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Unglücklich in der Ehe 10 Anzeichen und wie du jetzt handeln kannst

Unglücklich in der Ehe: 10 Anzeichen und wie du jetzt handeln kannst
© Leszek Glasner / Shutterstock
Du bist möglicherweise unglücklich in der Ehe und weißt nicht, was du tun sollst? Neben den ersten Anzeichen für eine unglückliche Ehe zeigen wir dir, wie du deine Ehe durch Kommunikation retten kannst oder wie du sie geregelt beendest, wenn es keinen anderen Ausweg mehr für euch gibt.

Niemand sollte unzufrieden oder unglücklich in der Ehe sein. Zwei Menschen haben sich verheiratet und sich das Versprechen gegeben, füreinander da zu sein, "an guten wie an schlechten Tagen". Ihr verspracht euch einander glücklich zu machen und immer zu unterstützen.

Dass niemand in Beziehungen für immer so bleibt, wie er ist und sich mit der Zeit verändert, ist ganz klar. Doch wenn die Veränderung des:der Partner:in so stark und negativ behaftet ist, dass sie sich auf die Ehe auswirkt und die andere Person unglücklich macht, ist Vorsicht geboten. Besonders, wenn die Lebensqualität und die Psyche darunter leiden.

Wir möchten dir hier zeigen, was du tun kannst, wenn du unglücklich in der Ehe oder in einer Beziehung bist. Wie viel Unglück normal ist, wie man eine Ehekrise am besten löst, eine Ehe retten kann und wann eine Trennung oder Scheidung ratsam wäre.

Unglücklich in der Ehe: Wie viel Unglücklichsein ist "normal"?

Dass sich eine Partnerschaft und Ehe nicht rund um die Uhr auf Wolke sieben abspielt, ist jeder Person bekannt. Wo es Höhen gibt, gibt es auch Tiefen – das Besondere an einer funktionierenden Ehe zweier Menschen liegt darin, dass sie sich ergänzen, Probleme lösen und kommunizieren.

Ohne Kompromissbereitschaft und Fürsorge gerät das Gerüst einer Beziehung ins Wanken und kommt irgendwann zu Fall. Es entsteht dauerhaftes Unglück in der Ehe, etwas hat sich verändert. Folgt auf die Wahrnehmung eines Problems keine Reaktion oder keine Lösung, stellt sich Unwohlsein ein.

Das einzige Maß an Unglücklichsein in der Ehe und auch in Beziehungen, welches als "normal" gelten könnte, ist das Maß des Wahrnehmens. Unglück muss in der Ehe und der Beziehung nicht bis zu einem gewissen Punkt ertragen werden. Du solltest glücklich sein, dich wohlfühlen und auf aufkommende Probleme, die hin und wieder völlig normal sind und zum Leben dazugehören, reagieren und sie mit deinem:r Liebsten aus dem Weg räumen. Unglück, das in der Ehe über längere Zeit nicht gelöst wird, ist nicht normal.

Anzeichen einer unglücklichen Ehe

Da du auf diesem Artikel gelandet bist, verspürst du möglicherweise eine Veränderung in deiner Ehe oder in Bezug auf deine:n Partner:in. Nun gilt es herauszufinden, wo genau der Schuh drückt. Hier kommen die zehn typischen Anzeichen einer unglücklichen Ehe, vielleicht findest du dich hier wieder:

  1. Du spürst eine Distanz zwischen euch
  2. Ihr habt Geheimnisse voreinander
  3. Du vergleichst dich mit anderen Ehepaaren
  4. Du freust dich auf die freie Zeit ohne deiner:n Partner:in
  5. Du stellst dir ein Leben ohne ihn:sie vor
  6. Ihr habt keinen Spaß mehr miteinander
  7. Ihr habt keinen Sex mehr
  8. Ihr kuscheltnicht mehr
  9. Du planst dein Leben ohne dein:e Partner:in
  10. Euer Interesse füreinander nimmt ab

Unglücklich in der Ehe: Wie möchtest du handeln?

Du stellst fest, dass du definitiv in deiner Ehe unglücklich bist oder es ein Problem gibt, das es zu lösen gilt? Es einfach auszuhalten ist keine Option, denn von allein verschwinden zwischenmenschliche Probleme nicht. Auch das Verdrängen und in sich hineinfressen der Probleme ist keine dauerhafte Lösung für dich und die Beziehung, früher oder später wird sich das Problem wieder seinen Weg in euer Leben bahnen. Es gibt also zwei Möglichkeiten:

  1. Die Ehekrise mit Kommunikation und/oder professioneller Hilfe lösen
  2. Die Ehe beenden, wenn sich das Problem nicht lösen lässt

Ehe retten: Wie du eine Ehekrise lösen kannst

Wenn du dich für das Lösen der Ehekrise entschieden hast, siehst du Hoffnung für eure persönliche Liebe, das ist wunderbar. Jetzt geht es darum, mit deinem:r Partner:in zu sprechen. Räumt euch Zeit ein, sachlich und ohne Anschuldigungen über Probleme in eurer Beziehung zu reden.

