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Herzmensch So ticken Menschen mit dem besonderen Bauchgefühl

Herzmensch: Junge Frau legt ihre Handflächen auf ihr Herz und lächelt
© Cookie Studio / Shutterstock
Ein Herzmensch entscheidet aus dem Bauch heraus und schenkt seinen Gefühlen große Aufmerksamkeit. Erfahre hier, wie er die Welt wahrnimmt.

Was ist ein Herzmensch?

Herzmenschen haben eine ganz besondere Verbindung zu ihrem Herzen. Sie fällen Entscheidungen meist aus dem Bauch heraus und schenken dieser Emotion die meiste Aufmerksamkeit. Spüren sie nur den kleinsten Zweifel in der Bauchgegend, zögern sie und treten einen Schritt zurück.

Auch im Zwischenmenschlichen hören Herzmenschen vermehrt auf ihr Bauchgefühl. Spontane Gefühle, die während einer Begegnung mit einem fremden Menschen auftauchen, wiegen für den weiteren Verlauf schwer. Haben Herzmenschen bei einer Person von Anfang an ein gutes Gefühl, öffnen sie sich schnell und es kann sich eine schöne Freundschaft entwickeln. Sagt das Bauchgefühl eines Herzmenschen jedoch, dass etwas nicht stimmt, lässt er sich von diesem Gefühl leiten und schenkt ihm große Aufmerksamkeit. Nach einigen Begegnungen kann sich das Bauchgefühl eines Herzmenschen jedoch auch zum Positiven wenden. Vorsichtig agieren sie in der Zwischenzeit trotzdem.

Was ist der Unterschied zwischen Herzmensch und Kopfmensch?

Herzmenschen und Kopfmenschen unterscheiden sich in ihrer Denk- und Entscheidungsweise. Ein Herzmensch hört, wie der Name schon vermuten lässt, verstärkt auf sein Herz und Bauchgefühl, während ein Kopfmensch nach rationalen Fakten und nicht nach Emotionen und Gefühlen entscheidet.

Eine Entscheidung kann bei einem Herzmenschen und Kopfmenschen komplett unterschiedlich ausfallen. Ist ein Herzmensch beispielsweise auf Jobsuche, sind ihm die Ausstrahlung der Menschen, die Atmosphäre in den Räumlichkeiten und die Kolleg:innen möglicherweise wichtiger als ein hohes Gehalt, ein kurzer Arbeitsweg oder andere materielle Vorzüge.

Ein Kopfmensch legt hingegen nicht so viel Wert auf sein Bauchgefühl, verspürt es vielleicht auch gar nicht so intensiv wie ein Herzmensch. Ihm sind ein angemessenes Gehalt, Sonderzahlungen und beispielsweise ein unbefristeter Vertrag, der Sicherheit für die Zukunft verspricht, wichtiger als ein gutes Bauchgefühl während der Bewerbungsphase.

Merkmale eines Herzensmenschen

Herzensmenschen schenken nicht nur ihren Gefühlen große Aufmerksamkeit, sie handeln auch in einigen Situationen anders als Menschen, die sich auf ihren Kopf berufen:

  • Herzensmenschen erfahren und fühlen Emotionen sehr intensiv
  • Herzensmenschen denken selten rational
  • Herzensmenschen haben eine besondere Beziehung zu ihrem Herzen
  • Herzensmenschen helfen anderen Menschen gern und sind für ihr Engagement bekannt
  • Herzensmenschen finden in stressigen Situationen schnell eine Lösung
  • Herzensmenschen sind sehr soziale Persönlichkeiten und vertiefen gern einen wertvollen Kontakt
  • Herzensmenschen sehen und verstehen Stimmungen, ohne dass die andere Person darüber spricht
  • Ein Herzensmensch sagt selten, was er braucht, sondern versucht stattdessen, es zu zeigen
  • Herzensmenschen geben viel Liebe

So fühlt ein Herzmensch

Herzmenschen haben ein besonderes Radar für Stimmungen und Körpersprache. Dort, wo andere Menschen nichts als einen anderen Menschen wahrnehmen, lesen Herzmenschen diesen wie ein offenes Buch, ohne dass die andere Person etwas sagt. Sie sind empfänglich für Mimik, Gestik, Anspannungenoder innere Freuden ihres Gegenübers.

