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Studie bestätigt Männer haben mit Liebeskummer mehr zu kämpfen als Frauen

Mann und Frau am Wasser | Neue Studie: Männer leiden mehr unter Liebeskummer als Frauen
© stockfour / Shutterstock
Wer hätte das gedacht: Eine neue Studie zeigt, dass Männer nicht nur sehr häufig Rat zu Beziehungsproblemen suchen – sie leiden wohl auch stärker unter Liebeskummer als Frauen.

Es kursiert immer noch das Vorurteil, dass Männer in Beziehungen weniger emotional involviert seien als Frauen. Das Klischee des coolen Typen, für den nur das Eine zählt und der auf gar keinen Fall Gefühle zeigt (oder auch nur hat...), hält sich wacker. Dem gegenüber steht die über-emotionale Frau, die sich alles zu Herzen nimmt und deutlich mehr Gefühle in eine Beziehung steckt. Aber ist das wirklich so? Eine neue Studie widerspricht diesem Vorurteil des gefühlskalten Mannes und stellt überraschend klar: Männer leiden womöglich sogar stärker unter Liebeskummer als Frauen.

Ein Team von Forschenden den britischen Lancaster-Universität hat Beziehungsprobleme von Menschen außerhalb des therapeutischen Kontextes untersucht. "Die meisten Einblicke in Partnerschaftsprobleme haben wir durch Studien zu Menschen in einer Paartherapie", erklärt Charlotte Entwistle, Leitautorin der Studie. "Und das ist meist eine bestimmte Untergruppe von Menschen – Menschen, die Zeit, Geld und Muße haben, an ihren Problemen in der Beziehung zu arbeiten. Wir wollten nicht nur wissen, unter welchen Problemen die Allgemeinheit am häufigsten leidet, sondern auch, wer genau diese Schwierigkeiten am meisten hat."

Studie zu Liebeskummer und Co: Männer leiden womöglich sogar mehr als Frauen

Mehr als 184.000 Menschen haben in einem anonymen Onlineforum zu ihren Partnerschaftsschwierigkeiten gepostet. Die Wissenschaftler:innen der Studie konnten aus den Posts die häufigsten Themen herauskristallisieren. Dazu gehörten Kommunikationsprobleme mit 20 Prozent und ein Mangel an Vertrauen mit knapp 13 Prozent.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie betrifft die Unterschiede der Geschlechter in der Wahrnehmung von Partnerschaftsproblemen. Entgegen ihrer eigenen Erwartung haben die Wissenschaftler:innen herausgefunden, dass Männer Liebeskummer deutlich häufiger diskutieren als Frauen. Das haben die Forschenden vor allem an Wortclustern um Begriffe wie "Bereuen", "Trennung", "Weinen", "gebrochenes Herz" etc. erkannt.

Interessant… Dieses Ergebnis widerlegt also das jahrzehntelang kursierende Klischee, dass Männer emotional abgestumpft seien und ihnen die Beziehung nicht wirklich wichtig sei. "Die Tatsache, dass Liebeskummer mehr von Männern diskutiert wird als von Frauen, macht deutlich, dass Männer mindestens emotional so involviert in der Partnerschaft sind wie Frauen", bestätigt Charlotte Entwistle.

Das Internet trägt zu Entstigmatisierung von Beziehungsproblemen bei Männern bei

Ein weiteres, vielleicht ebenso überraschendes Ergebnis: Männer suchen häufiger Rat in Onlineforen zu ihren Liebesproblemen. Dr. Ryan Boyd, ein weiterer Autor der Studie, erklärt: "Traditionell waren es immer eher die Frauen, die Beziehungsprobleme identifiziert haben und eine Therapie in Betracht gezogen haben." Entferne man aber nun das soziale Stigma des Mannes, der sich keine Hilfe suchen darf und über seine Gefühle sprechen kann, scheinen sie genauso wie Frauen daran interessiert zu sein, an Schwierigkeiten in der Beziehung zu arbeiten.

Hoffentlich können Studien wie diese dazu beitragen, genau diese positive Entwicklung weiter voranzutreiben – nämlich dass es wichtig und gesund ist, über seine Gefühle und Probleme zu sprechen und sich Hilfe zu suchen. Egal welchem Geschlecht man angehört.

Verwendete Quelle: Sciencedaily.com

mbl Brigitte

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