Weg damit! Wie du Glaubenssätze auflösen kannst

Negative Überzeugungen über uns selbst, machen unser Leben unnötig schwer und kompliziert. Wie du negative Glaubenssätze auflösen kannst, zeigen wir dir hier. 

Was sind Glaubenssätze überhaupt?

Der Name ist für sich selbstsprechend: Es sind bestimmte Sätze, die wir – unbewusst oder bewusst – glauben. Wir sind davon überzeugt, dass diese Inhalte wahr sind. Sie können ganz unterschiedlicher Natur sein und unser Selbstwertgefühl, unseren Liebesleben oder unseren Erfolg betreffen. Sind sie durchweg positiv, gehen wir vermutlich glücklich und erfolgreich durchs Leben, doch wer kann das schon von sich behaupten – vermutlich die wenigsten.

Wie wir die Welt sehen

Das Gehirn fokussiert sich eher auf Probleme und nicht auf die freudigen Ereignisse, um so besser auf Gefahren reagieren zu können. Nicht nur das, auch die selektive Wahrnehmung spielt eine große Rolle dabei, wie wir die Welt sehen: Unser Gehirn kann gar nicht alle Reize und Informationen, die täglich auf uns einprasseln, verarbeiten. Es filtert diese also, nimmt einige wahr, andere werden ausgeblendet und rauschen sozusagen durch unser Gehirn durch, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. So wird vor allem das wahrgenommen, was für uns derzeit wichtig erscheint, was unsere bisherigen Erfahrungen bestätigt und auch was wir erwarten. Wenn du also zum Beispiel in der Schule eine schlechte Mathearbeit geschrieben hast, deine Lehrer*in dir sagt, dass Zahlen wohl nichts für dich sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du die nächste Matheklausur auch verhaust. Du verinnerlichst nicht nur, dass du kein Mathegenie bist, du bekommst es auch immer wieder bestätigt ... 

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9 Sätze, denen du nicht glauben solltest

Negative Glaubenssätze lernen wir nicht nur in der Schule, auch durch Familie, Freunde und schlichtweg durch Erfahrungen, die wir tagtäglich machen. Das Problem dabei ist, dass sie uns im Alltag oft im Weg stehen und uns und unsere Möglichkeiten limitieren. Typische negative Glaubenssätze sind beispielsweise:

  1. Ich habe immer Pech.
  2. Niemand mag mich.
  3. Ich kann sowieso nichts ändern.
  4. Das schaffe ich sowieso nicht.
  5. Dafür bin ich zu alt/zu jung.
  6. Ich muss alles alleine schaffen.
  7. Ich werde eh enttäuscht, also freue ich mich lieber auf nichts.
  8. Andere sind eh besser als ich.
  9. Über Geld spricht man nicht.

Glaubenssätze auflösen – Schritte und Methoden

Damit du etwas verändern kannst, solltest du im ersten Schritt deine negativen Glaubenssätze erkennen. Negative Überzeugungen aufzuspüren ist manchmal schwierig, da sie sich eventuell über einen langen Zeitraum entwickelt haben. Denke dann z. B. konkret an Situationen, die dir immer wieder passieren. Welches (Denk-)Muster könnte dahinterstecken?

Deine limitierenden Glaubenssätze kannst du im zweiten Step aufschreiben, um sie dir bewusst vor Augen zu führen und sie – drittens – zu hinterfragen. Ist das wirklich wahr, was du da glaubst? Suche nach konkreten Beispielen, die das Gegenteil beweisen.

Formuliere im vierten Schritt deine negativen Gedanken um ins Positive, z. B. aus "Das schaffe ich sowieso nicht" wird "Ich habe schon, XY und YZ gemeistert und ich schaffe auch alles andere!"

