Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu? 3 Generationen erzählen

Kinderkriegen, eine gute Idee? Wir haben drei Frauen gefragt, ob Muttersein Bedingung für ihr persönliches Lebensglück ist  - oder nicht.

Unsere Serie: "3 Generationen erzählen"

In der Redaktion diskutieren wir regelmäßig Themen, die uns selbst bewegen und beschäftigen - über die Partnersuche, die Liebe, die Eltern, die Schönheit, den Sinn des Lebens oder über unser Verhältnis zum Job. Dabei fällt immer wieder auf, dass die verschiedenen Generationen, die in unserer Redaktion vertreten sind, ganz unterschiedlich ticken.

Daher haben wir die Serie "3 Generationen erzählen" ins Leben gerufen, in der Frauen aus dem BRIGITTE-Kosmos zu Wort kommen. Es lohnt sich, immer wieder reinzuschauen!

Heute sind die Kinder dran. Wir haben drei Frauen gefragt: "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?"

Sophie (21) glaubt, dass Muttersein zutiefst glücklich macht

"Ich wünsche mir Kinder. Nicht heute, nicht morgen, aber gerne in zehn bis fünfzehn Jahren. Ich glaube nicht, dass Kinder die Bedingung für ein erfülltes Leben sind, aber im richtigen Moment mit dem richtigen Partner können Kinder das Leben in jedem Fall bereichern.

Ich glaube daran, dass die Rolle als Mutter große emotionale Erfüllung bietet, die man so im Alltag oder im Job nicht empfindet, und die einen tief glücklich macht. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist einmalig, und ich würde sie gerne selbst als Mutter erleben.

Trotzdem plädiere ich für den Grundsatz, dass innere Erfüllung zuallererst von einem selbst ausgehen muss, und Kinder nicht mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Welt gesetzt werden sollten. Deswegen sollte man sich darüber klar werden, was genau hinter dem eigenen Kinderwunsch steckt.“

Susanne (31) weiß: "Ich wäre als Mutter unglücklich"

"Klar gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu – für meine Schwester zum Beispiel, die schon immer wusste, dass sie mal Mama werden möchte. Grundsätzlich sind Kinder aber sicher KEIN zwingender Bestandteil eines erfüllten Lebens. Sonst wären ja alle kinderlosen Menschen (wie Martin Luther, Kim Cattrall oder ich) gescheiterte Existenzen. Und das ist offensichtlich Quatsch.

Ich habe genug Sokrates verstanden, um sagen zu können: Ich weiß, dass ich nicht weiß, was ein erfülltes Leben ist. Aber ich habe auch genug in mich hinein gehört, um davon überzeugt zu sein: Ob ich glücklich und erfüllt bin, kann ich fühlen. Und was ich dazu brauche, auch. Kinder tauchen auf meiner persönlichen Liste nun mal einfach nicht auf.

Im Gegenteil: Ganz oben auf meiner Checkliste für ein erfülltes Leben stehen Dinge wie Freiheit, Unabhängigkeit, Genuss, Spaß, Experimentieren, Reisen, Freundschaften, Inspiration, Selbstfindung, Wertschätzung. Natürlich kann ich's nicht mit Sicherheit sagen, aber wenn ich mich so umschaue, drängt sich mir der Eindruck auf, dass Kinder mich das eine oder andere Häkchen auf dieser Liste kosten würden. Insofern kann ich sogar sagen: Mir stünde ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt und in den nächsten Jahren sogar mitten im Weg zu meinem erfüllten Leben.  

Also: Für manche Menschen gehören Kinder zu einem gelungenen Leben dazu, für andere nicht. Jeder muss selbst herausfinden und entscheiden, was für ihn stimmt."

Susanne (51) ist ambivalent

"Wie vieles in meinem Leben hat auch das Kinderkriegen für mich zwei Seiten. Ich bin sehr glücklich über meinen Sohn, den ich meistens ganz wunderbar finde, aber ich glaube nicht, dass er die Bedingung für mein Glück ist.

Ich denke, dass mein Leben auch ohne Kind mehr oder weniger positiv verlaufen würde. Denn natürlich binden Kinder sehr viel Energie, Zeit und auch Geld, was dann an anderer Stelle fehlt – sei es, um sich kreativ zu entfalten, Karriere zu machen, sich für andere Menschen zu engagieren oder durch die Welt zu reisen.

Daher lautet meine Antwort: Nein, ich glaube nicht, dass Kinder zwingend zu einem erfüllten Leben dazu gehören. Das Leben kann mit oder ohne Kinder leer und frustrierend sein – oder voll und bereichernd. Kinder sind nicht für unser Glück verantwortlich, sondern vor allem wir selbst." 

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