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Challenge accepted 3 Persönlichkeitstypen, die es uns in einer Beziehung schwer machen können

Pärchen sitzt zerstritten auf Bett, Frau schaut genervt weg
© fizkes / Adobe Stock
Jeder Mensch ist individuell und hat seine eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse – bei einigen kann das laut Psychologe aber herausfordernder sein als bei anderen.

Eine Beziehung erfordert Arbeit, Verständnis und Kompromisse. Denn die Liebe ist nicht einfach oder selbsterklärend, sondern ein Geben und Nehmen zwischen den Beziehungspartner:innen. Mal muss eine Person vielleicht über ihren Schatten springen, mal die andere einsehen, dass sie sich zurücknehmen und den:die Liebende:n nicht drängen sollte.

Doch bei drei Persönlichkeitstypen sind laut dem US-Psychologen Seth Meyers verwirrende Situationen und Frust oft vorprogrammiert und kann zu viel Misskommunikation führen. Doch wer von ihnen weiß, kann gemeinsam daran arbeiten und sich der Herausforderung stellen. Selbst dann, wenn die Schwierigkeitsstufe in diesen Fällen etwas erhöht ist.

Der ausweichende Persönlichkeitstyp

Starke Emotionen und emotionale Nähe seien diesen Menschen nicht ganz geheuer und schnell würden sie sich von ihnen bedroht fühlen, so Meyers. Bei manchen Menschen könne sich das bis zu einer Persönlichkeitsstörung ausprägen, aber die meisten hätten eine Teilausprägung. Der Persönlichkeitstyp wehre sich vor allem gegen klare und offene Kommunikation und scheue Konflikte. 
Beispielsweise fühle er:sie eine Emotion wie Angst oder Trauer, aber gegenüber des:der Partner:in würde er das Problem selbst nicht äußern. Selbst dann nicht, wenn der:die Freund:in nachfragt. Der Grund dahinter: Konflikte sind ausweichenden Personen unangenehm und sie möchten sich nicht verletzlich fühlen.
Kein Streit klingt in vielen Ohren vermutlich erst einmal gar nicht so schlecht. Doch das führe meist zum Problem, so Seth Meyers: "Menschen, die mit einem ausweichenden Persönlichkeitstyp in einer Beziehung sind, ringen oft mit sich, weil sie sich unbeachtet oder nicht wertgeschätzt fühlen." Schließlich werden Aussagen teilweise ignoriert beziehungsweise es wird wenig auf diese eingegangen, anstatt wirklich die eigene Meinung zu äußern. 
Oft bleibe das Verhaltensmuster der geliebten Person lange unangetastet, erklärt der Psychologe weiter. Denn meistens suchen die Personen, die mit ausweichenden Persönlichkeitstypen in einer Beziehung sind, erst selbst Hilfe und Rat bei Freund:innen oder sogar in einer Therapie, weil sie hoffen, durch eine Anpassung ihres eigenen Verhaltens etwas an der Situation zu ändern.

