Tschüss, Frust! 3 Wege zur inneren Freiheit

Wir optimieren uns so durch, dass wir am Schluss nichts mehr genießen können. Wir geben Tipps, wie ihr das ändern könnt.

"Wir leben nicht, wir überlegen, wie wir leben sollten", sagt die amerikanische Psychologin Lisa Firestone gegenüber Psychology Today und trifft damit einen Punkt. Auch wenn wir uns ständig einreden, dass es wichtig ist, den Moment zu genießen - wir können nicht aufhören, uns optimieren zu wollen. Was könnte in unserem Job besser laufen, was in unserer Beziehung? Dabei haben wir den Kopf so voll mit "muss-ich-tun", dass wir vergessen, was hier und jetzt um uns passiert.

Wann haben wir die Kassiererin im Supermarkt das letzte Mal bewusst angeschaut, als sie uns bedient hat? Oder haben den Anfang einer Beziehung genossen, ohne darüber nachzugrübeln, wie lange sie wohl halten wird? Lisa Firestone gibt drei Tipps, wieder bewusster den Alltag zu erleben.

1. Die inneren Kritiker zur Ruhe bringen

Diese kleinen Stimmen sind treue Begleiter für viele Menschen. In Situationen flüstern sie uns gern zu: "Wenn du nicht die Beste bist, bist du nichts." Wenn wir uns verliebt haben, sagen sie: "Der verlässt dich wieder." Und wenn wir beruflich etwas Neues starten, mahnen sie: "Du wirst irgendwann pleite sein."

Es ist zwar sinnvoll, auf Erfahrungen zurückzugreifen, aber viele Dinge haben wir gar nicht negativ erlebt. Es nützt natürlich auch nichts, diese Gefühle wegzudrücken. Aber man könnte sie differenzierter sehen. Wichtig ist, liebevoller mit sich umzugehen. Wenn ein Gedanke kommt wie "Das schaffe ich nicht", könnte man innehalten und sich sagen: "Ich weiß, dass ich Angst davor habe. Aber ich versuche einfach mal, an mich zu glauben und probiere es aus."

Eine andere Methode wäre, in eine andere Aktion zu gehen. Wenn man anfängt zu grübeln, einfach aufstehen und etwas anderes tun. Auch das kann ablenken und den inneren Kritikern sagen: "Ich lasse mich jetzt nicht auf euch ein."

2. Gefühle zulassen

Vieles, was wir tun, ist darauf ausgelegt, Angst und Traurigkeit zu vermeiden. Wir fürchten uns vor Auseinandersetzungen oder Dingen, die der andere sagen könnte, die uns verletzen. Deshalb schweigen wir lieber oder reden um das Thema herum. Dabei ist es befreiender, Angst und Traurigkeit zuzulassen. Sie ermöglichen uns, Gespräche zu führen, die vielleicht erst einmal schmerzhaft sind, aber auf lange Sicht befreien.

3. Den Fokus ändern

Wir richten unsere Aufmerksamkeit oft auf das Ziel. Wir möchten ein Projekt erfolgreich abschließen, mehr Geld verdienen oder beispielsweise unbedingt heiraten. Und was passiert, wenn wir es erreicht haben? Viele fühlen sich dann merkwürdigerweise leer. Wir fühlen unsere Energie nämlich, während wir etwas tun. Nicht am Ziel.

Deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Energie und unsere Achtsamkeit auf dem Weg spüren. Oder wie der Achtsamkeitsexperte Jon Kabat-Zinn rät: "Achte auf die Gegenwart, als wäre dein Leben von diesem Augenblick abhängig."

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