Energie tanken: Vom Waldbaden und Nichtstun

Wenn wir die Welt mit unseren Sinnen wahrnehmen, gibt uns das Energie. Wenn es uns gelingt, das Grübeln und Planen abzuschalten, gewinnen wir innere Ruhe. Und auch unser Schlaf wird besser, wenn wir loslassen können.

Sechs Strategien, mit denen ihr in der Natur achtsam Energie tanken könnt:

1) Als Außerirdische im Wald 

Spaziere durch einen Wald. Tue dabei innerlich so, als hättest du solch eine Landschaft noch nie im Leben gesehen. Konzentriere dich auf all die unbekannten Dinge, die dir hier begegnen: ein Spinnennetz, Lichtspiele, Vogelzwitschern, seltsames Knirschen, Maserungen von Baumrinden. Erlaube es dir, zu staunen, zu tasten, zu horchen. Welche Geschichte erzählt dir der Wald?

Effekt: Sinnliche Wahrnehmungen schenken Energie.

2) Natur-Mandala

Forme aus Blüten, Blättern, Moosen und Zweiglein Mandalas auf dem Wald- oder Wiesenboden. Baue aus Kieseln Steinskulpturen oder male einfach mit der Hand Muster in den Sand.

Effekt: Kreativität verankert im Hier und Jetzt und macht gute Laune.​​​​​​

Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen (Pearl S. Buck, Schriftstellerin)

3) Loslassen

Gehe an einen Ort, an dem du Erdboden unter den Füßen hast. Stelle dich entspannt hin. Die Füße stehen etwa hüftbreit auseinander. Blicke leicht nach unten vor dich auf den Boden. Atme drei Mal ruhig und tief ein und wieder aus. Sage bei jeder Ausatmung innerlich zu dir selbst: „Ich lasse los.“ Spüre, wie innerer Ballast und Anspannung von dir abfällt. Gebe alles Schwere in den Boden ab. Er trägt dich sicher. Atme zum Abschluss noch einmal tief ein und aus und schließe die Übung mit einem Lächeln ab.

Effekt: Du spürst, wie alles Schwere von dir abfällt.

4) Barfuß übers Moos

Gehe ein Stück barfuß durch den Wald. Setze einen Fuß sanft auf (Vorsicht, Zweige oder Dornen können piksen!) und spüre in deine Fußsohlen: Welche Temperatur, Feuchte und Strukturen kannst du erfühlen? Gehe zuerst über eine moosige Fläche. Dann vielleicht über eine Lichtung mit Gras oder auf einem Waldpfad.

Effekt: Die volle Konzentration und die ungewöhnlichen Sinneseindrücke erfrischen.

Es gibt nur einen Zeitpunkt, an dem es wichtig ist zu erwachen. Dieser Zeitpunkt ist jetzt. (Buddha)

5) Achtsam gehen

Gehe bei einem ganz normalen Spaziergang zwischendurch mal zehn Schritte achtsam: Bleibe zu Beginn kurz stehen. Lockere deine Muskeln, stehe aufrecht. Sammele dich innerlich mit geschlossenen Augen. Atme ein paar Mal ein und aus. Spüre den Boden unter deinen Füßen. Dein Blick ruht auf einem Punkt kurz vor den Füßen. Dann hebe einen Fuß langsam an, verlagere dein Gewicht auf den anderen Fuß und setze deinen Fuß langsam in Schrittlänge wieder ab. Nun hebe den anderen Fuß zum achtsamen Schritt. Deine Aufmerksamkeit bleibt bei deiner Atmung und deinen Schritten. Gehe absichtslos und ohne Ziel die zehn Schritte.

Effekt: Du spürst eine intensive Verbindung mit der Natur und deinem Körper, ein Gefühl von Sicherheit, Erdung.

6) Adlermeditation

Setze dich in einer entspannten Haltung hin, egal ob auf den Boden oder auf einen Stuhl. Dein Rücken ist gerade,  deine Augen sind halb oder ganz geschlossen. Werde nun in deiner Vorstellung zu einem Adler. Du breitest deine Flügel aus und schwebst hoch über das Land. Spüre den Aufwind, der dich trägt, deinen kräftigen Flügelschlag, der dich mühelos fliegen lässt.

Nun schaue nach unten, auf die Stadt, in der du wohnst, die Menschen, die Autos. Alles ist sehr klein. Freue dich an deiner neuen Perspektive. Schaue dich um – was siehst du? Die Berge, das Meer – fliege höher und erkunde, was es zu sehen gibt.

Wenn du genug gesehen hast, ändere die Richtung. Fliege in Richtung eines Waldes, komme langsam wieder runter, lande auf einem Baum. Mit einem tiefen Atemzug beendest du die Meditation.

Effekt: Der Adler ist das Symbol der Freiheit – diese Kraft schenkt uns die Meditation.

Tipp: Du möchtest im Urlaub unter professioneller Anleitung waldbaden? Martin Kiem, Südtirols einziger Natur- und Waldtherapieführer, führt seine Teilnehmer in den Wald und macht dort gemeinsam mit ihnen verschiedenste Übungen. „Der eigentliche Therapeut ist jedoch der Wald", betont er. Weitere Infos unter www.suedtirol.info/waldbaden.

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