Die letzten Worte eines 11-Jährigen sind an uns alle gerichtet

Kurz bevor er seinem Hirntumor erlag, diktierte der elfjährige Finlay einen Brief an seine Eltern, seine Familie - und an den Rest der Welt.

Finlay und seine Eltern: Ein Bild aus glücklicheren Tagen. Im November letzten Jahres erlag der Elfjährige seinem Hirntumor. Kurz bevor er verstarb, diktierte er einer Freundin der Familie (von ihm liebevoll "Tante Claire" genannt) einen Brief, mit dem er sich verabschieden und bedanken wollte.

"Er konnte nicht offen darüber reden, dass er im Sterben lag. Aber dadurch, dass er den Brief diktierte, gelang es ihm doch, darüber zu sprechen.", so seine Mutter gegenüber dem britischen Telegraph.

Finlay hatte es nach seiner Diagnose geschafft, mit seiner Facebook-Seite Finlay's Journey über 100.000 Pfund für die Krebsforschung zu sammeln. Um mehr Aufmerksamkeit für die tödliche Krebserkrankung zu erzeugen, haben seine Eltern den Brief ihres Kindes nun öffentlich gemacht.

Die Worte des Jungen sind unglaublich gefasst und abgeklärt - und gleichzeitig geprägt von seiner Wut und Verzweiflung, schon so früh aus dem Leben scheiden zu müssen.

Finlays Brief im Wortlaut

"Warum tue ich das hier? Um den Menschen zu sagen, wie ich mich fühle.

Mein Name ist Finlay Church. Ich mag meinen Namen. Ich mag Schokolade und Essen generell. Ich habe es immer geliebt, zu essen.

Ich fluche manchmal in meinem Kopf. Manchmal, wenn ich Schmerzen habe, sage ich im Kopf das S-Wort.

Die Schmerzen fühlen sich an wie Schmerzen. Ich kann es nicht besser erklären, und ich habe es satt. Denn es ist langweilig und ich habe es satt, mich jeden Tag so zu fühlen.

Ich bin müde und meine Muskeln tun weh und ich habe es satt, so fett zu sein.

Ich sitze im Bett und meine Tante Claire fragt mich aus. Wie immer ist Tante Claire in Begleitung eines Drinks.

Wir gucken uns Fotos von meinen Freunden und meiner Familie an. Ich liebe alle Bilder, die da zu sehen sind.

"Ich habe ein kleines bisschen Angst, wegen dem Krebs"

An diesem Punkt in meinem Brief würde ich meiner Mutter gerne "Hopp, hopp!" zurufen, damit sie mir Tee bringt.

An meine Mama - ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll. Ich bin es einfach so leid. Ich habe es satt, das hier durchzumachen.

Ich liebe meine verrückte Mama, du bist irre, verrückt, unglaublich und der Wahnsinn! Du hilfst mir, das hier durchzustehen, du wäschst mich, du gibst mir mein Essen und du hast mich lieb. Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich dich liebe und wie wichtig mir deine Unterstützung ist. Du bist die beste Mama auf der Welt.

Ich habe ein kleines bisschen Angst, wegen dem Krebs.

"Ich liebe dich so sehr, weil du dich um mich kümmerst und sorgst"

Mein Papa! Du hast einen klareren Kopf als Mama und bist reifer. Ich liebe dich so sehr, weil du dich so um mich kümmerst und sorgst, und dich nicht so oft betrinkst wie Mama.

Macca, du bist ein wirklich netter Bruder. Du bist da, wenn ich das möchte. Ich weiß, es macht dir oft zu schaffen, mich in so schlechter Verfassung zu sehen, aber ich weiß, dass du mir das Beste wünschst.

Ich liebe dich, auch wenn die Leute uns ständig für Zwillinge halten, obwohl ich zwei Jahre älter bin als du. Ich gebe Mama die Schuld, weil sie uns immer gleich angezogen hat.

Tegan, du nervst manchmal ziemlich, aber ich werde dich immer lieben und verzeihe dir alles, weil du einfach so niedlich bist.

Rico, mein Hund, du drolliges Wollknäuel. Du hast meine Familie verbessert und das Unwahrscheinliche möglich gemacht. Ich wünschte, du hättest ein Hirn und einen Maulkorb.

"Ich habe Angst davor, den Kampf zu verlieren"

An den Krebs: F-dich, Krebs. Du hast mein Leben verändert. Im Guten wie im Schlechten.

Sollen wir mit dem Guten anfangen? Wir haben einen Hund bekommen, er hat die Familie enger zusammengebracht, wir haben tausende von Pfund für die Gehirntumor-Forschung und das Kinderkrankenhaus Birmingham gesammelt.

Ich habe Dinge erlebt, die ich nie für möglich gehalten hätte, dank der Gemeinschaft hier vor Ort, und meiner Familie und Freunden.

Ich bin einfach so glücklich, dass Menschen geholfen haben.

Und jetzt zur besch... Seite von Krebs. Echter Schrott sind die Medikamente, und sich so dreckig zu fühlen.

Ich habe etwas Angst davor, den Kampf zu verlieren. Ich hoffe, dass mir das nicht passiert. Ich muss einfach weiterkämpfen.

Wenn ich groß bin, will ich der am besten bewaffnete Polizist sein, den es in Birmingham je gab.

Ich möchte meiner Gemeinde helfen um mich dafür zu bedanken, dass sie mich so großzügig unterstützt haben.

Ein Vermächtnis der Dankbarkeit

Kurz darauf verlor Finlay endgültig den Kampf gegen seinen Hirntumor. Seine Familie ist froh, sich in ihrer Trauer an diesem Brief festhalten zu können, in dem Finlay jedem Einzelnen von ihnen noch einmal sagt, wie viel sie ihm bedeutet haben. Und dass er in seinen letzten Momenten vor allem von Dankbarkeit für die Liebe und Unterstützung geprägt war, die er erleben durfte. Dass sein letzter Gedanke der Wunsch war, diesen Einsatz an die Gemeinschaft zurückzugeben zeigt, was für ein bemerkenswerter Erwachsener aus ihm geworden wäre, hätte das Schicksal ihm keinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Man kann ihm nur Recht geben: F-dich, Krebs, aber wirklich!

Für diese Organisation hatte Finlay bis zuletzt Spenden gesammelt. Bleibt zu hoffen, dass sein Engagement auch weiterhin dafür sorgt, dass Interesse und Finanzierung der Krebsforschung nicht nachlassen.

heh
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