5-Minuten-Pause: So befreist du deinen Tag von unnötigem Frust

Frust und Ärger gehören zum Leben dazu – aber wer will schon ganze Tage damit verschwenden? Wir verraten dir, wie du deine Zeit besser gelaunt und weniger genervt verbringen kannst.

Manchmal nerven andere Menschen einfach! Fußgänger, die auf Radwegen spazieren gehen, dann aber rummotzen, wenn man als Radfahrer klingelt. Eltern, die man stundenlang nicht erreicht, weil sie wieder mal ihr Handy zu Hause gelassen haben. Und natürlich: Partner, die es am Abend nicht mal für nötig halten zu fragen, wie das Feedback-Gespräch mit der Vorgesetzten lief oder jedem Konflikt aus dem Weg gehen und so tun, als wäre alles in Ordnung. Grrrrr! Doch sich aufregen bringt in all diesen Fällen einfach nichts, bzw. trifft es den Falschen – wie ein arabisches Sprichwort besagt: "Sich über jemanden zu ärgern bedeutet, sich selbst für die Fehler anderer Leute zu bestrafen." So weit, so wahr. Stellt sich nur die Frage: Wohin dann mit dem Frust??

Sympathische Frau

5-Minuten-Pause: Ärgern auf Kommando

Die Autorin, Therapeutin und Beziehungscoach Daniela Bernhardt (von der wir übrigens auch das arabische Sprichwort gelernt haben) empfiehlt in ihrem Buch "Raus aus dem Beziehungs-Burnout", Frust und Ärger auf einen Zeitraum von maximal fünf Minuten zu beschränken. Ruhiges Plätzchen suchen, Timer stellen und los!

  • "Diese blöden Fußgänger! Denken die alle, sie sind allein auf der Welt?!"
  • "Wozu hat Mama denn eigentlich ein Handy, wenn man sie nie erreicht?" oder
  • "Ich habe ja nur eine Woche lang erklärt, wie wichtig dieses Gespräch ist. Aber wahrscheinlich reicht das für Männer einfach nicht."

Fünf Minuten lang so richtig auskotzen! 

Sobald die Eieruhr (bzw. das Handy) klingelt, ist es Zeit, gezielt an etwas Schönes zu denken. Das Stück Apfelstreuselkuchen, das im Kühlschrank auf uns wartet, die Verabredung zum Weinchen mit der Freundin oder die Tatsache, dass wir gesund und munter sind und in einem weitestgehend friedlichen Land leben. Du wirst sehen: Es geht! In den meisten Fällen brauchen wir die fünf Minuten nicht einmal – sich gezielt fünf Minuten lang zu ärgern, ist nämlich gar nicht mal so leicht ...

Frust ist eine Entscheidung

Auf die genaue Minutenzahl kommt es bei der Übung allerdings auch nicht an. Was zählt, ist die Erfahrung, dass wir selbst entscheiden (können), ob wir uns ärgern oder nicht. Wie wir die Dinge, also z. B. das Verhalten unserer Mitmenschen, wahrnehmen, bewerten und gewichten, bedingt, wie wir uns dadurch fühlen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn wir uns über eine Situation ärgern oder darunter leiden, macht das die Lage so gut wie nie besser. Im Gegenteil. Sind wir auf 180, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ausfallend oder verletzend werden, relativ hoch. Die Chance auf eine konstruktive Konversation dagegen eher gering.

Problem ist nur: Selbst wenn uns das klar ist, nerven uns andere manchmal einfach! Dann wiederum hilft es, um in dem Moment ruhig und gefasst zu bleiben, dass wir uns im Stillen das Versprechen geben können: "Darüber regst du dich nachher in deinen fünf Minuten richtig auf, jetzt hast du Wichtigeres zu tun!" Gleichzeitig ist das ein guter Test: Ist der Frust später noch da und "aktivierbar", hat er offensichtlich seine Berechtigung. Fragen wir uns dagegen, sobald der Timer läuft, was uns da eigentlich so getriggert hat – haben wir fünf Minuten gewonnen, um uns mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen ...

sus
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