VG-Wort Pixel

1, 2, 3, 4 ... Mit der 5-Sekunden-Regel wirst du entschlossener und seelischen Ballast los

5-Sekunden-Regel: Eine junge Frau auf einer Schaukel
© stockfour / Shutterstock
Dinge aufschieben und dich damit unnötig lange belasten ist deine Spezialität? Dann könnte die 5-Sekunden-Regel dein Leben erheblich verbessern. 

Keine Lust aufzuräumen, nicht genug Mut, deinen Vorgesetzten um ein Gespräch zu bitten und keine zündende Idee, was du deiner Freundin schreiben könntest, nachdem ihr so lange keinen Kontakt hattet und du dich plötzlich wieder nach ihr sehnst. Also lässt du's. Bis die Unordnung in deiner Wohnung, die Unzufriedenheit in deinem Job und die Sehnsucht nach deiner alten Freundin dich eines Tages so sehr quälen, dass es nicht mehr anders geht und du etwas unternehmen musst. Dummerweise ist es dann oft doppelt so schwer und Zeit hast du auch verschwendet.

So ist das mit der Prokrastination bzw. Aufschieberitis. Sie hält uns davon ab, unseren Impulsen zu folgen und Dinge gleich zu erledigen, nur um uns zu quälen und das Leben schwer zu machen. Doch zum Glück müssen wir uns das nicht gefallen lassen: Mit der 5-Sekunden-Regel können wir uns Prokrastination abtrainieren – oder es zumindest mal versuchen.

Wie funktioniert die 5-Sekunden-Regel?

Entwickelt wurde die 5-Sekunden-Regel von der US-amerikanischen Autorin und Motivationstrainerin Mel Robbins ("5 ... 4 ... 3 ... 2 ... 1 ... Go! Die 5-Sekunden-Regel") und sie funktioniert denkbar einfach: Verspüren wir einen Impuls etwas zu tun, zählen wir von 5 an rückwärts und legen nach 1 los. Zum Beispiel: "Ich müsste mal meinen Tisch aufräumen, 5, 4, 3, 2, 1 – auf geht's!". Oder "Ich würde gerne meiner alten Schulfreundin schreiben. 5, 4, 3, 2, 1 – liebe Isette, ich hoffe es geht dir gut! Ich denk an dich und würde mich freuen, mal wieder zu telefonieren. Wie wär's Mittwochabend? Lieben Gruß!". Fertig. Kein langes Überlegen und schon gar kein Dinge mit sich Herumschleppen. Einfach rückwärts zählen und machen.

Inspiriert von einer Rakete

Mel Robbins schwört auf diese Methode, nachdem sie sie selber ausprobiert und damit ihr Leben verändert habe. "Als ich 41 war, war mein Leben ein Scherbenhaufen", schreibt sie auf ihrer Website. Arbeitslos, Eheprobleme, Selbstbewusstsein im Keller. "Ich wollte mich ändern, konnte mich aber nicht dazu durchringen." Einer der Aspekte, der sie davon abhielt: "Es gab immer eine Ausrede."  

Eine Fernsehwerbung mit einer Rakete habe sie auf die Idee mit dem Countdown gebracht. "Ich dachte, was, wenn ich statt lange zu überlegen beim Weckerklingeln einfach aufstehe, wie eine Rakete beim Start einfach abhebt?" 5-4-3-2-1 habe bei ihr die Lücke zwischen Nachdenken und Machen geschlossen, schreibt sie weiter. Je mehr Dinge sie angepackt und erledigt habe, umso stärker sei ihr Selbstvertrauen geworden

Kann das wirklich funktionieren?

Aus psychologischer bzw. neurologischer Sicht ergibt Mel Robbins Methode durchaus Sinn: Erstens lenkt uns das Zählen davon ab zu zögern und nach Gründen zu suchen, einem Impuls nicht zu folgen (wer besonders intelligent ist, zählt vielleicht vorsichtshalber gleich auf Suaheli ...). Zweitens stellt uns der Countdown darauf ein, dass gleich etwas passiert. Und drittens fällt es uns leichter, auf ein konkretes Signal ("1") zu reagieren als auf einen vagen Vorsatz ("Ich würde gerne ...", "Ich müsste mal ..."). Somit tricksen wir mit der 5-Sekunden-Regel letztendlich uns selber aus, genauer gesagt die Seite von uns, die uns bremst und hadern lässt. 

Klingt trotzdem zu einfach, um zu funktionieren? Na dann ist es auf jeden Fall viel zu einfach, um es nicht zumindest einmal auszuprobieren.😉

sus

Mehr zum Thema