Dein Gegenüber fühlt sich weniger angegriffen, wenn du die Probleme aus der Ich-Perspektive schilderst. Sage, wie es dir mit dem Problem geht, wie du dich fühlst, was es in dir auslöst und dass du am Lösen des Problems interessiert bist. Ein offener Austausch ist das A du O in der Beziehung. Auch, wenn es dich viel Überwindung kostet. Paaren, die sich mit der Zeit voneinander entfernt haben, hilft ein regelmäßiges Gespräch über ihre Gefühle. Es ist wichtig, seine innere Gefühlswelt nach außen zu tragen, denn nur so kann dein Mann oder deine Frau wissen, wie es in dir aussieht.

Auch eine Paartherapie kann euch helfen, die Ehe wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So könnt ihr lernen, miteinander zu kommunizieren und eure Gefühle zu äußern, wenn dies euch schwerfällt.

Vielleicht ist aber auch eine Einzeltherapie sinnvoll, wenn das Problem nicht bei beiden liegt, sondern bei einer Person. Mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein können ebenso für Unwohlsein in der Ehe und Beziehung sorgen. Probleme, die wir auf Partner:innen projizieren, liegen manchmal bei uns. So geben wir anderen die Schuld für unsere Unzufriedenheit und weisen sie von uns ab. Dieses Handeln führt aber zu keiner Lösung. Frage dich dafür in einer Situation des Ärgers, ob du auf deine:n Partner:in sauer bist oder auf dich und dein momentanes Handeln. Dieser Perspektivwechsel kann viel in einer festgefahrenen Beziehung ändern.

Du möchtest die Ehe beenden und dich trennen

Eine Beziehung zu beenden, ist nie leicht. Besonders dann nicht, wenn man verheiratet ist. Solltest du allerdings spüren, dass du in einer Beziehung nicht mehr glücklich bist oder nicht mehr glücklich wirst, ist eine Trennung die richtige Entscheidung, auch wenn sie erst einmal wehtut.

Wer unglücklich in der Ehe ist und über eine Trennung nachdenkt, kann sich auf verschiedenen Wegen seinem Mann oder seiner Frau nähern und das Thema ansprechen.

  • Klarheit durch Paartherapie: Wenn du vermutest, dass eine Trennung die beste Entscheidung ist, du dir aber nicht zu einhundert Prozent sicher bist, solltest du mit deinem:r Partner:in eine:n Paartherapeut:in oder Paarberater:in aufsuchen. Zusammen könnt ihr erörtern und entscheiden, ob es eine Zukunft in eurer Ehe gibt oder ob eine Trennung für alle die beste Entscheidung ist
  • Klärende Gespräche führen: Steht eine mögliche Trennung bevor, sollte niemand überrumpelt werden. Führt intensive Gespräche miteinander, in denen ihr eure Gedanken und Gefühle über die Beziehung äußert und teilt. Was ihr euch für die Zukunft wünscht und warum ihr euch eventuell keine Zukunft miteinander vorstellen könnt. So versteht auch dein Gegenüber die Situation besser und kann reagieren, statt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
  • Sei dir wirklich sicher: Wenn erst einmal das Wort Trennung oder Scheidung gefallen ist, gibt es in Beziehungen selten ein Zurück. Sei dir deshalb mit deiner Entscheidung sicher. Konntet ihr eine Ehekrise nicht lösen? Habt ihr oft über eine Problematik gesprochen und kamt zu keiner Lösung? Hast du so stark wie möglich gekämpft? Erst dann sollten Worte wie Trennung und Scheidung fallen.
  • Im Guten auseinandergehen: Niemand strebt eine Trennung oder Scheidung im Schlechten an. Es liegen schöne Jahre hinter euch. Um im Guten auseinanderzugehen, sollte jederzeit mit offenen Karten gespielt werden. Der oder die andere sollte verstehen, warum es zu einer Trennung kommt und sollte die Möglichkeit gehabt haben, eine Lösung für die Beziehung zu finden. War dies nicht möglich, gibt es keinen anderen Ausweg und beide Parteien können im besten Fall die Trennung akzeptieren.

Unglücklich in der Ehe: Scheidung trotz Kindern?

Viele Partner:innen möchten aufgrund der gemeinsamen Kinder auf eine Scheidung verzichten. Dieser Entschluss klingt im ersten Moment liebevoll, nützt aber keinen der Beteiligten etwas. Ihr könnt nur gute Eltern und ein Vorbild sein, wenn ihr in eurem Leben glücklich seid, dafür müsst ihr nicht verheiratet sein. Eine Trennung verkompliziert zwar die Erziehung der Kinder, lehrt sie aber auch gleichzeitig, dass die eigenen emotionalen Bedürfnisse an erster Stelle stehen. Mehr zu dem Thema findest du hier: Zusammenbleiben wegen des Kindes?

Wie auch immer du dich entscheidest, deine eigenen Bedürfnisse sollten immer an erster Stelle stehen. Du bist dir selbst deine oberste Priorität und Menschen, die deine wertvolle Zeit und Aufmerksamkeit nicht (mehr) zu schätzen wissen, bereichern dein Leben nicht länger. Auch Gespräche mit Freund:innen und der Familie können dir bei der Entscheidung, sich zu trennen, helfen. Sie haben einen anderen Blick auf eure Ehe und könnten Warnsignale deutlicher wahrnehmen als du. 

Wenn du noch mehr über das Thema erfahren möchtest, könnten dich die Artikel Beziehung retten, die Gesetze der Liebe und Trennung auf Zeit ebenfalls interessieren.

Verwendete Quellen:ehe.de, partnerschaft-und-beziehung.info

Brigitte

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