Freizeit: Mehr Spaß haben


Wirklich entspannt gehen wir nur dann durchs Leben, wenn wir dauerhaft die Balance zwischen Belastung und Ruhe hinbekommen. Tipps für mehr Spaß in der Freizeit.

Super, wenn wir es doch mal zum Yoga schaffen. Doch wirklich entspannt gehen wir nur dann durchs Leben, wenn wir dauerhaft die Balance zwischen Belastung und Ruhe hinbekommen, wenn unsere Freizeit stimmt. Wenn wir Dinge tun, die uns Freude machen, die uns das Gefühl geben, eins mit uns zu sein. Das verschafft uns dann nämlich die Lockerheit, auch mal stressigere Zeiten durchzustehen.

Die kleinen Gelassenheitskiller

1. Optimierungszwang Macht Tae-Bo nicht vielleicht doch ein bisschen mehr Spaß als Karate? Und das Golfbag vom letzten Jahr: müsste schleunigst ersetzt werden, inzwischen gibt's ja viel besseres Material ... Prof. Barry Schwartz, US-Psychologe, teilt die Menschheit in zwei Gruppen: "Maximizer" sind die Perfektionisten, sie müssen sich sicher sein, dass das, was sie erworben oder entschieden haben, absolut optimal ist. Das allerdings setzt einen psychologischen Spagat voraus: Ständig müssen alle Optionen im Auge behalten werden, dauernd drückt die Angst, doch etwas zu verpassen. Ganz anders die "Satisficer", wie Schwartz sie nennt: Die haben zwar auch ihre Standards. Aber ihnen ist es schnuppe, ob es irgendwie noch besser geht. Hauptsache, es macht Spaß und passt gerade.

2. Zeitdruck In den letzten Monaten hat man Salsakurs / Französischstunden / Klavierunterricht / Freundeskreis ganz schön schleifen lassen vor lauter Arbeit. Jetzt muss es fl ott gehen. Wir wollen Ergebnisse sehen, nur keine Energie und keine Zeit verschwenden! "Gestresste suchen beim Thema Freizeit nach schnellen Lösungen", sagt Dr. Claudia Robben, Sportpädagogin und Psychologin aus Münster. "Wenn sie Zeit investieren müssen, verlieren sie das Interesse." Wie schade! Freizeit im Rhythmus der Gelassenen sieht anders aus. Da ist Luft drin, um Dinge auszuprobieren. Zeit, um Fertigkeiten wachsen zu lassen.

3. Zu hartes Training Sport entstresst nachweislich. Aber Vorsicht vor dem Glaubenssatz "Viel hilft viel". Wer zu häufig und zu hart trainiert, verschlimmert seelische Überlastungssymptome unter Umständen noch, weil sich ein überanstrengter Körper im Dauerstress befindet. Jeden zweiten Tag eine moderate Trainingseinheit bringt viel mehr als eine Woche lang Höchstleistung.

Das bringt Gelassenheit

1. Atem beobachten Wie wir Luft durch unseren Körper strömen lassen symbolisiert, wie wir auf die Welt reagieren. Deshalb immer mal wieder innehalten und nachspüren: Wie geht der Atem gerade? Tief und ruhig, flattrig und oberflächlich? Diese Achtsamkeitsübung bringt auf Dauer mehr Seelen-Harmonie.

2. Nach innen blicken Was fühlt der Körper genau in diesem Moment? Wo stehe ich gerade, und was sagt meine Seele dazu? Immer mal wieder für ein paar Minuten die Augen schließen und in sich hineinspüren sorgt für Souveränität und ein Gefühl dafür, was uns wohl tut. Dabei geht es darum, sich alle Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfi ndungen bewusst zu machen, auch die negativen, sie einfach nur wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. So lernt man, ein Gefühl für eigene Bedürfnisse zu entwickeln.

3. Gehmeditation Sie gehen im Kreis, ganz langsam und konzentriert, fünf Minuten lang und tun nichts außer: linken Fuß aufsetzen, einatmen, rechten Fuß aufsetzen, ausatmen. Linken Fuß aufsetzen, einatmen, rechten Fuß aufsetzen, ausatmen ...

Der Profitipp Reinhard Tausch, Psychologieprofessor an der Universität Hamburg: "Ich bin gern in der Nähe gelassener Menschen, ich werde von ihnen beeinflusst. Wer mit ihnen zusammen ist, erfährt und sieht, wie man mit Krisensituationen und Stress entspannter umgehen kann."

Das BRIGITTE-BALANCE-Programm für mehr Gelassenheit, Teil 1 + 3:

Liebe: Ausgeglichener Beziehungen führen

Job: Entspannter arbeiten

Text: Anne-Bärbel Köhle Ein Artikel aus der BRIGITTE BALANCE 01/09

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