Tipps vom Profi: So schreibst du die perfekte Hochzeitsrede

Hochzeitsrede: Brautpaar umarmt sich

Die passenden Worte zum schönsten Tag im Leben zu finden, ist gar nicht so einfach. Eine Redenschreiberin erklärt, wie dir die Hochzeitsrede gelingt.

Denise Longe: Redenschreiberin

Denise Longe schreibt Reden für verschiedene Anlässe. „Ich widme mich dieser Aufgabe mit viel Herzblut und Liebe zum Detail“, sagt sie.

Die Hochzeitsrede ist mit der Hochzeitsfeier so verbunden wie das Austauschen der Eheringe bei der Trauung. Die Rede ist somit einer der wichtigsten Bräuche und gehört zur Hochzeit einfach dazu. Doch wie findet man die passenden Zeilen für eine Hochzeitsrede? Und wie trägt man richtig vor?

Während dem einen die Worte nur so aus der Feder gleiten, ringen andere mit jedem Satz. Da Hochzeitsreden eine lange Tradition haben, solltest du auf einige Dinge achten. Die Redenschreiberin Denise Longe hat die besten Tipps zusammengestellt.

Wer hält eine Hochzeitsrede?

Wer eine wichtige Rolle auf einer Hochzeit spielt, ist gleichzeitig ein potenzieller Redner. Das gilt vor allem für das Brautpaar selbst, Brautmutter oder Brautvater und die Trauzeugen. Ein möglicher Ablauf: Zunächst sagt der Brautvater einige Worte, mit denen er seine Tochter symbolisch in die Arme des Bräutigams überreicht. Anschließend kommen der Vater des Bräutigams und die Trauzeugen zu Wort.

Danach können noch weitere Hochzeitsgäste eine Hochzeitsrede halten. Das Schlusslicht bildet das Brautpaar: Nachdem alle Redner fertig sind, halten Braut und Bräutigam meist eine kleine Dankesrede.

Damit kein Chaos entsteht, weil zu viele Personen eine Rede halten wollen oder sich die Inhalte extrem ähneln, wird meist eine Person auserkoren, die sich um die Koordination der Redner kümmert. Da die Trauzeugen dem Brautpaar meist sowieso bei der gesamten Hochzeitsvorbereitung helfen, übernimmt oft auch einer von ihnen die Planung der Reden.

Die Vorbereitung für die Hochzeitsrede

Wie sagt man so schön? Vorbereitung ist alles – auch für Hochzeitsreden. Je nach deiner Rolle auf der Hochzeit, überlege dir, was du dem Brautpaar oder den Gästen sagen möchtest. Versuche, deine Rede möglichst frei vorzutragen. Dafür ist es sinnvoll, ausschließlich Stichworte aufzuschreiben.

Themenfindung

Notiere, welche Themen du in der Hochzeitsrede ansprechen willst. Dies kann die Kennenlern-Geschichte des Brautpaares sein, der Heiratsantrag, erheiternde Anekdoten aus dem Leben vor der Eheschließung oder dem gemeinsamen Leben, Charaktereigenschaften, Danksagungen oder Zukunftswünsche. Dabei gilt: lieber kurz und amüsant als lang und ausführlich.

Die Stichworte lassen sich zum Beispiel im Mindmapping erarbeiten, indem du deinen Gedankenfluss schnell und spontan auf einem Blatt Papier festhältst.

Aufbau und Stil

Die Gedanken bringst du dann grob in eine sinnvolle Reihenfolge. Werde dir klar darüber, wie du deine Hochzeitsrede formulieren möchtest: in sich reimenden Versen oder im Fließtext. Eine Reimrede hat unter anderem den Vorteil, dass du deine Pointen dank stilistischer Mittel wie Reim oder Enjambements (über die Zeile hinausgehende Sinneinheiten) besonders gut zur Geltung bringen kannst. Mit hellen Vokalen (i, e) gestaltest du fröhliche Verse in Hochzeitsreden, mit dunklen Vokalen (o, u) eher ernste.

Dank ihrer sehr bewussten Formulierung ist die Reimrede meist kürzer und prägnanter als eine Rede im Fließtext und hebt sich so von ihr ab. Eine klassische Rede ohne Reim ist dafür freier in ihrer Formulierung und lässt Zitate einfacher einbinden. Wer nicht gerne an Wortendungen und -stellungen herumtüftelt, sollte sich für diese Art Hochzeitrede entscheiden.

Struktur: Einleitung, Hauptteil, Schluss

Achte auf den roten Faden. Überleg dir, was genau der Fokus deiner Ansprache sein soll. Wichtig ist, die Rede in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss zu gliedern. Und: lieber kurze statt lange, verschachtelte Sätze verwenden.

