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Wichtig! Du überlegst dich zu trennen? Stell dir vorher bitte noch diese Frage

Vor einer Trennung: Ein Pärchen umarmt sich
© Motortion Films / Shutterstock
Es gibt nicht viel, was schlimmer ist, als eine Beziehung zu beenden und dann festzustellen, dass es ein Fehler war. Daher raten wir, bevor du diesen Schritt tust, dir ganz bewusst noch eine Frage zu stellen.

So gut wie niemand macht sich eine Trennung leicht. Gerade wenn wir Jahre in einer Beziehung verbracht haben, fällt es meist schwer, sich für getrennte Wege zu entscheiden und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit diesem Menschen loszulassen. Doch oft genug macht Zusammenbleiben einfach keinen Sinn. 

Echte Probleme – oder ist alles nur in meinem Kopf?

Manchmal sind es allerdings gar nicht unbedingt Probleme in unserer Partnerschaft, sondern vielmehr unsere Ansprüche, die uns überhaupt zum Zweifeln bringen und uns in unserer Beziehung so unzufrieden machen, dass wir keinen anderen Ausweg sehen, als sie zu beenden. Zum Teil sind diese Ansprüche sicherlich gerechtfertigt und sinnvoll – doch teilweise sind sie auch etwas fragwürdig.

So weist zum Beispiel der Autor und Wissenschaftsjournalist Dr. Werner Bartens in seinem Buch "Lob der langen Liebe" darauf hin, wie widersprüchlich es sei, sich einerseits eine langfristige Beziehung zu wünschen, andererseits aber zu erwarten, dass diese Partnerschaft uns gleichzeitig permanent Abwechslung biete und uns eine Vielfalt an Erfahrungen schenkt, um unsere Selbstverwirklichung voranzutreiben (in unserem Artikel "Selbstverwirklichung in der Beziehung" erfährst du mehr). Ein anderes Beispiel ist das Gefühl der Verliebtheit, das sich einige Paare auch nach Jahren in einer Beziehung noch wünschen und enttäuscht sind, wenn es sich einfach nicht mehr einstellen will – Verliebtheit und Liebe können nun mal nicht koexistieren, ersteres Gefühl ist zwangsläufig auf die Anfangsphase einer Partnerschaft begrenzt.

In solchen Fällen erscheint eine Trennung grundsätzlich als die Lösung, um das zu bekommen, was in der Beziehung fehlt, oder um eine Chance darauf zu haben, dass unbefriedigte Ansprüche erfüllt werden, entweder von einem anderen Partner oder im Rahmen eines Single-Lebens. Doch wenn sich dann herausstellt, dass die Ansprüche, die zum Beziehungsaus geführt haben, unrealistisch und unerfüllbar waren – tja, dann haben wir den Salat.

Trennung ja oder nein – diese Frage ist dabei ein Muss

Um den Fokus der eigenen Gedanken im Entscheidungsprozess für oder gegen eine Trennung weg von dem zu lenken, was uns fehlt und welche Ansprüche unbefriedigt sind, und hin zu dem, was in unserer Beziehung tatsächlich los ist, hilft die Frage:

  • Was würde ich im Falle einer Trennung vermissen?

Inwiefern bereichert die Partnerschaft unser Leben, welche Lücken würden durch eine Trennung entstehen? Und wenn wir das für uns geklärt haben, schließt sich die Frage an: Was davon kann uns nur dieser Mensch geben, mit dem wir jetzt zusammen sind? Stellen wir dabei fest, die Liste ist gar nicht mal so lang, ist Schluss zu machen wahrscheinlich der richtige Schritt. Fallen uns dagegen plötzlich jede Menge Dinge ein, die uns fehlen würden, lohnt es sich vielleicht, um die Beziehung zu kämpfen (vorausgesetzt unser Partner macht mit!).

Natürlich wird die Entscheidung für oder gegen eine Trennung durch diese Frage nicht unbedingt leichter, doch dafür wird sie mit Sicherheit bewusster und fairer ausfallen – sowohl uns selbst gegenüber als auch unserem Partner. 


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