Ruhe bewahren: 4 Tipps, wie du jetzt am besten runterkommst

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Ausnahmezustand, einige Politiker sprechen sogar von Krieg. Wie soll man da als einzelner Mensch Ruhe bewahren? Wir haben vier Ideen.

Das Coronavirus bzw. unsere Entscheidung, seine Ausbreitung durch Social Distancing zu verlangsamen und auf diese Weise Menschen zu retten, die wir lieben, versetzt uns in die außergewöhnliche Situation, nicht ständig auf Achse zu sein und etwas unternehmen zu können. Warum nutzen wir diese Gelegenheit nicht zur Selbstfindung und -besinnung, heißt es nun oft. Eine super Idee, die wir absolut unterstützen – allerdings ist es für einige vielleicht gar nicht mal soooo leicht, ihre Mitte zu finden, während sie sich um ihre Eltern sorgen, ständig lesen, wie viele Hundert Menschen im "Krieg" gegen das Virus heute wieder ihr Leben gelassen haben, und menschenleere Straßen vorfinden, wenn sie vor die Tür gehen.

Mit anderen Worten: Obwohl wir alle wissen, dass niemandem damit geholfen ist, wenn wir uns jetzt verrückt machen, kann es mitunter ganz schön schwer sein, Ruhe zu bewahren. Folgende Maßnahmen können genau dabei aber helfen.

4 Tipps, wie du jetzt innere Ruhe bewahren kannst

1. Informationsflut kanalisieren

Wir alle wissen mittlerweile, was wir zu tun haben und wie wir helfen können – und das ist in diesem Augenblick die Hauptsache. Für die meisten Menschen (ausgenommen z. B. Politiker, Journalisten etc.) genügt es, sich ein bis zweimal am Tag gezielt upzudaten und zu informieren. Sich 24/7 mit dem Virus zu befassen, macht dagegen in der Regel wenig Sinn (wenn man nicht gerade an einem Impfstoff dagegen arbeitet). In unserem Special "Gemeinsam gegen Corona" findest du zum Beispiel Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie laufend aktuelle Neuigkeiten.

2. Dich auf das konzentrieren, was du kontrollieren kannst

Bislang können wir, die nicht im Gesundheitssystem tätig sind, dem Coronavirus nichts entgegensetzen, als ihm durch Social Distancing den Weg abzuschneiden, was wiederum mit einer drastischen Einschränkung unserer Freiheit einhergeht. In einigen weckt diese Situation ein Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust, das manchmal auch mit Unruhe und Panik verbunden sein kann. Dagegen hilft, sich verstärkt auf das zu konzentrieren, was in unserer Hand liegt – z. B. wie wir uns ernähren, womit wir unsere Zeit verbringen, in welchem Zustand unsere Wohnung ist. Challenges, sich Ziele setzen und dem Tag durch konkrete Pläne und To-Do-Listen Struktur geben sind, wenn du unter dem Gefühl extremer Hilflosigkeit leidest, gute Maßnahmen, um dich zu beruhigen (Inspiration für deinen Tagesplan findest du in unserem Artikel "Ideen gegen Langeweile").

3. Meditieren, durchatmen und schlafen

Köper und Geist sind eine Einheit – deshalb wirken Atemübungen gegen Stress mitunter wahre Wunder. Im Schlaf und auch beim Meditieren können wir die Erlebnisse dieser Tage zudem oftmals sogar besser verarbeiten als durch Nachdenken. Insofern sind eine gesunde Schlafroutine und körperliches Abschalten für viele großartige Beruhigungsmittel.

Einschlafen in 60 Sekunden

4. Loslassen – und zwar den Anspruch zu funktionieren

Normalerweise haben wir stets den Anspruch zu funktionieren, uns weiterzuentwickeln und voranzukommen. Doch durch das Coronavirus ist vieles zur Zeit on hold. Unser gut geöltes System, in dem wir alle kleine Rädchen sind, stockt nun einmal für ein paar Momente – und vielleicht täte es einigen von uns ganz gut, nicht zwanghaft zu versuchen, sich wie gewohnt weiterzudrehen. Für manche Leute ist jetzt einfach nicht die Zeit, sich Challenges und Ziele zu suchen, sondern sich fallenzulassen und in sich hinein zu spüren. Nicht laufen zu gehen, um die eigene Ausdauer zu verbessern, sondern weil man das Bedürfnis nach Bewegung hat. Nicht Klavierspielen, um ein neues Stück zu lernen, sondern weil es einem hilft. Bald müssen wir uns sowieso wieder alle schneller drehen und funktionieren wie früher. Und bis es so weit ist, verpassen wir nichts und machen auch nichts kaputt, wenn wir einen Gang runterschalten – im Gegenteil.

sus
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