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Fat-Cat-Syndrom Wie das Mindset einer zufriedenen Katze dich daran hindert, erfolgreich zu werden

Graue Katze schläft auf gelbem Sofa: Wie das Fat-Cat-Syndrom dich weniger erfolgreich macht
© Andrew / Adobe Stock
Schon mal eine vollgefutterte, rundum zufriedene Katze in der Sonne liegen sehen? Nach dieser Geisteshaltung ist ein psychologisches Phänomen benannt, das sogenannte Fat-Cat-Syndrom. Und das kann uns faul, selbstgefällig – und damit weniger erfolgreich – machen.

Die meisten von uns kennen das Gefühl: Wir haben im Job ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und dafür großes Lob bekommen. Oder wir konnten in der Uni oder Schule mit Bestnote glänzen. Die Gefahr nach einem solchen Erfolg: Wir ruhen uns auf den Lorbeeren aus und geben uns – zumindest in der nächsten Zeit – weniger Mühe. Denn wir gehen einfach davon aus, dass es beim nächsten Mal schon genauso gut klappen wird.

Fat-Cat-Syndrom: Ich hab doch grad die Maus erlegt, wieso sollte ich mich jetzt noch anstrengen?

Dieses psychologische Phänomen hat sogar einen Namen: das Fat-Cat-Syndrom. Das plakative Bild passt perfekt – man hat schließlich sofort eine runde, zufriedene und gerade vollgefutterte Katze vor Augen. Und die hat in der Regel eher nicht vor, sich sofort wieder die Pfoten schmutzig zu machen.

Genau so verhält es sich laut dem Phänomen mit uns Menschen: Haben wir unsere Beute erlegt – also den Auftrag bekommen, die Präsentation gerockt oder die Hausarbeit mit einer Eins zurückbekommen –, ist die Motivation erst mal gering, die nächste Maus zu jagen.

Auch in Unternehmen tritt die selbstgefällige Geisteshaltung auf

Aber nicht nur bei Menschen (und Vierbeinern) tritt das Fat-Cat-Syndrom auf – auch in Unternehmen lässt es sich beobachten. Laut dem Organisationspsychologen und Autor Adam Grant kommt das Phänomen häufig dort zum Tragen, wo man sich gegen Veränderung und Innovation wehrt. "Denken Sie an eine Zeit, in der Sie ganz oben auf dem Treppchen standen", erklärt Grant in seinem TED-Talk, einem Videovortrag, zum Thema. "Wollten Sie da wirklich etwas an dem aktuellen Zustand ändern? Nein, natürlich nicht. Wahrscheinlich wurden Sie sogar überheblich und haben sich geweigert, neue Dinge auszuprobieren."

Die selbstgefällige Haltung trifft dabei vor allem sehr erfolgreiche Unternehmer:innen, die fest davon überzeugt sind, dass ihre Organisationsstruktur, ihr Produkt oder ihre Dienstleistung immer so gut funktionieren und ankommen wird – einfach, weil das in der Vergangenheit der Fall war. 

Das Tückische am Fat-Cat-Syndrom ist, dass der oder die Betroffene, sei es die Katze, der einzelne Mensch oder die Leitung eines Unternehmens, nicht merkt, wie sehr diese Sichtweise schaden und sogar weiteren Erfolg verhindern kann. Die Haltung der zufriedenen Katze schleicht sich oft langsam in den Alltag à la "Ach, für die Klausur brauch ich nicht lernen, die letzte hab' ich auch ja super hingekriegt" oder "Für das Gespräch beim Kunden brauche ich mich nicht besonders vorzubereiten, das kann ich aus dem Effeff". Man bemerkt leider oft erst zu spät, wie schädlich diese Denkweise sein kann – sprich: wenn die Klausur schon vergeigt oder der Deal geplatzt ist.

Was hilft gegen das Fat-Cat-Syndrom?

Wie können wir uns also davor schützen, faul und selbstgefällig zu erwarten, dass uns der Erfolg in Zukunft nur so zufliegt? Die wichtigste Fähigkeit ist die Selbstreflexion – denn wir müssen erst mal erkennen, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen, bevor wir etwas daran ändern können. Es hilft also, sich selbst regelmäßig kritisch zu hinterfragen und achtsam und ehrlich zu schauen, ob man davon ausgeht, dass sich der Erfolg schon einstellen wird oder ob man bereit ist, dafür etwas zu tun. Wenn du dein Mindset hin und wieder auf diese Weise überprüfst, läufst du weniger Gefahr, dem Fat-Cat-Syndrom zum Opfer zu fallen.

Verwendete Quellen: ted.com, spiegel.de, medium.com

mbl Brigitte

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