Ein Jahr ohne Sex: Seine Enthaltsamkeit hat einen traurigen Grund

Er ist verliebt und lebt in einer glücklichen Beziehung - trotzdem verzichtet Jay Franzone ein Jahr lang auf Sex. Der Grund für seine Entscheidung macht wütend!

Er möchte anderen helfen

Der Amerikaner Jay Franzone lebt in einer glücklichen Beziehung - trotzdem hat er den Entschluss gefasst, ein Jahr lang auf Sex zu verzichten. Doch warum tut ein junger gesunder Mann so etwas?

Der 21-Jährige möchte Blut spenden.

Jay Franzone ist homosexuell und unterliegt damit im Falle einer Blutspende besonders strengen Regeln. In den USA ist Homosexuellen eine Spende erst dann gestattet, wenn der letzte Geschlechtsverkehr mit einem Mann mindestens 12 Monate zurückliegt.

In Deutschland sind die Auflagen sogar noch strenger! Wegen des angeblich zu hohen HIV-Risikos dürfen homosexuelle Männer generell gar kein Blut spenden - ein umstrittenes Gesetz, dass angeblich demnächst gelockert werden könnte.

Er will auf die Diskriminierung aufmerksam machen

Auch in den USA wird die Regelung damit begründet, dass homosexuelle Männer angeblich ein höheres Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren. Franzone hält diese Ansichten für realitätsfern und diskriminierend.

Auch ein eindeutiger Nachweis, nicht an HIV erkrankt zu sein, eröffnet Homosexuellen nicht die Möglichkeit einer Blutspende, ohne ein Jahr lang enthaltsam zu leben.

Ganz anders dagegen der Umgang mit heterosexuellen Menschen: Diese dürfen sich auch ohne vorab ausgeschlossene HIV-Erkrankung für medizinische Zwecke zur Verfügung stellen und Blut spenden.

Der Kongress diskutiert eine Änderung der Gesetze

Der schreckliche Anschlag im Pulse-Club in Orlando verschafft der Diskussion neue Aktualität. Insgesamt starben 49 Menschen - unzählige wurden verletzt.

Viele Homosexuelle wollten mit Blutspenden helfen, durften jedoch nicht.

"Wenn Mitglieder unserer Gemeinschaft angegriffen werden, wollen wir helfen. Doch wir dürfen nicht, weil wir schwul sind. Diskriminierung ist nach wie vor in Gesetzesvorschriften verankert", sagte Franzone dem Onlineportal Buzzfeed.

Nach dem Attentat in Orlando stellt auch der amerikanische Kongress die Vorschriften aus dem Jahre 1977 in Frage. Hunderte Mitglieder appellieren für eine Änderung der Vorschriften, um die Erlaubnis zum Blutspenden in Zukunft nicht mehr von der sexuellen Orientierung abhängig zu machen.

Wir hoffen, dass diese Art von Regelung zugunsten der Menschlichkeit geändert wird und damit auch ein Umdenken in anderen Ländern beginnt - Diskriminierung sollte nirgendwo einen Platz finden, schon gar nicht dort, wo Hilfe dringend benötigt wird.

LV
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