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Ohne Familie & Freunde Warum wir ganz alleine heiraten wollen

Alleine heiraten: Playmobil-Hochzeitspaar auf einer Insel
© Privat
Sich das Ja-Wort zu geben, ohne seine Liebsten dabei zu haben – das ist für die meisten eine traurige Vorstellung. Unsere Redakteurin erzählt, warum das eigentlich eine fantastische Idee ist!

Meine Hochzeit sollte mit viel Tamtam gefeiert werden. Weiße Traumrobe, Kutsche, Schlosskulisse ...meine Herzensmenschen und ich sollten zusammen einen Riesenspaß haben und bei gutem Essen und mitreißender Musik (inkl. Britney-Spears-Songs um Mitternacht) ein rauschendes Fest feiern. So oder so ähnlich hatte ich mir meine Hochzeit eigentlich immer vorgestellt. Doch es sollte völlig anders kommen – und ganz ehrlich? Ich finde es fantastisch!

Tja, was ist aus meinem Traum geworden? Er wird bald Wirklichkeit. Nur anders, als ich es immer geplant hatte. Mein Verlobter und ich heiraten nächsten Monat ganz alleine – auf Mauritius. Also fast ganz alleine. Da ist noch ein Standesbeamter, die Hochzeitsplanerin und zwei Trauzeugen (vermutlich werden das Hotelangestellte sein). Eine Hochzeit unter Palmen – klingt ja einerseits nach einer wahren Traumhochzeit. Was den meisten aber vermutlich sauer aufstoßen würde, ist eben die Sache mit den Hotelangestellten, die die Ringe reichen. Fremde Trauzeugen? Keine Freunde dabei? Nicht mal Eltern oder die Geschwister? Und das, obwohl die Corona-Bestimmungen doch eine Hochzeit mit Gästen wieder zulassen? Ja, wir heiraten tatsächlich freiwillig zu zweit.

Alleine heiraten – warum das eine eine gute Idee ist

Ich muss zugeben: So ganz unschuldig ist Corona an dieser Entscheidung nicht. Wären die nächsten Monate – und vielleicht sogar Jahre – nicht so schlecht zu planen, hätten wir uns vermutlich für eine große Feier entschieden. Aber wir wollen lieber dieses Jahr eine Hochzeit zu zweit feiern als uns in den nächsten Monaten um die wenigen verfügbaren Hochzeits-Locations zu prügeln. Denn klar, alle, die im letzten Jahr aufs Ja-Wort verzichten mussten, wollen das jetzt nachholen. Und eine Feier nur mit ausgewählten Freunden? Das kam auch nicht wirklich infrage. Eine Sicherheit, dass das rauschende Fest aus meiner Phantasie demnächst wirklich klappt, gibt es auch jetzt leider noch nicht.

Und ganz ehrlich – die Vorstellung, den schönsten Tag im Leben komplett für sich zu haben, das hat schon etwas ganz Besonderes. Während man auf einer Feier ja meist damit beschäftigt ist, sich darum zu sorgen, dass alles klappt und das Event an einem vorbeizieht, als wäre es in fünf Minuten vorbei, können wir unseren Hochzeitstag ganz ohne Stress genießen. Denn er gehört nur uns beiden. Ohne Anspruch auf Perfektion und ohne Gäste, die "bespaßt" werden wollen. An diesem Tag wird es nur um uns und unser Eheversprechen gehen.

Ich habe mich mit der Zeit immer mehr in diesen Gedanken verliebt und freue mich wahnsinnig auf den Moment, wenn ich im weißen Kleid am Strand den Mann meiner Träume heiraten darf. Ob es mich traurig macht, dass ich dieses besondere Erlebnis nicht mit meiner Familie und meinen Freunden teilen kann? Klar, schon ein wenig. Aber die Freude über die ungestörten, romantischen Momente mit meinem Verlobten überwiegen am Ende doch, wenn ich ehrlich bin.

Juhuu, I did it again!

Und übrigens – das rauschende Fest, das ich mir immer ausgemalt hatte, wird es dann doch irgendwie noch geben. Nur nicht jetzt zur eigentlichen Hochzeit. Denn wenn sich die Welt wieder etwas von Corona erholt hat, dann wollen wir eine Feier nachholen. Klar, wir sind dann schon verheiratet und der Zauber der Vermählung ist vielleicht verflogen. Aber hey, das weiße Kleid lässt sich doch prima zweimal tragen. Und vielleicht sind dann sogar schon wieder Schloss-Locations frei. Und um Mitternacht zu Britney Spears abgehen? Da werde ich den Text dann einfach mal spontan abändern und singen: Juhuu, I did it again!

Du willst noch mehr über Hochzeiten lesen? Dann schau doch mal in unser großes Special zum schönsten Tag im Leben: Hochzeit.

as Brigitte

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