Die lieben Schwiegereltern

Schwiegermütter haben einen schlechten Ruf. Zu Unrecht, denn das Verhältnis mit den Eltern des Partners ist heute entspannter als früher. Warum das so ist, wie man das erste Treffen übersteht, und wo man sich ausheulen kann, wenn man sich trotzdem nicht mag.

Drei Viertel der Deutschen sind neugierig auf ihre Schwiegereltern und freuen sich, ihnen vorgestellt zu werden. Nur 17 Prozent sind die Eltern des Partners gleichgültig. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Online-Partneragentur PARSHIP unter 600 Internet-Nutzern.

"Der anfängliche Kontakt ist meist entspannt und freundschaftlich. Hier dominieren Neugier und positive Spannung", sagt Diplompsychologin Sabine Wery von Limont, und erklärt: "Dazu beigetragen hat vor allem die Emanzipation beider Geschlechter. Während Frauen heutzutage nicht zwingend eine gute Hausfrau abgeben müssen, müssen Männer nicht mehr die Rolle des alleinigen Versorgers ausfüllen. Die höhere Eigenverantwortung von Paaren macht es für Eltern nicht mehr notwendig, ein Idealbild vorzugeben und zu überprüfen, ob diesem auch gefolgt wird."

Fast ein Drittel der Frauen finden es richtig spannend zu sehen, aus welcher Familie ihr Partner stammt - 21 Prozent der Männer teilen diese Neugierde. Für Männer scheint jedoch die Familienähnlichkeit interessanter zu sein als für Frauen: Acht Prozent der Männer überlegen, ob ihre Partnerin später einmal so aussieht wie deren Mutter - kein Wunder, hat diese Annahme doch fast sprichwörtlichen Charakter. Nur zwei Prozent der Frauen schauen sich den Schwiegervater unter diesem Aspekt an.

Trotzdem: Für fünf Prozent der befragten Frauen und Männer sind die eigenen Schwiegereltern ein Gräuel. Da kann es wichtig sein, Nachsicht zu üben, denn mit den Eltern des Partners muss man leben, ob man will oder nicht: "Versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Schwiegereltern. Es ist nicht so einfach, jemanden los zu lassen", rät Sabine Wery von Limont.

sar
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