VG-Wort Pixel

3 Strategien, wie du am besten mit Verlustangst umgehst

Verlustangst erkennen und überwinden: Frau umarmt Mann
© Petrenko Andriy / Shutterstock
Verlustangst belastet eine Beziehung stark. Woran ihr sie erkennt und was ihr dagegen tun könnt, verraten wir hier. 

Manche Situationen können uns Angst machen, auch die Befürchtung einen geliebten Menschen zu verlieren kann uns ganz schön Bange machen. Kommt diese Situation häufiger vor oder denkst du ständig daran, dass dein Partner dich verlassen könnte, kann auch Verlustangst dahinterstecken.

Das steckt hinter Verlustangst

Ängste zu haben ist ganz natürlich und manchmal überlebenswichtig. Doch wann wird das Normalmaß der Angst in einer Beziehung überschritten? Wer unter Verlustangst leidet, befürchtet ständig, dass ihn sein Partner verlassen könnte – dabei muss dieses Risiko gar nicht mal wirklich vorliegen. Auch die Angst von dem Partner nicht mehr geliebt oder anerkannt zu werden, kann auftreten. Das Verlieren des Partners wird als existenziell wahrgenommen, sprich derjenige traut sich nicht zu mit dem Verlust umzugehen und ohne diesen Menschen weiterleben zu können ("Ohne dich kann ich nicht leben").

Verlustangst tritt nicht immer nur in Partnerschaften auf, auch in Beziehungen mit Freunden, der Familie oder den eigenen Kindern kommt sie vor.

Das können Zeichen von Verlustangst sein

  • Ungesunde Eifersucht: Wie viel Eifersucht ist normal? Das kommt ganz auf die Beziehung und die Geschichte an. Nimmt die Eifersucht überhand (Kontrollzwang, auch heimliches Kontrollieren, Selbstzweifel, häufiges Grübeln über die Partnerschaft), kann das auf Verlustängste hindeuten.
  • Klammern: Um den Geliebten nicht zu verlieren, klammert sich der Betroffene mit aller Macht an den Partner. Gibt vielleicht auch schnell seine eigene Unabhängigkeit auf und richtet das eigene Leben nach dem Partner aus.  
  • Bindungsangst: Ja, es gibt auch den anderen Fall, nämlich dass jemand mit Verlustangst, Beziehungen gleich aus dem Weg geht. Warum? Um gar nicht in die Situation zu kommen, in denen derjenige einen geliebten Menschen verlieren könnte. (Hier verraten wir dir noch mehr über Beziehungsangst.) 

Wie entsteht Verlustangst?

Die Verlustangst entsteht häufig im Kindesalter durch einschneidende Erlebnisse, z. B der Verlust einer Bezugsperson. Das Kind wird in diesem Zuge dann nicht ausreichend von den Eltern (oder Elternteil) unterstützt bzw. es wird ihm nicht beigebracht, richtig damit umzugehen und es zu verarbeiten. Im Laufe des Lebens machen wir mehr und mehr Erfahrungen – auch negative – die unbewusst dazu beitragen können, dass wir solche Ängste wieder und wieder bestätigt bekommen und sich verfestigen (z. B. die beste Schulfreundin zieht weg, Trennung von der Jugendliebe, usw).

So kann es passieren, dass derjenige schnell das Gefühl bekommt, Menschen würden ihn immer wieder verlassen wollen – und versuchen es mit eigenen Strategien zu unterbinden (siehe dazu die Zeichen von Verlustangst). Das jedoch kann dazu führen, dass diese Menschen sie erst recht verlassen, denn trotz Beziehung braucht jeder seine Freiräume und möchte nicht ständig kontrolliert werden. Also tritt genau das ein, was sie eigentlich verhindern wollten. 

Unterschied zwischen Verlustangst und Eifersucht

Eifersucht alleine sagt noch nichts darüber aus, ob Verlustangst besteht, sondern gehört im Normalfall zum Leben dazu. Wird die Eifersucht krankhaft, ist das jedoch belastend für alle Betroffenen – also mindestens den beiden Partnern, manchmal aber auch für das engere Umfeld. Maßnahmen, die (eigentlich) verhindern sollen, dass der Partner einen nicht verlässt, z. B. (heimliche) Kontrollen von Handy & Co., zeugen nicht nur von Eifersucht, sondern auch von Verlustangst.

Mehr hilfreiche Tipps gibt es hier: Eifersucht bekämpfen mit diesen Strategien!

3 Möglichkeiten, Verlustangst zu überwinden

Einer der ersten Schritte, ist überhaupt zu erkennen, dass eine Verlustangst vorliegt. Wie schwer diese allerdings ausfällt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Auch die Art damit umzugehen. Mögliche Lösungsansätze sind:

  1. Das eigene Verhalten ändern: Hinterfragen des eigenen Verhaltens, kann dabei helfen herzauszufinden, dass die Ängste unbegründet sind. Die Unterhaltung des Partners mit der Kollegin ist nicht gleich ein Betrugsversuch! Wenn du unter solchen Ängsten leidest, frage dich, ob es für dich wirklich Gründe gibt, misstrauisch und eifersüchtig zu sein und ob dein ständiges Grübeln dich (und deine Beziehung!) irgendwie weiterbringt. Frage dich auch, was wirklich passieren würde, wenn dein Partner dich verließe?! So lernst du mit Trennungsschmerz umzugehen. 
  2. Selbsthilfegruppen: Andere können so manchen eigenen blinden Fleck sehen, der uns verborgen bleibt – sie können uns gleichzeitig dabei eine große Stütze sein, damit umzugehen. In einer Selbsthilfegruppe kannst du mit anderen zusammen schädliche Verhaltensmuster erkennen und daran arbeiten.
  3. Professionelle Hilfe: Bei tiefliegenden Problemen ist psychologische Hilfe durchaus sinnvoll. In einer Therapie soll unter anderem vermittelt werden, wie der Betroffene Vertrauen lernen kann und welche konkreten Verhaltensänderungen sinnvoll sind.

Tipps für den Partner

Wenn du glaubst, dass dein Lebensgefährte unter solchen Ängsten leidet, kannst du folgende Tipps ausprobieren:

  • Sprich deine Befürchtungen bei deinem Partner direkt an und schaffe ein Bewusstsein dafür, dass er möglicherweise unter Verlustängsten leidet. Nur so könnt ihr daran ernsthaft arbeiten.
  • Biete an, ihm dabei zu helfen schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und aufzulösen.
  • Nimm die Ängste ernst, versichere deinem Schatz aber, dass es keinen Grund dafür gibt. Versuche dabei möglichst ruhig und gelassen zu bleiben und Vorwürfe zu vermeiden. 

Wenn du dich über Liebe und Beziehung mit anderen austauschen möchtest, findest du in der Brigitte Community Gleichgesinnte!


Mehr zum Thema