Seit ich mich für 5 Dinge nicht mehr rechtfertige, ist mein Leben leichter

Für alles gibt's eine Erklärung – aber sind wir die immer auch jedem schuldig? Unsere Autorin findet nicht und hat deshalb aufgehört, sich unter anderem für diese fünf Dinge zu rechtfertigen.

Keine Ahnung, warum, aber schon als Kind hatte ich immer nur vor einer Sache Angst: andere Menschen zu enttäuschen. Lehrer, Mitschüler, Eltern, Freunde, Sportkameraden – um es nur ja allen recht zu machen, legte ich mich jahrelang ins Zeug. Das Ergebnis: Gegen Ende der Pubertät fühlte ich mich so überfordert und verloren, dass ich erstmal heftig rebellieren musste. Und: Geschafft, es allen recht zu machen, habe ich nie ...

Heute, also ein paar Jahre und eine ganze Reihe eigenständiger Entscheidungen später, lege ich zwar immer noch Wert auf Feedback von außen und ist mir nicht egal, was andere über mich denken. Doch den Drang, es allen recht zu machen, bin ich los. Und wisst ihr, welche nervige und anstrengende Angewohnheit ich dadurch auch endlich ablegen konnte (zugegebenermaßen mit ein bisschen extra Anstrengung)? Genau: mich für alles und jeden Scheiß zu rechtfertigen – was für eine Befreiung (wahrscheinlich auch für meine Mitmenschen)! Besonders, dass ich mich für folgende fünf Dinge vor anderen nicht mehr rechtfertige, hat mir das Leben sehr erleichtert. Und mir ein bisschen auch dabei geholfen, mich selbst ein Stück mehr zu akzeptieren ... 

5 Dinge, für die ich mich nicht mehr rechtfertige

1. Keine Zeit.

Egal, ob Kollegen, Freunde oder Familie, ich habe nicht immer für alle Zeit – selbst wenn ich keine anderen Pläne habe. Klar, wenn ich einer guten Freundin oder meiner Schwester absage, nenne ich ihr den ehrlichen (!) Grund, weil ich sie sonst vor den Kopf stoßen würde. Aber der kann dann eben auch lauten "Ich brauche Zeit für mich" oder "Mir ist nicht nach Gesellschaft". Wer mich gut kennt und liebt, wird solche Erklärungen akzeptieren, und wer mich nicht kennt, muss nur eines wissen und akzeptieren: Mein Leben, meine Zeit, meine Sache, was ich damit anfange!

2. Schlecht drauf.

An manchen Tagen bringe ich Höchstleistungen und habe für jeden ein offenes Ohr und an anderen kriege ich gar nichts gebacken und bin von allen genervt. Ist einfach so. Was mir persönlich an schlechten Tagen am besten hilft: Akzeptieren, nicht drüber reden und mich auf die wichtigsten Dinge konzentrieren. Meist vergeht die schlechte Stimmung dann von selbst, und wenn nicht, steckt eben mehr dahinter und ich setze mich damit auseinander. 

3. Mein(e) Fehler!

Ich vergesse Geburtstage, setze manchmal falsche Kommata, schaffe oft nicht, was ich sollte, und baue regelmäßig richtig großen Mist. Und dann? Stehe ich dazu und bitte, wenn angebracht, um Entschuldigung. Das war's. Keine Erklärung, keine Details (jedenfalls nicht ungefragt). Wer mich kennt, weiß, dass ich immer mein Bestes gebe, dass hinter allem, was ich tue, eine gute Absicht steckt, und dass ich aus meinen Fehlern lerne, weil ich sie mir zu Herzen nehme. Und wer mich nicht kennt, von dem erwarte ich, dass er mir das unterstellt – Respekt beinhaltet nämlich Vertrauen und der steht mir ebenso grundsätzlich und bedingungslos zu wie allen anderen auch. 

4. Offline.

Ich bin nicht rund um die Uhr erreichbar und wenn ich Urlaub habe, bin ich es – für die meisten Menschen – gar nicht. Mein Umfeld muss eben akzeptieren, dass ich nicht immer sofort auf alles antworte. Und noch dazu, dass sie die Gründe dafür nicht unbedingt erfahren! 

5. Das sehe ich heute anders.

Es gibt wahnsinnig viele Dinge, zu denen ich heute eine völlig andere Meinung habe als in der Vergangenheit – und manchmal liegt diese Vergangenheit sogar nur ein paar Stunden zurück. Wer das als Schwäche empfindet, okay, aber ich weiß nun mal leider sehr wenig und kenne die Welt nur aus meiner Perspektive. Daher besteht bei all meinen Urteilen und Meinungen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass neue Informationen oder Erfahrungen, die ich gewinne, meine Meinung ändern. Welche Infos das im einzelnen sind, geht in erster Linie mich etwas an, weil ich in der Regel niemanden überzeugen muss.

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