Paartherapeut verrät: So findest du heraus, ob dein Partner wirklich zu dir passt

Gemeinsame Hobbys? Guter Sex? Eher nebensächlich für die Frage, ob zwei Menschen zusammengehören oder nicht. Paartherapeut Eric Hegmann erklärt, worauf es wirklich ankommt.

Man lernt sich kennen, verliebt sich ineinander, kommt sich näher und schwupps: Plötzlich steckt man in einer Beziehung! In der Regel passiert das einfach. Die Dinge entwickeln sich, ohne dass wir großartig hinterfragen, ob wir wirklich zusammenpassen – oder ob wir vielleicht unsere Zeit, Liebe und Energie in eine Beziehung investieren, die letztlich doch zur Trennung verurteilt ist.

Allerdings fragen wir uns das dann meistens, sobald es schwierig wird. Sobald die von Glückshormonen geprägten Beziehungsphasen vorbei sind und wir merken, dass es nicht für alle Konflikte faire Kompromisse gibt. Nur: Wie finden wir darauf eine Antwort? Ist es überhaupt richtig, davon auszugehen, dass manche Menschen nicht zueinander passen? Oder könnten theoretisch alle zusammen glücklich werden, wenn sie respektvoll miteinander umgehen, top miteinander kommunizieren, selbstbewusst sind und auch sonst alles super machen?

Wir haben Paartherapeut Eric Hegmann gefragt, ob wir erkennen können, dass der Mensch an unserer Seite der Richtige für uns ist. Und ob es sich lohnt, an unserer Beziehung zu arbeiten, oder vielleicht sinnvoller wäre, sie zu beenden. Seine Antwort: Ja – und zwar mithilfe dieser sechs Fragen.  

Paartherapeut verrät: So findest du heraus, ob dein Partner zu dir passt

1. Was hat sich verändert?

Wenn du dich plötzlich fragst, ob dein Schatz der Richtige für dich ist, hat sich vermutlich irgendwas verändert – und die entscheidende Frage ist, was. Hegmann: "Sind die Veränderungen Einflüsse von außen wie ein neuer Job, Konflikte mit Familie oder Freunden, Sinnfragen nach Verlust eines geliebten Menschen? Oder siehst du die Veränderungen eher bei dir oder bei ihm?" Bei äußeren Veränderungen solltest du deine Beziehung nur dann weiter in Frage stellen, wenn dein Partner dich dabei nicht angemessen unterstützt hat (s. unten). Veränderungen innerhalb eurer Partnerschaft solltest du weiter auf den Grund gehen: Was sind die Ursachen? Wie wirken sie sich auf deine Gefühle aus? Kannst / möchtest du damit leben? Wenn es dir ernst ist, sprichst du darüber am besten mit deinem Partner!

2. Was liebst du an ihm?

Wichtig ist, dass du verstehst, was dich wirklich mit deinem Partner verbindet. "Viele Menschen können nur lieben, wenn sie sich geliebt fühlen", erklärt Hegmann. Wenn du nur mit deinem Partner zusammen bist, weil er dich offensichtlich liebt, liebst du womöglich weniger ihn als das Gefühl, geliebt zu werden. Wenn du dagegen fürchtest, dass du ihn mehr liebst als er dich, lässt dich vor allem deine Angst an euch zweifeln. Deshalb führt kein Weg daran vorbei: Werde dir darüber klar, was du an deinem Schatz liebst.

3. Ermutigt dich dein Partner in deinem Leben?

Genauer gefragt: "Schenkt dir dein Partner Lob und Anerkennung? Unterstützt er dich? Macht er dir Geschenke? Wird dein Bedürfnis nach Intimität erfüllt? Und: Ist er auch dein bester Freund?" Kannst du diese Fragen des Therapeuten weitestgehend mit Ja beantworten, hast du definitiv schon mal nicht den schlechtesten Menschen an deiner Seite! 😉

4. Hat dein Partner dir in schwierigen Zeiten geholfen?

Wenn ihr schon länger zusammen seid, hilft dir diese Frage ganz bestimmt weiter. Hegmann erklärt: "Fürsorge ist eine der 5 Sprachen der Liebe. Hilfsbereitschaft, gegenseitige Unterstützung und Anerkennung – ohne permanent abzuwägen, ob sich der Einsatz lohnt und ob man genauso viel zurückbekommt, wie man investiert hat – gehören unverhandelbar zur Liebe dazu." Du weißt (aus Erfahrung), dass dich dein Schatz nicht im Stich lässt? Klingt schwer nach einem Guten!

Die wichtigste Vokabel in 5 Sprachen der Liebe: Verliebtes Pärchen mit Ballon

5. Hat dein Partner dich in schwierigen Zeiten alleingelassen? 

Hat er? Schlechtes Zeichen! Hegmann dazu: "Sich in einer Beziehung hilflos und einsam zu fühlen,  ist schrecklich. Doch Einsamkeit ist nicht nur schmerzhaft – sie lässt auch Gefühle erstarren. Es zerstört nämlich das Vertrauen in den Partner, wenn der sich ab- statt zuwendet und lieber Spaß hat, während man selber nicht weiter weiß, weil er das Elend nicht mit ertragen möchte. Wer braucht eine Beziehung, die sich nur in schönen Worten und Absichtserklärungen verliert?"

6. Hat dein Partner dich in schwierige Zeiten gebracht? 

Klar, in guten wie in schlechten Zeiten und gemeinsam durch Dick und Dünn. Doch der Therapeut gibt zu bedenken: "Verantwortung trägt einerseits jeder für sich – andererseits aber jeder auch für die gemeinsame Beziehung. Jede Entscheidung muss nicht nur abgewogen werden, ob sie für einen selbst gut ist, sondern auch, ob sie womöglich der Partnerschaft schadet. Verhaltensweisen, die einen in Schwierigkeiten bringen, sind auch oft Nichtstun und Abwarten. Wer Probleme aussitzt, statt sie zu anzugehen, wartet eigentlich nur, bis es richtig schlimm für alle wird. Etwa wenn ein Partner eigenmächtig Schulden macht, für die beide haften müssen. Auch Missbrauch von Alkohol oder anderen Substanzen sind Vorboten von großen Problemen. Manche Menschen wollen sich nicht helfen lassen und können auch nicht gerettet werden – zumindest nicht ohne externe Hilfe."

Immer noch nicht ganz sicher, ob deine Beziehung wirklich richtig ist? Vielleicht wäre der Online-Kurs "Gehen oder bleiben?" von Eric Hegmann das Richtige für dich?! Oder du schaust mal in unsere Community und tauschst dich dort mit Leuten aus, die sich womöglich genau die gleichen Fragen stellen wie du ...

sus
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