In einer Beziehung kann diese Gabe so weit vertieft werden, dass der oder die Partner:in sofort und ohne Worte erkennt, was der/die andere Person braucht.

Auf der anderen Seite sind Herzmenschen meist sehr sensibel und können schnell verletzt werden. Oftmals denken sie, alle Personen würden diese Gabe des Erkennens von Stimmungen und Bedürfnissen ebenfalls besitzen und fühlen sich oft enttäuscht.

Unter Herzmenschen kann diese Art der Kommunikation funktionieren, ein Kopfmensch kann jedoch eher selten die Stimmungen einer anderen Person lesen. Kopfmenschen, die auch besser bekannt sind unter dem Namen "Denker:innen", brauchen klare Kommunikation und Feedback. Sie erkennen ohne Worte selten, ob es ein Problem gibt oder wie die Stimmung einer anderen Person aussieht.

Der Herzmensch in der Beziehung

Herzmenschen sind sehr harmoniebedürftige Persönlichkeiten. Sie reden in einem sicheren Umfeld gern über ihre Gefühle und Empfindungen, setzen aber gleichzeitig oft voraus, dass ihre Emotionen auch ohne Worte wahrgenommen werden können. Das führt in einer Beziehung mit einem Kopfmenschen, der weniger empfänglich für diese Art der Kommunikation ist, anfangs möglicherweise zu Konflikten. Ein klärendes Gespräch über die Wahrnehmung von Bedürfnissen und Stimmungen ist dabei sehr hilfreich.

Denker:innen kristallisieren ein zugrundeliegendes Problem anhand von Fakten heraus und möchten es lösen, Herzmenschen sind hingegen konfliktscheu und hoffen, dass sich das Problem in Luft auflöst. Nicht selten bringt ein emotionaler Ausbruch ein Problem erst ans Tageslicht.

Herzmenschen und Kopfmenschen können viel voneinander lernen und ergänzen sich in einer Beziehung wunderbar. Wichtig ist dabei lediglich die Kommunikation. So kann ein Herzmensch von der Rationalität und dem analytischen Denken eines Kopfmenschen viel lernen. Andersherum profitiert ein Kopfmensch von der intensiven Gefühlswelt eines Herzmenschen und kann versuchen, dieses wegweisende Gefühl im Bauch und Herzen auch für sich wahrzunehmen. Zusammen können sie einen sehr bereichernden Weg gehen.

Vom Kopfmenschen zum Herzmenschen: Wie werde ich ein Herzmensch?

Du siehst dich als Kopfmenschen und möchtest ein Herzmensch werden? Du bist großartig, so wie du bist. Versuche dich nicht zwanghaft verändern zu wollen, weil du vielleicht denkst, dass Kopfmenschen weniger sensibel oder mitfühlend sind. Das stimmt nicht. Jeder Typ hat seine Eigenschaften, die ihn liebenswert machen.

Statt der kompletten Transformation vom Kopfmenschen zum Herzmenschen könntest du lernen, dein Bauchgefühl zu spüren und es bei Entscheidungen mit einfließen zu lassen.

Versuche, bewusst und achtsam in Problemsituationen oder bei Entscheidungen auf dein Gefühl zu hören. Was spielt sich in deinem Inneren ab? Spürst du einen Warnhinweis, schöne Vorfreude oder unterbewusste Angst? Kribbelt es in deinem Bauch oder wird dir flau im Magen? Gehe regelmäßig in dich und beobachte deine Gefühle. Mit der Zeit wird es möglicherweise immer intensiver.

Diese Themen könnten dich auch interessieren: Wie tickt ein Kopfmensch, was ist die Seelenliebe und wie lerne ich Selbstmitgefühl?

Verwendete Quellen: 

  • psychologie-heute.de
  • Adam Fetterman und Michael Robinson. Do You Use Your Head or Follow Your Heart? Self-Location Predicts Personality, Emotion, Decision Making, and Performance. Journal of Personality and Social Psychology
Brigitte

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