Was uns glücklich macht, ändert sich vier Mal im Leben

Warum macht uns heute nicht das Gleiche glücklich wie als Kind? Weil unser Leben aus fünf verschiedenen Kapiteln besteht, sagt Sozialpsychologin Jennifer Aaker.

Das Leben ist ein Buch in fünf Kapiteln

Klar, dass uns heute nicht mehr die gleichen Dinge glücklich machen, wie damals in der Grundschule (von Schokolade und Schlittschuhlaufen mal abgesehen). Oberflächlich betrachtet, ändern sich im Laufe des Lebens einfach unsere Vorlieben.

Doch laut Sozialpsychologin Jennifer Aaker folgt unsere Suche nach dem Glück einem ganz bestimmten Schema. Sie wird bestimmt von fünf Kräften, die uns antreiben: Entdeckung, Entwicklung, Balance, Sinnhaftigkeit und Würdigung.

"Unsere Suche von Glück scheint sich alle zehn Jahre zu ändern", erklärt sie. Sie beschreibt die Phasen des Lebens als eine Erzählung in fünf Kapiteln:

1) Kindheit und Jugend: Entdeckung

In Kindheit und Jugend finden wir unser Glück bei Entdeckungen und durch Aufregung und neue Reize. Wir freuen uns über Dinge, die uns helfen, die Welt um uns herum zu verstehen, die immer noch ziemlich neu für uns ist.

2) Die Zwanziger: Entwicklung

In den Zwanzigern erleben wir das zweite Kapitel unseres Lebens. Jetzt steht unsere persönliche Entwicklung im Vordergrund. Was uns motiviert und glücklich macht, sind Erfolg und das Gefühl, von anderen geschätzt zu werden. Wir suchen unseren Platz im Leben.

3) Die Dreißiger: Balance

In den Dreißigern ist die eigene Entwicklung immer noch glückbringend, will aber durch privates Glück ausbalanciert werden. Stabilität kann jetzt Priorität werden – zum Beispiel sich niederzulassen und sich darum zu kümmern, gesund zu bleiben (denn wir spüren zum ersten Mal, dass wir nicht ewig jung sein werden).

4) Vierziger: Sinnhaftigkeit

Im mittleren Alter wird unser Streben nach Glück oft selbstloser. Die anderen (Familie, Freunde, Nachbarn, die Gesellschaft, die Welt da draußen) bekommen einen höheren Stellenwert, und sich um sie zu kümmern, wird wichtiger als das eigene Fortkommen. Darüber nachzudenken, was man bereits erreicht hat, macht uns jetzt ebenfalls glücklich.

5) Fünfziger und Sechziger: Würdigung

Im fünften Kapitel unseres Lebens suchen wir vermutlich eine ruhigere Form des Glücks - verglichen mit der Aufregung, die wir in der Jugend so faszinierend fanden. Ältere Menschen suchen und finden ihr Glück darin, zufrieden zu sein und sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen. Sie sind dankbar für das, was sie haben, und freuen sich darüber, was sie erreichen konnten.

Die eigene Haltung ist entscheidend - nicht das Alter

Die Wissenschaftlerin Jennifer Aaker betont aber auch, dass diese fünf Kapitel nicht in Stein gemeißelt sind – und Haltung und Einstellung wichtiger sind als das Lebensalter.

Jennifer Aakers "Happiness Narrative" im Video:

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