrecht unterschätzt

Erinnern wir uns nun einmal an die Dreieckstheorie der Liebe von Robert Sternberg, der zufolge eine Beziehung die drei Komponenten Nähe, Leidenschaft und Committment aufweisen kann/ sollte, unterstreichen die Ergebnisse dieser Untersuchung, wie wichtig das Element des Committment tatsächlich ist bzw. sein kann. Selbst wenn es in Sachen Nähe und Leidenschaft kriselt, kann beidseitig (!) empfundene Verbindlichkeit die Beziehung über eine schwierige Phase hinweg retten und einen Seitensprung verhindern.

Insofern ist es vielleicht doch ein bisschen schade, dass in den vergangenen Jahren bedingungsloses Committment mehr und mehr von einer "mal schauen, wie lange ich glücklich mit dir bin"-Einstellung abgelöst wurde – und von dem Gefühl, ausschließlich sich selbst und seinem eigenen Glück verpflichtet zu sein. Allerdings nur, wenn wir Untreue weiterhin als problematisch empfinden ...

verwendete Quellen: rtl.de, ElitePartner

sus

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