Die richtige Formulierung für positive Glaubenssätze

Sich die negativen Glaubenssätze bewusst zu machen und mit neuen positiven zu ersetzen, ist ein guter Anfang. Achte bei deinen neuen Formulierungen darauf, dass:

  • sie zu dir passen,
  • sie positiv formuliert sind,
  • keine Füllwörter (eigentlich, vielleicht, ...) enthalten,
  • nicht in der Zukunft spielen (kein "Ich werde" sondern "Ich bin") und
  • du sie wirklich glaubst!

Der letzte Punkt ist wichtig: Suchst du dir Glaubenssätze, die du selber ungläubwürdig findest, werden diese keine Früchte tragen. Erwarte keine Wunder, etwas das du lange geglaubt hast, verschwindet nicht von heute auf morgen. Es gibt jedoch einige Hilfsmittel, mit denen es dir wahrscheinlich leichter fällt, deine negativen Glaubenssätze aufzulösen. Probiere diese 3 folgenden Methoden.

3 Methoden, um Glaubenssätze aufzulösen

1. Affirmationen

Affirmationen sind positive Überzeugungen, die durch Wiederholungen in dein Unterbewusstsein sickern sollen. Du schreibst sie nicht einmal auf und dann verschwinden sie im Nirwana. Stattdessen arbeitest du mit ihnen – Tag für Tag sagst du sie dir immer wieder vor. Egal, ob in Gedanken, laut oder laut vor dem Spiegel – so wie du dich wohlfühlst damit. Konzentriere dich auf maximal drei Affirmationen. 

2. Visualisierung

Um bestimmte Ziele zu erreichen, hilft dir die Visualisierung. Bei der Technik zeichnest du vor deinem inneren Auge ein Bild, dass du mit positiven Emotionen verknüpfst. Wenn dein Glaubenssatz bisher war, "Ich kann im Job eh nichts erreichen", stellst du dir nun bildlich vor, wie du deine neue Position, dein neues Büro oder deine Gehaltserhöhung in Empfang nimmst. 

3. Positiv denken

Optimismus beeinflusst Körper und Geist positiv. Wenn wir unsere negativen Glaubenssätze schon über Bord werfen, warum nicht gleich in die Vollen gehen?! Mit einer positiven Grundeinstellung fällt es dir leichter, deine limitierenden Überzeugen hinter dir zu lassen. 

Das Mindset ändern

Wie stark uns unsere Grundhaltung beeinflusst, zeigen auch die Untersuchungen der US-amerikanischen Psychologin Carol Dweck.

Dweck führte mit 10-jährigen Schülern einen Test durch. Die Schüler sollten eine Prüfung ablegen, die eigentlich für ihr Alter etwas zu schwierig war. Einige waren positiv gestimmt und sahen es als Herausforderung und hofften, es würde informativ, andere sahen es als totale Katastrophe. Letztere dachten, ihre Intelligenz (und nicht ihre Leistung) würde beurteilt –  und sie versagten im Test. In einer nachfolgenden Studie sagten diese Schüler dann, sie würden beim nächsten Mal schummeln oder schauten nach anderen, die noch schlechter als sie abschnitten, um sich besser zu fühlen. Erstere hingegen hatten verstanden, dass ihre Fähigkeiten weiterentwickelt werden können und sie nicht auf das "Jetzt" festgelegt sind.

Dweck unterteilte diese Mindsets in:

  • Fixed Mindset: Menschen mit dieser Einstellung gehen davon aus, dass ihre Fähigkeiten feststehen, also fix sind und sie setzen nun alles daran, das Label (z. B. schlau sein) zu behalten. Was dazu führt, dass sie keine Risiken mehr eingehen wollen, nicht bereit sind dazu zu lernen, usw.
  • Growth Mindset: Derjenige hingegen hat verstanden, dass seine Fähigkeiten nicht festgesetzt sind, sondern sich durch Anstrengungen weiterentwickeln können.

Zwar mögen sich Glaubenssätze nicht sofort in Luft auflösen, aber mit einem positiven bzw. Growth Mindset weißt du, dass du nicht im Jetzt gefangen bist. 

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jd