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"Hast du Angst vor dem Tod?" 3 Generationen erzählen

"Hast du Angst vor dem Tod?" 3 Generationen erzählen
© Dmitri Ma / Shutterstock
Nichts ist so sicher wie der Tod – leider.  Wie geht ihr damit um? Wir haben drei Frauen aus verschiedenen Generationen nach ihren Gedanken gefragt.

Unsere Serie: "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns selbst bewegen und beschäftigen - über die Liebe, wichtige Entscheidungen, die Eltern, die Schönheit, Kinder, das Altern, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, dass die verschiedenen Generationen, die in unserer Redaktion vertreten sind, ganz unterschiedlich ticken.

Daher haben wir die Serie "3 Generationen erzählen" ins Leben gerufen, in der Frauen aus dem BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen! Heute ist die Frage dran: "Hast du Angst vor dem Tod?"

Fay (18) will lernen, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren

Offen gestanden habe ich Angst vor dem Tod. Ich möchte noch so viel erleben, dass ich es schrecklich fände, jetzt zu sterben. Und manchmal habe ich auch Angst davor, dass mir nahestehende Menschen sterben könnten. Dann stelle ich mir mein Leben ohne diese Person vor, und es fühlt sich wie an ein riesiges, klaffendes Loch in meiner Brust. Ein Problem ist auch, dass unsere Gesellschaft das Thema „Tod“ ins Abstrakte verbannt. Ich beispielsweise habe noch nie einen toten Menschen gesehen – außer vielleicht im Fernsehen – und deshalb schreckt mich die Vorstellung ab. Schön wäre es, den Tod irgendwann als einen friedlichen Teil des Lebens akzeptieren zu können, denn genau das ist er.

Katrin (30): "Der Tod wirkt sich zunehmend auf mein Leben aus"

 Je mehr Zeit verstreicht, desto mehr nahestehende Menschen verliert man an den Tod. Der erste mir vertraute Mensch starb, als ich zwölf Jahre alt war, der bislang letzte, als ich 28 war. Die Heftigkeit und die Phasen der Trauer sind die gleichen geblieben. Was sich jedoch mit den Jahren verändert, sind die die selbstreflektierenden Fragen, die mir in den Sinn kommen: Nutze ich mein Leben bestmöglich aus? Bin ich zufrieden mit meinem Job, meiner Partnerschaft, meinem Lebensstil? Während der Tod für ein Kind unfassbar weit weg liegt, rückt er näher, sobald man realisiert, dass ein gutes Drittel des eigenen Lebens schon vorbei ist. Nicht selten folgt daraus der Wunsch nach Veränderung, den man entweder umsetzt oder verdrängt. Ich setze ihn um. Je älter ich werde, desto einschneidender wirkt sich der Tod auf mein Leben aus.

Für Susanne (52) wird das Leben immer kostbarer

Ich habe keine akute Angst vor dem Tod, aber meine Endlichkeit ist mir inzwischen sehr bewusst. Mein Leben geht zur Neige, und das ist hart. Wenn ich sehr viel Glück habe, habe ich noch zwei, drei gesunde Jahrzehnte vor mir. Das Problem dabei: Die Zeit rast. Eine Jahresspanne kommt mir immer kürzer vor. Das Gute daran: Ich schätze mein Leben zunehmend mehr, weil es sich viel kostbarer anfühlt als früher, und ich bin dankbar für jeden Tag, an dem nichts Schlimmes passiert – mir oder den Menschen, die ich liebe.


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