Einleitung von Hochzeitreden

Hier gilt es gleich, die Aufmerksamkeit der Zuhörer für sich zu gewinnen. Dies gelingt zum Beispiel mit einem überraschenden Anfang, der auch ein bisschen frech sein kann, einer amüsanten Behauptung, einem humorigen Zitat oder dem Mittel der Übertreibung. Auch der Einstieg über eine interessante und gleichermaßen lustige Anekdote öffnet die Herzen. Wie bei einer ersten zwischenmenschlichen Begegnung entscheiden auch bei Hochzeitsreden schon die ersten Sekunden, ob die Zuhörer aufmerksam folgen werden oder lieber vor sich hin dösen.

Hauptteil von Hochzeitsreden

Im Hauptteil der Hochzeitsrede bringst du das Gros der Themen unter: besondere Momente, Charakteranalysen, Vorlieben. Tobe dich aus! Baue schon im Skript zwischendurch stilistische Pausen ein, um Spannung zu erzeugen. Denn in der Rhetorik fesseln auch die stillen Momente die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Arbeite mit Metaphern (bildlicher Übertragung), Übertreibungen und abwechslungsreichem Wortschatz. Verbinde Amüsantes mit Nachdenklichem und nimm deine Zuhörer während der Hochzeitsrede mit auf eine emotionale Reise.

Ende von Hochzeitsreden

Im letzten Abschnitt können Zukunftswünsche an das Hochzeitspaar oder die Gäste untergebracht werden. Auch hier kann ein Zitat passen oder ein kurzes Resümee. Wer einen Bogen zum Anfang der Rede spannt, sich auf das dort genannte Zitat bezieht oder die ersten Sätze, schafft damit ein elegantes Gerüst für seine Worte. Gute Hochzeitsreden enden mit einem fulminanten Applaus oder dem Erheben des Glases auf das Brautpaar bzw. die Hochzeitsgesellschaft.

Gut zu wissen!

Der richtige Zeitpunkt

Die Hochzeitsreden werden meist zwischen den Gängen beim Hochzeitsessen gehalten. So sind die Bäuche der Hochzeitsgäste erst einmal gut gefüllt und alle sind beisammen.

Der perfekte Ablauf

Wer eine Hochzeitsrede halten will, sollte einfach aufstehen und nicht an sein Glas klopfen. Zum Glas wird idealerweise erst nach der Rede gegriffen. Erst zum Toast wird das Glas gehalten und auf das Hochzeitspaar angestoßen. Statt einem rustikalen "Prost", lieber "Auf euer Wohl" sagen, das klingt charmanter.

Die optimale Länge

Eine Hochzeitsrede sollte maximal eine Dauer von fünf Minuten haben. Da die Gäste bereits in der Kirche oder auf dem Standesamt als Zuhörer gefragt waren, sollten die Ohren der Hochzeitsgäste nicht durch zu lange Reden überstrapaziert werden. Also: In der Kürze liegt die Würze.

So übst du die Hochzeitsrede

Ansprache: Tipps vom Profi: So schreibst du die perfekte Hochzeitsrede

Ist die Hochzeitsrede geschrieben, liegt der Fokus auf dem Üben. Denn ein absoluter Fauxpas eines Redners ist der, den Text mit sturem Blick auf sein Papier abzulesen. Durch eine gute Übung und Textsicherheit lässt sich dies vermeiden - auch ohne den Text auswendig zu lernen.

Hier ein paar Tipps zum Üben von Hochzeitsreden:

  • Schreibe dir deinen Text in gut lesbarer Schriftgröße absatzweise auf Karteikarten. Die wichtigsten Worte hebe dabei hervor, etwa durch Fettdruck. So verlierst du bei Augenkontakt während des Vortrages nicht so leicht den Überblick über deinen Text. Alternativ kannst du den Text mit doppeltem Zeilenabstand und gliedernden Absätzen auf normalem Papier ausdrucken.
  • Stelle ein Glas Wasser griffbereit neben dich. Das leistet erste Hilfe bei trockener Kehle, belegtem Hals, nervösem Räuspern oder Hustenreiz.
  • Übe nun vor dem Spiegel. Wenn du deine Hochzeitrede laut einstudierst, kannst deine Aussprache kontrollieren. Versuche, deine Hochzeitsrede langsam, laut und deutlich vorzutragen. Wer bewusst langsamer spricht, holt seine Zuhörer eher ab als ein Schnellredner, der durch seinen Text prescht, und verhaspelt sich nicht so leicht.
  • Überprüfe dein Auftreten im Spiegelbild. Arbeite mit Körpersprache: Binde Gesten und Mimik ein, die deinen Vortrag lebendiger machen. Schaue dabei immer wieder in den Spiegel und lasse deinen Blick schweifen, von links außen über die Mitte nach rechts außen. Denn bei Hochzeitsreden soll sich jeder im Publikum angesehen und angesprochen fühlen. Je mehr du übst, desto mehr Blickkontakt kannst du später zum Publikum halten.
  • Bitte eine Freundin oder einen Freund, sich deine Hochzeitrede probeweise anzuhören. So bekommt du ein direktes Feedback und kannst Kritikpunkte noch verbessern.

