Böse Menschen: Wie viel Böses steckt in dir?

Keine Frage, wenn es gute Menschen gibt, muss es auch böse Menschen geben. Aber was zeichnet sie aus, wie gehen wir mit ihnen um – und: Wie viel Schlechtes steckt in dir?

Bevor wir uns den Abgründen der menschlichen Seele widmen, müssen wir einmal festhalten, dass Menschen in erster Linie wahnsinnig rührende und liebenswerte Wesen sind. Wir freuen uns, wenn wir anderen helfen können, jemanden finden, mit dem wir uns gut verstehen, das Gefühl haben, unser Leben sei schön oder bedeutsam oder in der dunklen Jahreszeit jeden Sonntag eine neue Kerze anzünden dürfen. Liebenswert und rührend!

Aber was eben auch zum Menschsein dazugehört: Zweifeln, hinterfragen, bewerten, urteilen und einordnen. Besonders bewährt hat sich dabei ein System, das auf Gegensatzpaaren beruht: Klein und groß, schnell und langsam, dumm und intelligent und natürlich gut und böse. Deshalb, also aufgrund unserer eigenen, subjektiv menschlichen Weltordnung (die im Großen und Ganzen offensichtlich überragend gut funktioniert), empfinden wir manche Leute als besonders gut, andere dagegen als eher böse Menschen. Zum Glück! Denn während wir uns an guten Menschen orientieren können, sollten wir uns vor bösen besser in Acht nehmen

Böse Menschen: Der D-Faktor

Serienmörder, Vergewaltiger, Betrüger oder historische Horror-Clowns wie Adolf Hitler und Osama bin Laden – die meisten denken bei bösen Menschen spontan wahrscheinlich an ähnliche Typen und Kategorien. Doch gibt es etwas, das sie alle eint? Merkmale und Eigenschaften, anhand derer sie sich erkennen lassen? Ja, die gibt’s und Wissenschaftler haben sie unter dem Begriff „D-Faktor“ oder auch „Faktor-D“ zusammengefasst (für „dark factor“). Je höher der D-Faktor eines Menschen, umso eher würde man von ihm sagen, dass er eine dunkle, schlechte Persönlichkeit hat. Also, grob gesagt, eine hohe Bereitschaft aufweist, anderen Menschen zu schaden, um seine eigenen Interessen durchzusetzen. Folgende Eigenschaften machen den D-Faktor aus – angelegt und in Maßen vorhanden sind sie zwar in jeder Persönlichkeit, doch nur bei bösen Menschen sind sie besonders ausgeprägt. 

10 typische Eigenschaften böser Menschen

1. Egoismus

Böse Menschen stellen ihr eigenes Wohlergehen so weit über das der anderen, dass sie dafür sogar deren Leid und Unglück in Kauf nehmen. 

2. Gier

Böse Menschen sind besonders gierig und niemals zufrieden. Selbst wenn sie eigentlich schon genug von etwas haben (vor allem materielle Dinge wie Geld, aber auch so etwas wie Macht, Erfolg, Berühmtheit etc.), wollen sie immer mehr – weil sie anderen nichts gönnen. 

3. Machiavellismus

Typisch für böse Männer und Frauen ist eine sehr zynische Weltsicht, sie sind davon überzeugt, dass es weder echte Gerechtigkeit noch wahre Liebe gibt. Deshalb agieren sie im Umgang mit anderen berechnend und manipulativ, führen soziale Beziehungen vorwiegend aus strategischen Gründen, wenn sie sich davon Vorteile versprechen. 

4. Moralische Enthemmung

Eine Sache können böse Personen besonders gut: Skrupel und Gewissensbisse vermeiden! Indem sie sich zum Beispiel einreden, unschuldiges Opfer zu sein und in ihren Mitmenschen nur das Schlechte sehen, fühlen sie sich immer im Recht, aber nie in der Verantwortung. 

5. Narzissmus

Narzissten sind häufig Energievampire, weil sie von ihrem Umfeld zwar Aufmerksamkeit und Bestätigung verlangen (und alles dafür tun, sie zu bekommen), dabei aber keinerlei (Selbst-)Kritik oder Ansprüche an sie dulden. Auch böse Menschen sind oft überdurchschnittlich narzisstisch, haben einen hohen Geltungsdrang und sind dabei von ihrer Großartig- und Wichtigkeit fast schon beneidenswert überzeugt. 

6. Große Ansprüche

Unverhältnismäßig große Ansprüche zu haben, zum Beispiel davon auszugehen, dass einem selbst das Bett zusteht, während der Rest auf dem Boden schläft, sehen Wissenschaftler ebenfalls als Kriterium für einen hohen D-Faktor.

