Härtetest für die Brautschuhe

Warum sind Janet, 33, und Matthias, 35, zu ihrem Polterabend geritten? Und warum standen die beiden mit dreckigen Schuhen vor dem Pastor? Die Antworten lesen Sie im Protokoll von Janet.

Foto-Shooting mal anders: Janet und Matthias spielen eine Panne nach.

"Ich hatte lange drauf gewartet und, ehrlich gesagt, auch ein bissel Druck gemacht, bis Matthias mich endlich gefragt hat. Sechs Monate später, am 30. Dezember 2002, heirateten wir standesamtlich. Auf Langeoog - ganz alleine, ohne Familie, nur für uns.

Die kirchliche Hochzeit fand dann im Juli 2003 statt, bei unseren Familien in Apen, in der Nähe von Oldenburg. Vorbereitungen gab es natürlich auch: Saal und Band buchen (ging zufällig nur an meinem Geburtstag), Einladungskarten selbst machen, Hochzeitskleid schneidern lassen - war genauso, wie ich wollte, und dazu noch billiger als im Geschäft. Die Band zu finden, war übrigens ganz einfach. Wir haben bei Bekannten rumgefragt. Gleich bei der ersten Band hat es geklappt. Sie spielten klassische Tanzmusik und auch mal Rumba. Dass wir an meinem Geburtstag geheiratet haben, finde ich heute nicht mehr so toll. Am Tag der Hochzeit ging mein Geburtstag ziemlich unter, seitdem geht der Hochzeitstag immer unter.

Es fing gleich spannend an. Als unsere Nachbarn einen Tag vor der Hochzeit das Haus schmückten, kam ein alter Bekannter auf einem Ausritt vorbei und fragte, ob Matthias und ich eine Runde reiten wollten. Er brachte uns etwa drei Kilometer entfernt zu einem Haus. Dort fand ein Überraschungspolterabend statt, mit Nachbarn, Familie und Freunden. Das war klasse!

Ein Härtetest für Janets und Matthias' Hochzeits- Schuhe: die Fotos im Feld.

Am Hochzeitstag haben meine Eltern und ich erstmal ein schönes Geburtstagsfrühstück genossen. Matthias hat bei seinen Eltern geschlafen. Aufgestanden bin ich so gegen 8 Uhr, Friseur um 10 Uhr, Schminken um 12 Uhr (von einer befreundeten Visagistin), Kaffee trinken mit den Eltern um 14 Uhr in einer Windmühle.

Dann: umziehen, fotografieren vor der Windmühle und im Feld. Apropos: Unser geplanter Fotograf ist kurzfristig abgesprungen. Glücklicherweise hat sich ein Bekannter, auch Fotograf, spontan zur Verfügung gestellt. Um 17 Uhr ging es ab zur Kirche - mit dreckigen Schuhen vom Ausflug ins Feld. Matthias hatte sich für die Fahrt einen MG-Sportwagen von einem Kollegen ausgeliehen. Der Pastor war im Urlaub, dadurch konnte ich den ehemaligen Pastor fragen. Der war hoch motiviert und hat uns absolut locker getraut und für viele Lacher gesorgt.

Danach stand zu meiner Überraschung eine weiße Kutsche vor der Kirche. So hatte ich es mir immer vorgestellt.... Damit sind wir dann zum Saal gefahren. Wir haben in einem ländlichen Gasthof mit 120 Gästen und Band gefeiert. Unsere ursprüngliche Idee, im Zelt zu feiern, fand meine Familie nicht so toll.

Nach dem Essen gab es Spiele von Freunden und Familie - die haben riesig Spaß gemacht. Ich glaube, gegen halb vier Uhr morgens war Schluss.

Am nächsten Tag kamen Familie und Freunde, um die mitgebrachten Reste von der Feier zu essen, und wir haben eine Fahrrad-/ Kanutour organisiert. So blieb die Gruppe noch etwas zusammen.

Die Übernachtungen der auswärtigen Gäste hat übrigens meine Mutter organisiert, was mir viel Arbeit abgenommen hat. Sie hat sich auch um den Blumenschmuck gekümmert und die Dankeskarten im Ort verteilt.

Es war alles so schön - vielleicht machen wir es zur Silberhochzeit noch Mal."

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