Angst vor dem Altern: 3 Generationen erzählen

Wovor haben Frauen Angst, wenn sie ans Alter denken? Drei Generationen schildern, was sie umtreibt.

Unsere neue Serie: "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns selbst bewegen und beschäftigen - über die Partnersuche, die Liebe, die Eltern, die Schönheit, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, dass die verschiedenen Generationen, die in unserer Redaktion vertreten sind, ganz unterschiedlich ticken.

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Daher beginnen wir nun in loser Folge die Serie "3 Generationen erzählen", in der Frauen aus dem BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen!

Wir starten mit der Angst vor dem Altern:

Rosita (18) hat Angst davor, den falschen Weg zu wählen

"Als Schülerin äußert sich die Angst vor dem Alter auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Es ist die Befürchtung, gewisse Erwartungen - seien es die eigenen oder die der Eltern und Lehrer -  nicht erfüllen zu können. Es wird vielleicht nicht immer ausgesprochen, aber letztlich hoffen junge Erwachsene, 'etwas aus sich zu machen'. Doch was genau, das wissen die wenigsten.

Deshalb orientieren wir uns an Erfolgsbeispielen – daran, was in unserer Gesellschaft belohnt und gefeiert wird. Oftmals ist das Geld, beziehungsweise Berufe, in denen man gut verdient.

Doch reicht uns das wirklich? Was passiert mit unseren jugendlichen Träumen, mit unseren eigenen Wünschen, wie etwa die Welt zu bereisen?

Vielleicht haben diese keinen Platz mehr in unserer Zukunft, wenn wir 'etwas werden' wollen. Wenn Jugendliche Angst haben, alt zu werden, dann heißt das, dass sie Angst haben, die falschen Schritte zu gehen, die falsche Richtung zu wählen und sich ihre Zukunft zu verderben. Es heißt aber auch, dass sie beginnen zu reflektieren und sich fragen: Wonach strebe ich eigentlich?"

Saskia (28) hat Angst vor dem Rentenalter

"Angst vorm Alter? Hatte ich bis vor kurzem nicht. Die Hälfte meiner 28 Lebensjahre war ich überzeugt davon, ohnehin niemals bis zur Rente zu kommen. Mittlerweile glaube ich zwar schon, mit meinem Lebenswandel ein einigermaßen hohes Alter erreichen zu können, aber in die Zuversicht mischt sich zunehmend die Sorge, wie dieser Lebensabschnitt aussehen soll.

Zum einen finanziell – viele meiner Freundinnen kaufen jetzt Grundstücke, bauen, sichern sich ab. Ich zahle immer noch meinen Studienkredit ab. Für den Nestbau bleibt da nichts.

Zum anderen mache ich mir neuerdings Gedanken um mein Aussehen. Im Spiegel einer Umkleidekabine hat mich neulich zum ersten Mal Cellulite angelacht. Das hat mich nachdenklich gemacht. Genauso wie der Kommentar meiner Begleiterin (Ü-30): 'Tja, da kannste dich ab jetzt drauf einstellen. Und die Kilos gehen auch nicht mehr so leicht runter. Früher hab' ich einfach zwei Tage Salat gegessen, wenn ich ins Schwimmbad wollte, und voilà. Aber heute...?'

Mein Entschluss: Weniger an mir herummäkeln. Wenn ich mich jetzt schon nicht selbst liebe, wie soll das dann erst in 30 Jahren werden? Und nächstes Mal mit dem Bankberater vielleicht doch mal über die Altersvorsorge sprechen ..."

Susanne (51) hat Angst vor der Endlichkeit

"Früher dachte ich, dass eine Frau ab 50 nicht mehr viel zu lachen hat: im Berufs- und Familienalltag einbetoniert, nichts Aufregendes mehr vor Augen, unsichtbar für die Männer. Doch das ist alles nicht eingetroffen. Mir geht’s gut, ich mache mir das Leben möglichst schön, und ich werde begehrt und geliebt. 

Heute besteht meine Angst vor dem Alter darin, dass mir meine Endlichkeit sehr bewusst ist: Weil viele Eltern in meinem Umfeld krank werden und sterben - auch meine eigenen -, und weil die Zeit rast. Ein Jahr vergeht in meinem Alter wie im Flug. Das Lebensende ist am Horizont aufgetaucht, und es geht nicht mehr weg.

Wenn ich unverschämtes Glück habe, habe ich noch 30 gute Jahre, und das fühlt sich nach wenig an. Aber auch dieses Gefühl hat eine positive Seite: Ich schätze mein Leben und versuche, es auszukosten. Ich bin dankbar, dass ich es habe."