An solche Leute erinnert ihr euch – und es sind nicht die attraktivsten☝️

An manche Leute erinnert man sich ewig – andere Gesichter sind schon nach Minuten vergessen. Warum das so ist, haben Forscher ergründet.

"Wie hast du mich gefunden? Einer von 80 Millionen... ", sinniert Max Giesinger in seinem Radio-Hit. Und wir kennen das alle: Versuch’ mal, dich an die Gesichter der Menschen zu erinnern, die gestern mit dir in der Schlange an der Supermarktkasse standen. Na, ist das nicht eher eine anonyme Menge? Diverse Gesichter, aber keines, das besonders hängen geblieben ist.

Führerschein durchgefallen

Oder vielleicht doch – und wenn ja: An welchen Menschen erinnerst du dich besonders?

Warum wir uns an manche Leute besonders gut erinnern, andere Gesichter hingegen schon nach Minuten vergessen haben, das haben Forscher in einer Studie untersucht. Die Psychologen wollten herausfinden, inwiefern sich Attraktivität auf das Wiedererkennen von Gesichtern auswirkt.

Symmetrie macht attraktiv – aber nicht einprägsam

Dass wir im Allgemeinen Menschen dann als besonders attraktiv empfinden, wenn ihre Züge besonders symmetrisch und "gewöhnlich" sind, ist so weit bekannt. Klingt zwar fies, leuchtet aber ein: Die Warze auf der linken Wange oder das hängende rechte Oberlid des Gegenübers finden wohl spontan die wenigsten ausdrücklich "schön".

Deshalb ging man bisher auch davon aus, dass sich erstere, also als attraktiv empfundene Gesichter, auch am meisten einprägen: "Einfach weil wir schöne Gesichter lieber betrachten", wie einer der Studien-Leiter, Dr. Holger Wiese von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, erklärt. 

Aber die Untersuchung der Psychologen zeigt: Hübsche Gesichter – ohne besonders auffällige Merkmale – prägen sich deutlich weniger ein! "Wir konnten zeigen, dass sich Testpersonen sogar eher an unattraktive Gesichter erinnern als an attraktive, wenn diese keine besonders auffälligen Merkmale aufweisen", sagt Wiese.

Du hast Segelohren oder große Augen? Glückwunsch!

Für den Versuch zeigten die Psychologen den Probanden wenige Sekunden lang verschiedene Gesichter. Die Testpersonen mussten hinterher in einem zweiten Bilder-Durchlauf angeben, ob sie die gezeigten Personen bereits gesehen hatten oder nicht.

So zeigten die Forscher: Von der Norm abweichende Merkmale wie Segelohren oder besonders große Augen werden vielleicht nicht direkt als attraktiv empfunden – prägen sich aber ein. Wiese: "An solche Gesichter erinnern wir uns ziemlich gut."


Aber Moment! Wenn da nun ein besonders schnieker Typ neben einem im Bus-Wartehäuschen steht, prägt sich der nicht besonders ein? Hm. Mal in den eigenen Erinnerungen kramen. Klar, wenn der Kerl so hot ist, dass einem schon vom Hinschauen die Röte ins Gesicht steigt – das macht Eindruck. Jedenfalls für den Augenblick. Denn wirklich lange bleibt die Erinnerung an diesen anonymen Typen dann ja doch nicht hängen. Oder kannst du dich noch wirklich an den Hottie von vor drei Wochen beim Bäcker erinnern? 🤔

Das Studienergebnis der Forscher erscheint also durchaus logisch. Vielleicht eine kleine Erleichterung für alle, die bislang mit ihren ungewöhnlichen Augenbrauen, ihrer Nase, Ohren, oder anderen "Makeln" gehadert haben: Hey, unsere vermeintlichen Schönheitsfehler machen uns unvergesslich!

(Vielleicht ist das ja auch die Antwort für dich, lieber Max: "Ich weiß es nicht, doch ich frag' es mich schon…" Und für alle, denen jetzt Giesingers Stimme im Ohr dudelt – bitte sehr! 💁  "Dededöp … dededöp …")


Wer hier schreibt:

Themen in diesem Artikel