Unerreichte Ziele: Deshalb ist es gefährlich, sich in Idealen zu verlieren

Tanja Kindler, Brand-Manager, derzeit in Mutterschutz, will sich nicht in dem Ideal verlieren, wie das Leben sein sollte.

Mein Leben vor zehn Jahren war ein völlig anderes. Ich war beruflich viel unterwegs, und am Wochenende habe ich Kurztrips unternommen. In tolle Städte, ans Meer, mir ging’s gut. Aber ich dachte immer: Mit Familie ginge es mir besser. Als man mir Jobs in New York und London anbot, wollte ich die nicht, weil ich fand, das ist nichts für Kinder. Dabei hatte ich da noch nicht mal einen Partner! Ich dachte aber: So, es ist Zeit, eine Familie zu gründen, weil – mit Ende 30 macht man das halt so. Heute würde ich sagen: Ich hatte keine Ahnung. Und eine falsche Vorstellung von mir und deswegen auch von dem Mann, der zu mir passen könnte.

Trennung, Liebeskummer

Das hat sich erst durch ein Sabbatical geändert. Da war ich nur auf mich zurückgeworfen und danach irgendwie offener für andere. Und dann kam einer, der war sicher nicht Mr. Right, aber ich mochte ihn, und das reichte für den Moment. Mehr hatte ich ja nicht vor. Und wurde schwanger. Plötzlich und unerwartet. Für ihn war gleich klar: Das ist es. Wir sind jetzt eine Familie. Ich dachte nur: Komm, einfach laufen lassen, und dann schauen wir mal.

Heute bin ich froh, dass es so gekommen ist. Wir sind super als Familie. Und wir haben nicht die Probleme von Paaren, die sich erst als Paar kennenlernen und später feststellen: Wir funktionieren zu zweit, aber als Familie sind wir ein Desaster. Wir wohnen jetzt in einem Haus auf dem Land kurz vor der dänischen Grenze. Ich fahre immer noch ans Meer. Nur eben mit dem Kinderwagen. Alles ist gut.

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BRIGITTE WOMAN 06/2019

Wer hier schreibt:

Hannah S. Fricke
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