7. Psychopathie

Von allen genannten Kategorien ist psychopathisches Verhalten wohl das, woran man böse Menschen als Außenstehende am besten erkennen kann: Sie legen einen sehr auffälligen und ungewöhnlichen Umgang mit Emotionen an den Tag. Einerseits zeigen sie keinerlei Empathie, Mitgefühl oder Verständnis, andererseits können sie ihre Gefühle, wenn sie beispielsweise etwas nicht bekommen, schon mal so unkontrolliert und ungefiltert ausleben wie kleine Kinder. 

8. Sadismus

Böse Menschen sind typischerweise sadistisch, das heißt, es bereitet ihnen Freude und Genugtuung, andere zu quälen und zu erniedrigen.

Falls du gerade rot geworden bist: Sexspielchen ausgenommen! Wenn du deinen D-Faktor im Bett auslebst, aber in den übrigen Lebensbereichen nicht, bist du keine böse Frau. 

9. Selbstbezogenheit

Egoismus, psychopathische Tendenzen, Sadismus – all diese Eigenschaften können sich nur im Zusammenhang mit einer überdurchschnittlichen Selbstbezogenheit stark ausprägen, also einem übertrieben großen Fokus auf sich selbst, der die Bedürfnisse und Empfindungen anderer komplett ausblendet.

10.Gehässigkeit

Schadenfreude ist die schönste Freude? Oh je, der D-Faktor lässt grüßen! Wirklich bedenklich wird es, wenn jemand sogar eigene Nachteile in Kauf nimmt, um seine Mitmenschen leiden zu sehen. So jemanden kann man echt nur schwer als gut bezeichnen ...

Du befürchtest, in dir könnte auch eine gewisse Portion Böses stecken? Hier kannst du den D-Faktor-Test machen.

Wie sollte man böse Menschen behandeln?

Genau wie für Energievampire gilt auch für böse Menschen: Sie sind es nicht mit Absicht! Niemand entscheidet sich dazu, schlecht zu sein und seinem Umfeld oder der Gesellschaft gezielt Schaden zuzufügen oder zur Last zu fallen. Wie hoch der D-Faktor bei jedem einzelnen ist, hängt von vielen Umständen ab, unter anderem Veranlagung, Erfahrung und einer großen Portion Zufall bzw. Glück oder Pech. 

Die schlechte Nachricht: Wenn dir ein böser Mensch in die Quere kommt, ist das Beste (und einzige), was du tun kannst, ihn zu meiden. Wir können andere nun mal nicht ändern oder ihnen helfen, wenn sie sich nicht selbst ändern oder helfen lassen wollen. Wer sich mit schlechten Leuten umgibt, die weder Mitgefühl noch Skrupel kennen, wird früher oder später unter ihnen leiden – und Probleme kriegen, das Gute in sich selbst zu bewahren und zu beschützen.

Wenn man sich in das Leben einer bösen Person einmischt, dann allenfalls, indem man andere vor ihr warnt oder sie bei entsprechenden Stellen (Polizei, Vorgesetztem, Personalabteilung) meldet, sofern es einen triftigen Grund dafür gibt und sie sich etwas zu Schulden kommen ließ. Im Idealfall sollten schließlich gerechte Strafsysteme und eine professionelle, psychologische Betreuung bösen Menschen dabei helfen, aus dem Kreis des Bösen auszubrechen. 

Die gute Nachricht: Wer in sich selbst eine Tendenz zum Bösen erkennt, kann sich ändern, wenn er das möchte! Ein erster Schritt muss dabei sein, sich die eigene Bosheit einzugestehen, zu identifizieren und zu verstehen, warum man schlecht und rücksichtslos handelt. Nur auf dieser Grundlage lassen sich Gewohnheiten durchbrechen und festgefahrene Verhaltensmuster überwinden. 

Sicher kann es je nachdem, wie hoch der D-Faktor ist und über wie viele Jahre man den „dark strategies“ schon gefolgt ist, schwierig werden, sich von einem bösen zu einem guten Menschen zu entwickeln. Aber es ist möglich und die Mühe definitiv wert! Schließlich können böse Menschen nicht nur andere niemals wirklich lieben. Sie können auch keine echte Selbstliebe lernen, kein richtiges Glück, keine Zufriedenheit empfinden. Dann besteht zwar der Sinn und Zweck ihrer Existenz immer noch darin, das Gute aufzuwerten (was ironischerweise wahrscheinlich das Letzte ist, was sie wollen). Aber ein schönes, glückliches Leben sieht definitiv anders aus. 

Videotipp: Dein Sternzeichen verrät, wie viel Böses in dir steckt

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