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Laut Wissenschaft Wer sich so oft am Tag umarmt, hat die besten Chancen auf eine glückliche Beziehung

Glückliches Paar umarmt sich: Wer sich so oft am Tag umarmt, hat die besten Chancen auf eine glückliche Beziehung
© pikselstock / Adobe Stock
Der Mensch braucht Berührungen, um langfristig gesund und glücklich zu sein. In Beziehungen sind Umarmungen und Co. besonders wichtig – das belegt auch die Wissenschaft.

Während der pandemiebedingten Einschränkungen wurde es besonders deutlich: Wir Menschen brauchen Berührungen von anderen, ohne geht es nicht. Wie oft und wie intensiv wir gern umarmt werden, ist natürlich sehr individuell – es gibt Menschen, die fühlen sich mit zu viel Nähe schnell unwohl, andere sind generell sehr touchy und brauchen daher besonders viel Körperlichkeit. Aber egal, wo auf diesem Spektrum wir uns persönlich einordnen: Ein Mindestmaß an Berührungen braucht jeder Mensch.

Oxytocin und die Wichtigkeit von Berührungen

Die positiven Wirkungen und damit die Notwendigkeit von Umarmungen liegt vor allem an dem Botenstoff Oxytocin. Er wird auch Kuschel- oder Bindungshormon genannt und sorgt bei Berührungen dafür, dass in der Nebennierenrinde weniger des Stresshormons Cortisol ausgeschüttet wird. So kann Kuscheln uns beruhigen und die Muskulatur entspannen, wir fühlen uns ausgeglichener und wohler. Aber auch das Immunsystem wird stärker, wenn wir uns regelmäßig umarmen (lassen), denn Stress kann unsere Abwehrkräfte schwächen.

Der Grund für das Bedürfnis nach menschlicher Nähe liegt in der Evolutionsbiologie: Schon als Baby und Kleinkind brauchen wir Berührungsreize, um uns gut entwickeln zu können. Körperkontakt ist in den ersten Lebensjahren überlebenswichtig. Dieses Bedürfnis nach Berührungen bleibt tief in uns verankert, auch als Erwachsene.

Die renommierte Psychotherapeutin Virginia Satir hat eine klare Empfehlung, wie viele Umarmungen Menschen am Tag bekommen sollten: "Wir brauchen vier Umarmungen pro Tag, um zu überleben, acht Umarmungen, um uns gut zu fühlen, und zwölf Umarmungen, um uns weiterentwickeln zu können."

Das machen Umarmungen mit einer Beziehung

Aber nicht nur für unser allgemeines Wohlbefinden sind Umarmungen wichtig, für eine glückliche Beziehung sind regelmäßige Berührungen sogar unerlässlich. Denn Oxytocin ist ein elementarer Bestandteil einer stabilen Partnerschaft. Das Hormon sorgt dafür, dass wir uns unserem Schatz näher fühlen und ihm vertrauen.

Eine Studie der Binghampton University im US-Bundesstaat New York konnte zeigen, dass Paare, die sich regelmäßig (auch) auf eine nicht-sexuelle Weise berühren – also umarmen, Händchen halten, auf der Couch kuscheln –, langfristig stabilere und glücklichere Beziehungen führen. Studienleiterin Samantha Wagner nannte noch eine spannende Entdeckung ihrer Arbeit: "Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Händchen halten während eines Streits deeskalierend wirken und den Konflikt produktiver machen kann."

Aber wie oft sollen wir unsere:n Partner:in umarmen? Das ist natürlich grundsätzlich abhängig von unserem persönlichen Empfinden und auch davon, ob körperliche Berührungen unsere bevorzugte Liebessprache sind. Denn es gibt auch Menschen, die fühlen sich mit weniger körperlicher Nähe wohler.

So häufig solltet ihr euch (mindestens) umarmen

Es gibt aber eine Faustregel in Sachen Berührungen in der Partnerschaft. Der Biopsychologe und Umarmungsforscher Prof. Sebastian Ocklenburg erklärt gegenüber "Iconist", dass fünf Umarmungen optimal seien, damit eine Beziehung möglichst lange halte. Eine durchschnittliche Umarmung dauere nur drei Sekunden. Unsere:n Partner:in sollten wir möglichst zehn Sekunden lang umarmen.

Fünfmal am Tag zehn Sekunden – so lautet offenbar die optimale Umarmungsformel für eine glückliche Partnerschaft. Wir stärken damit übrigens nicht nur unsere Beziehung, sondern auch unsere eigene Gesundheit. Neben den schon genannten Effekten von Umarmungen auf unser Immunsystem und unser Wohlbefinden kann regelmäßiges Kuscheln laut einer Studie auch unseren Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Umarmungen sind also gut fürs Herz – im doppelten Wortsinn!

Verwendete Quellen: sciencedaily.com, forbes.com, healthline.com, welt.de

Brigitte

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