"Das mag ich an mir!" 3 Generationen erzählen

Meist sind wir viel zu kritisch mit uns selbst. Deshalb haben wir drei Frauen verschiedenen Alters gefragt: "Was magst du eigentlich an dir?"

Unsere Serie: "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns selbst bewegen und beschäftigen - über die Partnersuche, die Liebe, die Eltern, die Schönheit, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, dass die verschiedenen Generationen, die in unserer Redaktion vertreten sind, ganz unterschiedlich ticken.

Was ist hier zu sehen? Eure Antwort lässt tief blicken ...

Daher haben wir die Serie "3 Generationen erzählen" ins Leben gerufen, in der Frauen aus dem BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen!

Heute ist die Selbstliebe dran. Wir haben drei Frauen gefragt: "Was magst du an dir?"

Anna (22) mag, dass sie sich immer wieder durchkämpft

Wenn ich Äußerlichkeiten nennen müsste, würde ich sagen: Ich mag meine langen Wimpern, meine Haare und meine Beine. Doch das wäre mir zu oberflächlich. Viel wichtiger ist: Trotz mancher Fehlentscheidung und manch negativer Erfahrung mag ich, wie ich mein bisheriges Leben gelebt habe. Egal, wie unsicher ich zu Anfang einer neuen Herausforderung war und wie sehr ich an mir selbst gezweifelt habe, irgendwie habe ich sie immer gemeistert. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, aber am Ende konnte ich immer zurückblicken und sagen: Ich habe mich durchgekämpft und es hat sich gelohnt.

Anna (31) mag eine ganze Menge an sich

Was ich an mir mag? Eigentlich denkt man darüber ja viel zu wenig nach, weil man immer damit beschäftigt ist, die vermeintlichen Makel zu suchen. Aber wenn ich jetzt mal überlege, mag ich doch ziemlich viel an mir: Meine Augen, meinen Mund ... ach, mein Gesicht ist insgesamt eigentlich ganz okay. Und meine Figur? Segne ich auch mit einem „Geht in Ordnung“-Häkchen ab. Ihr merkt schon, ich bin nicht der Typ, der laut „Schaut mal her, wie geil ich bin!“ in die Gegend ruft. Übrigens auch eine Sache, die ich an mir mag: meine Bescheidenheit. Mag mir in manchen Lebensbereichen vielleicht im Weg stehen, ist im Grunde aber eine positive Eigenschaft. Und sonst so? Ich bin kreativ, zuverlässig, hilfsbereit ... aber Schluss jetzt, das soll hier ja keine Bewerbung werden! ;-)

Katja (50) hat gelernt, sich anzunehmen wie sie ist

Ich mag mein Leben sehr. Ich habe heute viel mehr Selbstbewusstsein als noch mit 18. Damals wäre ich nie allein in eine Gaststätte gegangen, um ein WC aufzusuchen. Ich hätte mich zu sehr geniert, heute ist mir das egal. Ich mache mir auch keinen Kopf mehr, ob eine junge Frau am Strand meine Cellulite doof findet. Ich darf endlich unperfekt sein: Manchmal ist gut gut genug, auch wenn der Rasen nicht korrekt gemäht ist oder wenn die Bügelwäsche sich stapelt. Und ich kann die Kleinigkeiten des Lebens genießen: ein Buch, eine Brühe, die acht Stunden köcheln muss, Langeweile und Ruhe. Ich bin einfach zufrieden, denn die wichtigen Dinge, die ich mir als 18-Jährige vorgenommen habe, habe ich erreicht. Ich brauche nicht mehr Geld und bin nicht neidisch, weil jemand ein größeres Auto oder ein schöneres Haus hat. Ich kann mich gut leiden und versuche, meine Schwächen anzunehmen. Alles ist gut so, wie es ist.