Von wegen verflixte 7! In diesem Beziehungsjahr trennen sich die meisten Paare

Welches Jahr ist wohl das gefährlichste für eine Beziehung? So viel vorweg: Das siebte ist es – statistisch gesehen – definitiv nicht!

Hauptsache bis zum achten durchhalten, Hauptsache bis zum achten durchhalten, Hauptsache bis zum achten durchhalten, ... – mit Sicherheit denken viele Leute genau so über ihre Partnerschaft. Schließlich gilt das "verflixte siebte Jahr" als das Trennungsjahr schlechthin! Aber ist da auch etwas dran? Oder ist das "verflixte Siebte" nichts weiter als ein Mythos?  

Die gefährlichsten Beziehungsjahre laut Statistik

Der amerikanische Soziologe Michael Rosenfeld hat diese Frage längst geklärt! Über mehrere Jahre begleitete der Stanford-University-Professor für seine Studie "Wie Paare zusammen kommen und bleiben" ("How couples meet and stay together") mehr als 3.000 Pärchen und holte von ihnen regelmäßig ein Update über ihren Beziehungsstatus ein. Aufgrund der Daten errechnete er, in welchem Beziehungsjahr das höchste Trennungsrisiko besteht. Und jetzt haltet euch fest: Das gefährlichste und kritischste Jahr in der Partnerschaft ist demnach das erste

60 Prozent der Beziehungen, die Rosenfeld auf dem Zettel hatte, zerbrachen noch vor dem ersten Jahrestag – trotz Verliebtheit, Schmetterlinge im Bauch und rosaroter Brille. Danach nimmt laut der Stanford-Studie die Trennungswahrscheinlichkeit drastisch ab: Bei unverheirateten Paaren jedes Jahr um 10 Prozent, allerdings nur bis zum fünften, ab da sinkt das Risiko plötzlich deutlich langsamer. Und im siebten? Kein Knick in der Kurve! Heißt also, wenn man einem Jahr außer dem ersten den schwarzen Peter zuschieben wollte, dann dem fünften – schließlich kommt vor allem da der Sturzflug der Trennungsquote ins Stocken.

Für das "verflixte fünfte Jahr" spricht übrigens auch noch eine andere Statistik: Laut statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2017 am häufigsten Ehepaare geschieden, die es zuvor (nach der Hochzeit) fünf Jahre lang zusammen ausgehalten hatten. Verdächtig, verdächtig!

Ab wann hat man's geschafft?

Doch wie lange muss man denn nun in der Partnerschaft "durchhalten"? Ab wann ist man sicher? Laut der Rosenfeld-Erhebung ehrlich gesagt nie so richtig – besonders dann nicht, wenn man auf den Ring am Finger verzichtet: So lag demnach die Wahrscheinlichkeit, dass sie beschließen, getrennte Wege zu gehen, bei unverheirateten Hetero-Paaren nach 15 gemeinsamen Jahren noch bei 12 Prozent (bei homosexuellen nur bei fünf). Und: Nach 25 Jahren stieg sogar das Risiko für eine Trennung bei nicht verheirateten Partnern wieder an.  

Ehepaare brauchen sich Rosenfeld zufolge zwar im Schnitt deutlich weniger Sorgen zu machen (Trennungsquote laut seiner Erhebung nach 20 Jahren bei unter einem Prozent), doch auch sie sollten sich nie zu sicher sein: Jede sechste Scheidung, so unser statistisches Bundesamt, geschieht nach 25 Ehejahren oder mehr.

Ach herrje, wie kompliziert! Kein Wunder, dass sich das einfache "verflixte Siebte" besser in den Köpfen festsetzt ... aber was lernen wir denn nun aus alldem? Das wiederum ist ganz einfach: Weniger auf den Kalender achten – und dafür mehr auf unser Gefühl!

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sus