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Gretchenfrage Daran glauben glückliche Langzeitpaare fast immer – du auch?

Woran glauben glückliche Paare? Ein Paar geht Hand in Hand spazieren
© Kitja Kitja / Shutterstock
Gott? Urknall? Osterhase? Woran es sinnvoll ist zu glauben, wenn du eine lange, glückliche Partnerschaft führen möchtest, verraten wir hier.

Eigentlich wissen wir ja gar nicht, ob es wirklich so erstrebenswert ist, eine möglichst lebenslange Partnerschaft mit einem Menschen zu führen. Dass wir uralt werden und die Wahl haben, wie wir leben möchten, ist schließlich noch ziemlich neu für die Menschheit. Doch sich zu wünschen, die richtige Person zu finden, mit der wir unser ganzes Leben teilen und verbringen können, ist nachvollziehbar und legitim – schließlich bieten uns lange Liebesbeziehungen Halt, Sicherheit, Nähe, Intimität, Vertrautheit und viele weitere Vorteile. 

Tatsächlich können wir (und müssen meistens auch) vieles tun, um unsere Partnerschaft gesund, glücklich und lange intakt zu halten, sofern wir das denn wollen: Richtig kommunizieren, miteinander lachen, Abenteuer erleben, möglichst ehrlich sein und, und, und. Doch nicht nur was wir tun, sondern auch was wir glauben, ist entscheidend – denn unsere innere Einstellung und Auffassung von Liebe spielt für das Ge- oder Misslingen unserer (Langzeit-)Partnerschaft eine wichtige Rolle. 

Romantische Liebe: Glück oder Entscheidung?

Insbesondere unsere Einstellung zur Frage, ob und inwieweit wir unsere Gefühle – inklusive Liebe und Zuneigung – steuern können, kann sich erheblich auf unsere Beziehung auswirken. Und gerade bei dieser Frage gehen die Meinungen zum Teil stark auseinander: Während die einen glauben, wen wir lieben, sei völliger Zufall bzw. liege außerhalb unserer Kontrolle, sind andere davon überzeugt, dass wir unsere Emotionen beeinflussen könnten. Tatsächlich haben die anderen in diesem Fall mehr recht als die einen. 

"Die Wissenschaft zeigt, dass es möglich ist, mit unseren Gefühlen umzugehen und sie in bestimmte Richtungen zu drücken", sagt etwa der Psychologe Dr. Leon Windscheid im Podcast "Betreutes Fühlen" mit Atze Schröder. Indem wir bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen, z. B. unseren Partner viel berühren oder mit ihm lachen, gewöhnen wir unser Gehirn daran, mit ihm Nähe und Freude zu verbinden und machen es uns leichter, ihn zu lieben. Auch mithilfe unserer Wahrnehmung können wir auf unsere Gefühle einwirken: Indem wir das in den Vordergrund stellen, was wir an unserem Schatz mögen, und gezielt hinterfragen oder relativieren, was uns nervt, stärken wir unsere Liebe zu ihm. 

Allerdings ist diese Anpassungsfähigkeit unserer Gefühle allein nur bedingt hilfreich – richtige Kraft bekommt sie erst, sobald wir uns ihrer bewusst sind. "Wenn du dich für in der Lage hältst, Emotionen anzupassen, fällt dir das auch leichter", erklärt Leon im Podcast. Heißt also: Wer lieben will und glaubt, dass er oder sie das beeinflussen oder forcieren kann, hat offensichtlich bessere Chancen auf eine lange Liebe als diejenigen, die das nicht tun. Vorausgesetzt natürlich, man glaubt auch an den Partner – und daran, dass er der Richtige ist.


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