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Alltags-Auszeiten Wie Mikropausen dich gesünder und produktiver machen

Entspannte Frau: Wie Mikropausen dich gesünder und produktiver machen
© Алина Троева / Adobe Stock
Kleine Pausen während des Arbeitsalltags sind wichtig, damit wir gesund und leistungsfähig bleiben. Wer am meisten von Mikropausen profitiert – und wie du deine kleine Auszeit besser nicht verbringen solltest.

Einfach mal kurz durchatmen, die Augen schließen, ein paar Schritte gehen. Wie wichtig Pausen für die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit sind, wissen wir im Prinzip schon lange. Ein rumänisches Forschungsteam hat jetzt 22 Studien aus den vergangenen 30 Jahren zu dem Thema analysiert und dabei bestätigt, dass Menschen nach Mikropausen energiegeladener und weniger müde sind. Als Mikropause zählt alles, was uns zwischen einigen Sekunden und zehn Minuten Ablenkung von der aktuellen Tätigkeit schenkt.

Wer hat am meisten von Mikropausen?

Die Forschenden fanden allerdings heraus, dass es auf die Art der Tätigkeit ankommt, bei der Menschen sich eine kleine Siesta gönnen. Denn Personen, die eine sehr routinierte Arbeit ausführen, und solche, die eine kreative Aufgabe vor sich haben, profitieren besonders von Mikropausen: Wer einem Job nachgeht, bei dem er halb automatisch recht einfache Tätigkeiten ausführt – etwa das Pflegen von Tabellen –, reduziert mit regelmäßigen Päuschen das Risiko für Fehler. Und kreative Arbeiten wie Schreiben oder das Lösen komplexer Probleme können auch von Pausen profitieren, weil die Auszeiten laut den Studienautor:innen die Flexibilität erhöhen und die kreative Leistung verbessern können.

Wer allerdings kognitiv sehr anspruchsvoller Arbeit nachgeht, also Aufgaben löst, die besonders viel Gehirnaktivität erfordern, kann laut den Studienergebnissen seine Leistung mit Mikropausen nicht zwangsläufig verbessern. Aber letztlich geht es ja auch nicht immer darum, möglichst viel Leistung zu bringen. Dass wir gesund sind und uns gut und energiegeladen fühlen, sollte schließlich wichtiger sein als unsere Performance.

Wir alle brauchen Pausen, um gesund zu bleiben

Pausen haben in unserer Leistungsgesellschaft grundsätzlich einen schlechten Ruf – denn dabei arbeiten wir ja nicht aktiv an etwas (außer an unserer Gesundheit). Deshalb haben viele Menschen, gerade Arbeitnehmende, immer noch ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich eine kleine Auszeit gönnen. Allerdings zeigt die Meta-Analyse der Studien, dass wir solche Mikropausen während des Alltags brauchen, um fit und gesund zu bleiben.

Und auch wenn nicht alle Studienteilnehmenden sich, abhängig von der Art ihrer Arbeit, danach unbedingt leistungsfähiger gefühlt haben – letztlich sind sie definitiv nicht produktiver, wenn sie krank und erschöpft sind. Langfristig wird es sich also auf jeden Fall positiv auf unsere Leistungsfähigkeit auswirken, dass wir auf uns achten und uns Pausen nehmen, wenn wir sie brauchen – und nicht erst am Wochenende oder im nächsten Urlaub.

Pause ist nicht gleich Pause: Das solltest du tun – und das lieber meiden

Laut den Studienauswertungen kommt es aber auch darauf an, wie wir unsere Mikropause verbringen. Wer für einige Minuten etwas tut, das möglichst wenig mit seiner eigentlichen Aufgabe zu tun hat, profitiert am meisten davon. Das kann körperliche Bewegung wie ein kleiner Spaziergang sein, ebenso das Anschauen eines kurzen Videos oder eine Mini-Meditation. Was du besser meiden solltest, sind arbeitsbezogene Tätigkeiten, etwa das Checken von E-Mails. Laut der Analyse sorgen solche Pausen nicht wirklich für einen Erholungseffekt und werden mit schlechterem Schlaf, niedrigerem Wohlbefinden und negativer Stimmung in Verbindung gebracht.

Die Studienautor:innen sagen nichts darüber, wie oft wir solche Mikropausen machen sollten, um fit und produktiv zu bleiben. Aber als Faustregel gilt: Mach immer dann ein Päuschen, wenn du müde wirst, wenn du das Gefühl hast, dich nicht mehr konzentrieren zu können. Und was genau du während deiner Auszeit machst, ist nicht so wichtig. Hauptsache, die Tätigkeit bereitet dir Freude und hat nichts mit deiner eigentlichen Arbeit zu tun.

Verwendete Quellen: cnn.com, spiegel.de, journals.plos.org

mbl Brigitte

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