Wie ich es geschafft habe, eine glückliche Beziehung zu führen

Daniala* (35) hat sich immer wieder gefragt: Warum gehen meine Beziehungen immer in die Brüche? Bis sie sich selbst hinterfragt hat ....

Früher habe ich mir immer eingeredet, mein Leben sei ein bisschen wie Sex and the City. Männer sind nur die, mit denen wir Spaß haben. Beziehungen scheitern – und das ist okay. Wäre es nicht langweilig, wenn alles immer harmonisch wäre?

Je älter ich werde, umso klarer wird mir: Nein, eigentlich wäre es sogar ganz nett, wenn mal ein Mann länger als ein Jahr an meiner Seite wäre. Doch irgendwie will es nicht klappen – all meine Beziehungen, ob mit dem Studienkollegen, dem Typen vom Uni-Radio oder, später, dem Anwalt aus der Bar, enden früher oder später mit einem lauten Türknall.
„Was haben all ihre gescheiterten Beziehungen gemeinsam?“, hat die Therapeutin aus Sex and the City die Hauptfigur Carrie Bradshaw in einer Folge, ebenfalls nach einer gescheiterten Beziehung, gefragt. Ihre Antwort: „Sie!“ Kann das stimmen?, überlege ich. Ich denke an die aufbrausenden Streits, die Vorwürfe, die Enttäuschungen, die in den Erinnerungen an vergangene Partner aufkommen. Kann es sein, dass ich der Grund bin, warum all meine Beziehungen früher später in die Brüche gehen?

Das Kind ist immer noch ein Teil von uns

Ganz spontan suche ich nach Ratgeber-Büchern. „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl steht seit bald zwei Jahren ganz oben auf der Bestseller-Liste. Im Internet finde ich sogar einen Online-Kurs dazu. Ich melde mich an und versuche, mich darauf einzulassen.
Stefanie Stahls Aussage ist einfach: Das Kind, also der Mensch, der wir waren, als wir klein waren – ist immer noch ein Teil von uns. Auch wenn wir längst erwachsen sind und Dinge auf anderen Ebenen begreifen können, kommt es immer wieder zum Vorschein. Bei den meisten von uns sind es bestimmte Situationen, die immer wiederkehren und uns in diesen Kind-Zustand versetzen. Ausgeschlossen-Sein, zurückgewiesen werden, nicht gut genug sein. Grund dafür sind innere Glaubenssätze, die wir seit der Kindheit in uns tragen. Das sind Annahmen über uns selbst, über andere und über die Welt, die ganz tief in uns verwurzelt sind. Wir haben sie quasi mit dem Denken gelernt und deshalb hinterfragen wir sie nie – oder selten – bewusst.

"Du gehörst nicht dazu" war einer meiner Glaubenssätze

Ich denke an eine Situation, als ich mit der Familie meines Freundes im Urlaub war. Sie wollten ein Familienfoto und mein Freund bat mich, das Bild zu machen. Ich war völlig neben mir, warf meinem Freund später vor, dass er mich nicht auf dem Foto haben wollte, dass er mich nicht genug liebte. Der Streit eskalierte und ich reiste früher aus dem Urlaub ab. Wenn ich mich in mein inneres Kind zurückversetze, denke ich an eine ganz ähnliche Situation. Mein Vater, der nach der Trennung von meiner Mutter eine neue Frau und noch weitere Kinder hatte, hängte ein Foto in seinem Büro auf, ich war nicht darauf. „Du gehörst nicht dazu“, wenn ich den Glaubenssatz ausspreche, steigen mir die Tränen in die Augen.

Stefanie Stahl führt mich in dem Kurs immer weiter an mein inneres Kind heran, mit Erklärungen, Arbeitsblättern und sogar Meditationen. Ich begegne mir selbst, wie ich früher war, mit all den Verletzungen, die ich im Laufe meines Lebens mitbekommen habe. Ertappen und Umschalten nennt sie es, wenn das Kind die Kontrolle übernimmt und man es noch rechtzeitig erkennt, wenn das Erwachsenen-Ich einschreitet und sagt: ich verstehe, warum du so reagieren willst, aber jetzt bist du erwachsen. Ich entdecke auch viele gute Glaubenssätze, „ich bin eine Bereicherung für diese Welt“, das innere Kind hat nicht nur Schatten, sondern auch eine Sonnenseite.

Nicht jeder meint es schlecht mit mir

Am Ende des Kurses ist mir bewusst: Ja, ich war ein großer Teil des Problems in meinen bisherigen Beziehungen. Nicht nur mit Männern, auch mit Freundinnen oder Kollegen. Nicht jeder, der meinen Geburtstag vergisst, will mich ausgrenzen. Manchmal kann ich davon ausgehen, dass Menschen es gut mit mir meinen. Klar, immer wieder komme ich in die Situation, in der mir der Kragen platzt oder in der mir plötzlich Tränen in die Augen steigen und ich weiß nicht warum. Doch immer öfter ertappe ich mich dabei, schaue freundlich lächelnd auf das Mini-Me in mir und sage: Ist schon okay, brauchst dich nicht so aufregen.

Seit einigen Monaten bin ich mit einem neuen Mann zusammen. Wir haben uns auf einer Geburtstagsfeier kennengelernt. Ab und zu kommen meine alten Muster hoch, schon im ersten Monat saß ich eifrig an einer wütenden SMS, als er mich für einen Abend mit seinen Freunden versetzt hatte. Doch dann wurde ich ruhig, ertappte mich dabei und legte das Handy weg, bevor ich auf „Senden“ drücken konnte. Als ich grade auf dem Weg ins Bett war schrieb er mir, ob er noch spontan bei mir vorbei kommen könnte. Wir schliefen ganz harmonisch ein. „Ich kam nicht umhin, mich zu fragen: Ist zu viel Harmonie langweilig?“, würde Carrie Bradshaw jetzt wohl in ihre Kolumne schreiben. Nein, denke ich. Es ist ganz fabelhaft.

* Name von Redaktion geändert

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