Wir alle fühlen doch manchmal Dinge, auf die wir uns einfach keinen Reim machen können. Zum Beispiel:
- Einsamkeit in lieber Gesellschaft (obwohl wir schon alles probiert haben, um diese Einsamkeit überwinden zu können)
- eine unbestimmte Sehnsucht, obwohl wir zufrieden sein müssten (und diese geht weit über die menschliche Sehnsucht nach Liebe hinaus)
- eine starke Anziehung zu jemandem, der uns nicht gut tut
Eine mögliche Erklärung für diese seltsamen Phänomene lässt sich mit nur einem Wort zusammenfassen: Dualseelen!
Was sind Dualseelen?
Dualseelen, auch Zwillingsseelen genannt, sind Teile von einer Seele, die sich gespalten und in zwei separaten Körpern niedergelassen hat.
Wie bitte? So nämlich:
Wer an den Dualseelenweg glaubt, geht normalerweise auch davon aus, dass eine Seele unsterblich ist und im ewigen (oder zumindest sehr langen) Kreislauf immer wieder in unterschiedlichen Inkarnationen geboren wird.
Damit das der Seele auf Dauer nicht zu langweilig wird oder damit ihr zugefügte Wunden heilen können, kann sie sich in Duale spalten. Die bilden dann, ähnlich wie Yin und Yang, zwei gegensätzliche Teile, die einander ergänzen, anziehen und nur zusammen ein Ganzes bilden. In der Praxis erscheint dann zum Beispiel eine Person, in der ein emotionaler Seelenpart wohnt, wie ein Herzmensch, während eine mit einem rationalen Seelenteil eher als Verstandesmensch rüberkommt – womit endlich auch geklärt wäre, warum es sogenannte Herzensmenschen und Verstandesmenschen gibt.
Warum spalten sich Seelen in Dualseelen?
Was genau den Dualseelenprozess jeweils in Gang setzt – also ob eher eine bewusste Entscheidung dahinter steckt oder ob er in einem vorgegebenen Seelenplan festgelegt ist – darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Klar ist aber: Jede Seele geht ihren ganz eigenen Weg und kommt früher oder später an einen Punkt, an dem dieser dual wird.
Der Sinn dahinter und die Vorteile der ganzen Aktion für die Seele:
- Jede Dualseele erlebt ihren Seelenanteil intensiver als in der vollständigen Seele
- Jede Zwillingsseele wächst an der Herausforderung, das Leben ohne den fehlenden Part zu bewältigen
- Die Anziehung zwischen den Zwillingsseelen setzt Energie frei und beschwingt jede einzelne Dualseele in ihrem Tun
- Die Seele wird bei dem Prozess gereinigt, weil der Trennungsschmerz und die Sehnsucht nach dem fehlenden Teil sie dazu zwingen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und alte Wunden zu heilen
- Selbstakzeptanz, Selbstliebe und Vertrauen ins Leben werden gestärkt
Dualseelen erkennen
Bis hierhin alles klar? Top! Dann stellen sich spätestens jetzt aber noch (mindestens) zwei entscheidende Fragen:
- Wie erkenne ich, ob ich selbst gerade als Dual unterwegs bin?
- Wie finde und erkenne ich meinen ganz besonderen Seelenpartner, meine Dualseele?
Wie in vielen Details zum Dualseelen-Konzept spalten sich auch bei diesen Punkten die Meinungen (passend zum Thema). Hier die wahrscheinlichsten und plausibelsten Antworten.
1. Woher weiß ich, ob ich eine Dualseele bin?
Eine Seele, die Menschengestalt annimmt, ist vermutlich immer als Dualseele unterwegs. Das würde zum Beispiel erklären, warum wir alle gefühlt unser Leben lang auf der Suche sind, uns entwickeln und dazu lernen (müssen).
Begegnen sich zwei Seelenparts dann in ihren Leben und sind bereit für eine Wiedervereinigung, zieht sich die vollständige Seele anschließend, also nach dem Tod ihrer Inkarnationen, für eine Weile aus dem irdischen Leben zurück. Bis sie vielleicht irgendwann wieder den Dualseelenweg einschlägt.
Im Klartext heißt das: Wir alle sind Dualseelen – und haben demnach auch alle einen Dualseelen-Counterpart.
2. Wie finde und erkenne ich meinen Dualseelenpartner?
Zwei Punkte sind dabei wichtig:
- Wenn unsere Dualseele uns über den Weg läuft, erkennen wir sie garantiert und ganz von selbst – weil wir es spüren.
- Wirmüssen nicht aktiv suchen. Die Anziehung zwischen zwei zusammengehörigen Dualseelen ist so stark, dass sie früher oder später aufeinander treffen. Ganz wie bei der Seelenliebe.
Wann diese Begegnung stattfindet und wie sie sich anfühlt und abläuft, ist wiederum nicht ganz klar. Am logischsten erscheint folgende Theorie:
Wenn die Seele den Dualseelenweg einschlägt, hat sie ganz bestimmte Lernaufgaben zu bewältigen, Wunden zu heilen oder Entwicklungsschritte zu vollziehen. Spätestens, sobald jeder Seelenteil damit fertig ist, finden die Dualseelen wie von Zauberhand wieder zusammen, können sich vereinigen und miteinander glücklich sein.
Treffen zwei zusammengehörige Dualseelen aber aufeinander, bevor der Reinigungsprozess abgeschlossen ist, löst das bei ihnen vor allem Schmerzen aus. Sie spüren zwar die ungewöhnlich starke Anziehung und Zusammengehörigkeit, doch sie können nicht miteinander glücklich werden. Jeder Part sieht in dem anderen sich selbst, wie in einem Spiegel – und der Anblick dieses verletzten, unvollkommenen Bildes schmerzt.
Was bedeutet es praktisch für uns, wenn wir alle Dualseelen sind?
Das ist vielleicht das Schönste an der Dualseelen-Theorie: Für ein paar merkwürdige Phänomene liefert sie uns Erklärungen und ansonsten bestärkt sie uns in dem, was wir sowieso schon tun – leben, lernen, lieben, wachsen.
Wieso? Darum: Die übergeordnete Aufgabe, der sich jede Dualseele stellen muss, ist, unabhängig, selbstbewusst und authentisch sein. Erst wenn beide Dualseelen diese Aufgabe bewältigt haben, sind sie wirklich bereit, sich wieder zusammen zu schließen.
Wichtig: Auf ihrem Weg können und sollen die Zwillingsseelen natürlich auch mit anderen Menschen eine tiefe, innige Partnerschaft eingehen und für sie wahre Liebe empfinden. Denn wie gesagt: Solange die Duale nicht bereit für die Wiedervereinigung sind, macht sie eine Beziehung mit ihrem Seelenzwilling sowieso nicht glücklich.
Außerdem nehmen Dualseelen nicht immer unbedingt Gestalten an, die sexuell zueinander passen – sie können Geschwister sein, altersmäßig weit auseinander liegen oder sogar mal in unterschiedlichen Arten stecken (schließlich können wir davon ausgehen, dass Tiere auch beseelt sind).
Also egal, ob wir nun an Dualseelen glauben oder nicht: Solange wir unserem eigenen Weg und Gefühl folgen und unsere eigenen Fehler machen, machen wir alles genau richtig – auch, wenn wir bestimmt nicht immer alles verstehen.