Inspiration für eine Hochzeitsrede

Hochzeitsrede: Brautmutter / Brautvater

Die traditionell wichtigste Rede auf einer Hochzeit hält der Brautvater. Heutzutage wird dieser Part auch teilweise von der Brautmutter übernommen.

Thematisch bietet sich ein Rückblick auf das Leben der Tochter an, Anekdoten aus der Kindheit und die Entwicklung zur erwachsenen Frau. Dabei sollte der Brautvater auch den Bräutigam als neues Familienmitglied begrüßen und in die Rede einbauen. Zum Beispiel kann er den ersten Eindruck beim Kennenlernen beschreiben. Falls noch nicht von den Trauzeugen oder dem Brautpaar abgedeckt, können die Brauteltern auch die Liebesgeschichte des Paares erzählen.

Wer zum Ende der Hochzeitsrede bei den Zukunftswünschen Kinder erwähnen möchte, sollte sich vorher ganz sicher sein, dass der Kinderwunsch beim Brautpaar tatsächlich besteht, sonst wird’s brisant.

Hochzeitsrede: Bräutigam

Erinnerst du dich noch an die Hochzeit der Kronprinzessin Victoria von Schweden und die romantische, zu Tränen rührende Liebeserklärung ihres Bräutigams Daniel? Wer als Bräutigam über seine Gefühle sprechen kann, erweicht die Herzen aller und am meisten das der Braut.

Dabei kann es in der Hochzeitsrede darum gehen, was der frisch Angetraute an seiner Frau am meisten liebt, wie er sich in sie verliebt hat und was er gerade am Tag der Hochzeit im Innersten fühlt. Wer den Humor der Romantik vorzieht, kann Anekdoten, zum Beispiel über die gestresste Braut während der Hochzeitsvorbereitungen bringen oder Zitate zur Ehe aufgreifen und kommentieren.

Denkbar ist auch eine Ansprache des Bräutigams an die Gäste im Namen des Brautpaares, eine Vorstellung der einzelnen Gruppen und ein Dank fürs Kommen. Manche Brautpaare übernehmen dies zusammen.

Hochzeitsrede: Braut

Was für den Bräutigam gilt, bietet sich auch bei der Braut an. Natürlich freut sich auch der Bräutigam über eine Liebeserklärung seitens seiner Frau. Und die Gäste über eine Begrüßungsansprache.

Wenn der Heiratswunsch bei der Frau schon länger bestand als beim Mann, kann sie in ihrer Hochzeitsrede beschreiben, wie sie ihren Liebsten weichgekocht hat. Um die Gleichberechtigung zu unterstreichen, ist es immer wieder eine schöne Geste, wenn das Paar gemeinsam eine Rede hält und so Einigkeit demonstriert.

Hochzeitsrede: Trauzeuge / Trauzeugin

Während die Eltern der Braut oder des Bräutigams oft nur mit etwas Abstand die Entwicklung der zarten Liebesbande beim Hochzeitspaar begleiten konnten, hatten die Trauzeugen meist das Glück, schon früher in die Liaison eingeweiht gewesen zu sein. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, über die ersten Schritte in die gemeinsame Zukunft zu plaudern, ohne dabei indiskret zu werden.

So kommen auch Hochzeitsgäste in den Genuss dieser Geschichte, die nicht so eng mit dem Paar in Kontakt stehen. Weitere Themen einer Trauzeugenrede können sein: Der Alltag von Braut und Bräutigam, warum sie so gut zueinander passen und ihre gemeinsamen Visionen.

Du bringst einfach nichts auf Papier?

Eine Schreibblockade beim Schreiben einer Hochzeitsrede kann immer mal vorkommen - egal ob du Braut, Bräutigam, Trauzeuge oder Brautvater bist. In solchen Fällen kann ein Blick ins Internet helfen, um sich inspirieren zu lassen. Natürlich solltest du eine Rede nicht einfach komplett kopieren, aber vielleicht findest du einen guten Aufhänger oder ein passendes Zitat, mit dem du deiner Rede das gewisse Etwas verleihen kannst und der Einstieg leichter fällt.

Hör auf dein Herz und habe Geduld. Wenn du dem Hochzeitspaar nahe stehst, werden dir schon die richtigen Worte einfallen. Manchmal muss man die Rede auch einige Tage ruhen lassen – und dann sprudeln die Worte plötzlich wie von selbst aus einem heraus.

Hol dir einen Profi!

Ob für die Rede des Brautvaters, der Trauzeugen oder des Brautpaars selbst: Wer mit diesen Tipps noch nicht die richtigen Worte findet, kann sich professionelle Hilfe holen. Redenschreiber formulieren eine passende Hochzeitsrede auf Bestellung, die im engen Austausch zwischen Auftraggeber und –nehmer erstellt wird. So bleibt dem Redner mehr Zeit zum Üben – und er kann auf der Hochzeitsfeier umso mehr glänzen.

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Foto: Angela Cappetta/Corbis

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