Der passiv-aggressive Persönlichkeitstyp

Dieser Typ sorgt oft für Verwirrung oder Frustration. Warum ist er so verwirrend? Weil das Verhalten der Person (ob nun in Mimik, Gestik oder mit Wörtern) einfach nicht zu den Inhalten zu passen scheint, die gesagt werden. Das Parade-Beispiel sei laut Seth Meyers ein unfassbar wütender Mensch, der die Zähne zusammenbeiße, den Kiefer aufeinanderpresse und mit ruhiger Stimme ein: "Mir geht es wirklich gut" herausbringe.
Das Ergebnis: Der:die Partner:in weiß nie so richtig, warum der passiv-aggressive Typ aufgebracht ist, was zu Frust oder Wut führen kann – oder eben dazu, dass der:die Partner:in sich Sorgen darüber macht, wie er:sie sich gegenüber der passiv-aggressiven Person verhalten soll. Daraufhin geht er:sie dann ängstlicher beziehungsweise vorsichtiger auf den:die andere zu.
Der:die Empfängerin laufe quasi die meiste Zeit wie auf Eierschalen, so Psychologe Seth Meyers. Denn: Er:sie wisse nie genau, welches Feedback von dem:der Partner:in zu erwarten sei. Teilweise entstehe das Gefühl, dass der passiv-aggressive Mensch sein Verhalten aus Genugtuung oder Spaß an der eigenen Verärgerung ausübe und so würden auch Vertrauensprobleme entstehen, erklärt Meyers weiter. 
Über einen längeren Zeitraum sei Verbitterung oft die Folge. Irgendwann falle dem:der Partner:in dann auf, dass die Beziehungsdynamik überwiegend unfair sei. Wenn die Beziehungspartner:innen die Konstellation vor sich hin laufen lassen, führe das dann zu einer immer schwächer werdenden emotionalen Bindung der sich eigentlich Liebenden.

Der narzisstische Persönlichkeitstyp

Das narzisstische Tendenzen eine Herausforderung darstellen können, ist allgemein bekannt. Diejenigen, die mit der Persönlichkeitsstörung Narzissmus diagnostiziert werden, präsentierten sich nach außen oft in einer überlegenen Art und Weise und zeigen meist einen gewaltigen Mangel an Empathie gegenüber anderen Menschen auf. Wie bei den passiv-aggressiven Typen ist es bei den narzisstischen Typen aber oft so, dass sie nur einen Teil der Kriterien der Diagnose erfüllen.

Das Verwirrendste an narzisstisch veranlagten Menschen sei laut dem US-Psychologen Seth Meyers, dass ihr Auftreten und ihr Verhalten nicht mit ihren wahren Werten und Gefühlen übereinstimme, die sie meistens eher in sich begrüben. Stattdessen würden sie versuchen, den Anschein zu erwecken, dass sie alles unter Kontrolle hätten.
Auch wenn sie ihre Probleme nicht gegenüber anderen oder sogar sich selbst einräumen, so haben narzisstisch veranlagte Menschen doch oft Unsicherheiten über ihr Selbstbild. Sie vergleichen sich ständig mit anderen Personen – vor allem mit denjenigen, die mit ihnen in einer Beziehung sind – und sehen sich in einer Art ständigem Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Bestätigung, sie fühlen sich außerdem verletzlich oder sogar beschämt, wenn es um ihre eigenen Mängel geht.

Die Worte, die ein Narzisst an den:die Partner:in richtet, wirken oft leer, anstatt ehrlich. Sie sagen oft das, von dem sie glauben, dass ihr Gegenüber es hören will oder eben das, was ihre eigenen Bedürfnisse widerspiegelt. Das Selbst-Image ist dabei sehr wichtig. Sie reden meist darüber, was sie gerne fühlen oder glauben würden, aber nicht über ihre realen Gefühle und verleugnen dabei oft sich selbst. 

Sich um sich selbst kümmern

Menschen, die in einer Beziehung mit einem dieser Persönlichkeitstypen sind, entwickeln meist eine Vielzahl an negativen Gefühlen. Die Lösung sei es laut Seth Meyers, diese Gefühle anderen gegenüber zu äußern und ehrlich zu sich selbst zu sein. Darüber, was in der Beziehung nicht funktioniert. Familienmitglieder, Freund:innen oder ein:e Therapeut:in können dabei als Vertraute dienen, mit denen besprochen wird, wie das Leben in der Partnerschaft wirklich für sie ist.

Da die Persönlichkeitstypen selten ihre Partner:innen bestätigen, sollten sie sich Bestätigung und Feedback bei Vertrauten suchen. Außerdem rät der US-Psychologe, sich über den betroffenen Persönlichkeitstyp zu informieren. Mehr darüber zu lesen, helfe die Person auf emotionaler Ebene besser zu verstehen.

Verwendete Quelle: Psychology Today

lkl Brigitte

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