4 Dinge, für die du dich schlecht fühlst, obwohl sie eigentlich gut sind

Auch mal wieder ein schlechtes Gewissen oder Scham für etwas, das du fühlst? Wir haben da so eine Ahnung, woran das liegen könnte ...

Ehrgeizige Ziele, hohe Ansprüche an sich selbst, Scham und Enttäuschung, wenn man sie nicht erfüllt – in Maßen okay, schließlich treibt all das uns dazu an uns zu bemühen. Außerdem spricht es für unser Selbstbewusstsein, zum Beispiel weil es zeigt, dass wir uns etwas zutrauen. Wenn unsere Ansprüche und Co. allerdings in einen Selbstoptimierungswahn ausarten, der uns sogar normale menschliche Eigenschaften, Empfindungen und Verhaltensweisen als Schwäche oder Versagen wahrnehmen lässt, kann das Leben dadurch ziemlich anstrengend werden – und wir in erster Linie ziemlich unglücklich!

In ihrem Buch "Wie gut soll ich denn noch werden?!" (Goldmann) geht die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Journalistin Isabell Prophet dem Selbstoptimierungstrend auf den Grund und stößt dabei unter anderem auf Eigenschaften bzw. Empfindungen, die uns bei übertriebenem Perfektionismus zwar ein schlechtes Gewissen machen, die aber in Wahrheit nicht nur okay und menschlich sind, sondern zum Teil sogar gut und wichtig. 

4 Dinge, für die du dich schlecht fühlst, obwohl sie völlig okay sind

1. Egozent-Dingsmus

Wer zuerst an die anderen denkt und stets im Sinne seiner Mitmenschen handelt, selbst wenn sich daraus negative Konsequenzen fürs eigene Leben ergeben, ist vielleicht ein Held – aber niemand kann immer und überall ein Held sein. In Wahrheit können wir nämlich gar nicht anders, als grundsätzlich egozentrisch zu sein. Schließlich sehen wir die Welt aus unseren eigenen Augen, spüren das eigene Magenknurren und treffen Entscheidungen, mit denen wir leben müssen – nicht (oder nur am Rande) die anderen. Außerdem: Was ist verkehrt daran, in sich selbst zu ruhen und sich eine sichere, stabile Basis zu schaffen, von der aus wir die Welt beobachten und agieren können? Wer sich so eine Basis schafft (und sich auch eingesteht, dass sie sie braucht!), wird von dort aus auch ganz automatisch anderen etwas geben können – ohne selbst dabei flöten zu gehen.

2. Will ich auch!!!

Klar, wer sich nicht mit anderen vergleicht, kann auch niemanden beneiden, aber mal ehrlich: Wer bitte vergleicht sich nicht mit anderen, also so richtig nicht, d.h. niemals und in keinem Aspekt des Lebens? Um uns herum sehen und erleben wir nunmal ständige andere Menschen, werden unweigerlich damit konfrontiert, was sie tun, besitzen, anziehen und wie sie aussehen. Schon wenn wir nur eine Frau wahrnehmen, die eine ähnliche Jacke trägt wie wir, beruht diese Wahrnehmung auf einem Vergleich. Zwar müssen wir drauf achten und lernen, dass wir uns bei all dem unvermeidlichen Vergleichen auch immer wieder auf uns selbst besinnen – Stichwort Egozentrismus! –, aber wer glaubt, es jemals komplett abstellen zu können, macht sich etwas vor. So, nun wird aber, wer sich vergleicht, eben auch mal neidisch, wenn sie bei anderen etwas wahrnimmt, das sie sich selber wünscht. Stellt sich nur die Frage: Warum sollen wir uns dafür schlecht fühlen, dass wir durch den Blick auf andere merken, was uns im wichtig ist oder was uns noch fehlt? Schließlich ist Neid als Emotion, für denjenigen, der sie empfindet, auch schon nicht das angenehmste Gefühl ...

3. Genug ist genug

"Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" gilt nach wie vor als Beschreibung eines Ideals, nach dem wir alle streben oder das wir uns zumindest wünschen sollen – doch absolute Freiheit und unendlich viele Möglichkeiten bedeuten auch: Stress, Überforderung und ein schlechtes Gewissen, dass wir nicht mehr daraus machen. Insofern mag es zwar frustrierend sein und sich schlecht anfühlen, an (die eigenen) Grenzen zu stoßen und nicht jede Kekssorte essen zu können, die es auf der ganzen Welt gibt, doch in Wahrheit sind Grenzen gut für uns – weil sie uns entlasten und uns dabei helfen, uns zu fokussieren. 

4. Fähnchen im Wind

Auch manchmal das Gefühl, du würdest dich selbst verraten und wärst dir nicht hundertprozentig treu? Dann hier mal ein Denkanstoß: Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche Verhaltensweisen. Niemand, selbst wenn sie sich und ihre Überzeugungen noch so gut kennt, kann im Vorfeld sagen, wie sie unter ganz bestimmten Umständen reagieren würde. "Wir brauchen weder Macken als Entschuldigung noch Stärken als Rettungsanker", so Prophet. Alles was wir brauchen, ist Vertrauen in uns und unser Gefühl, das uns in jeder Situation unseres Lebens bestmöglich handeln lässt – d. h. auf Grundlage unserer derzeitigen Verfassung und Erfahrung am sinnvollsten und richtigsten. Wenn wir hinterher denken "hätte ich doch lieber ...", haben wir zumindest etwas gelernt, verhalten uns beim nächsten Mal anders – und haben absolut keinen Grund, uns deswegen schlecht zu fühlen. Im Gegenteil!

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