Bob-Kirk-Effekt: Was andere über dich denken – wenn sie nur deinen Namen hören

Wenn wir einen Menschen zum ersten Mal sehen, bilden wir uns innerhalb von Sekunden eine vorläufige Meinung – und genau das gleiche passiert, wenn wir nur seinen Namen hören ...

Frisur, Schuhe, Geschlecht, Handschlag. Wenn wir einen Menschen kennenlernen, bestimmen zum Teil die banalsten und oberflächlichsten Merkmale – die wir oft nicht einmal bewusst wahrnehmen – wie wir zu ihm stehen und was wir für den ersten Moment über ihn denken (anhand welcher Kleinigkeiten andere über dich urteilen, erfährst du in unserem Artikel). Doch dafür müssen wir ihn einer kanadischen Studie zufolge nicht einmal sehen: Um uns ein Bild von einer Person zu machen, so fanden Psychologen der University of Calgary heraus, genügt es unserem vorschnell urteilenden Gehirn, einfach nur ihren Namen zu hören!

Sympathische Frau

Maluma-Takete-Phänomen: Klänge prägen unsere Vorstellungen

Dass wir mit bestimmten Lauten aufgrund ihres Klangs gewisse Assoziationen verbinden, ist schon sehr lange bekannt und vielfach kulturübergreifend nachgewiesen. Weiche, stimmhafte Laute wie m, l, b, n, g wirken auf uns eher sanft, "rund" und angenehm; stimmlose, harte Phone wie p, k, t dagegen "kantig", stark und einschüchternd.

Bereits vor gut 90 Jahren wurde dieses Phänomen mit dem "Maluma-Takete-Effekt" beschrieben: Versuchspersonen, die die Aufgabe gestellt bekamen, bedeutungslose Lautkombinationen wie "Maluma" und "Takete" entweder einer runden oder einer eckigen Form zuzuordnen, ordneten mit signifikanter Mehrheit "Maluma" der runden und "Takete" der eckigen Figur zu. 

Bob-Kirk-Effekt: Vornamen prägen unsere Vorurteile

Wie die beiden kanadischen Wissenschaftler David Sidhu und Penny Pexman nun in einem abgewandelten Experiment herausfanden und in "Current Directions in Psychological Science" veröffentlichten, gelten ähnliche Regeln auch für Vornamen: In ihrem Versuch ließen die zwei Psychologen mehr als 100 Studenten die Vornamen "Bob" und "Kirk" sowie "Molly" und "Kate" jeweils weichen, rundlichen oder harten und drahtigen Comicfiguren zuordnen. Für rund 70 Prozent hießen die rundlichen Helden "Bob" oder "Molly", die kantigen dagegen "Kirk" und "Kate". Doch das ist noch nicht alles.

Neben Assoziationen zum Aussehen fragten die Psychologen auch einige Eigenschaften ab: Während "Bobs", "Mollys", "Julias" und "Dans" mehrheitlich Attribute wie lustig, sympathisch und gemütlich zugeordnet wurden, verbanden die Versuchspersonen mit "Kirk", "Kate" oder "Patrick" eher aggressive, durchsetzungsstarke und dominante Charaktere. 

Wer also mal ein Blind Date mit einem Michael hat und sich auf einen lustigen, gemütlichen Abend freut: Nicht enttäuscht sein, wenn sich der lustige Michi hinterher als ernsthafter Kurt entpuppt ...

sus
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