Du wirst nie glücklich, wenn du dieses eine Wort nicht kennst

Warum fällt es uns eigentlich so schwer, einfach mal glücklich zu sein? Ständig denken wir, dass wir noch etwas brauchen zu unserem Glück. Dabei kann es so einfach sein.

Am Ende des Tages wollen wir doch alle einfach nur eines: glücklich sein. Doch warum mag uns das nie so wirklich gelingen? Tim Schlenzig, der Blogger hinter myMonk.de, hat eine spannende Antwort auf diese Frage gefunden. Wir brauchen nur ein einziges Wort, um glücklich zu werden.

In seinem ersten Buch, "Finde deinen Inneren Mönch" (Duden-Verlag, 144 Seiten, 12 Euro), hat Tim diesem Phänomen ein ganzes Kapitel gewidmet. Du kannst es hier lesen:

Worin finden wir unser Glück?

"Hinter der nächsten Ecke wartet das Glück auf dich! Gib dich nicht zufrieden!" Zu diesem Denken wollen uns die Unternehmen mithilfe ihrer billiardenschweren Werbebudgets verführen.

Uns Angestellte, die so angestrengt nach oben schielen, dass wir blind werden (»Schiel nicht, das bleibt noch stehen!«, hat meine Mutter früher gesagt). Uns Käufer von Scheiß, der ein Fitzelchen geiler ist als der Scheiß von gestern oder der Scheiß vom Nachbarn. Uns Menschen, die sich selbst einsperren lassen in Büros und überfüllte U-Bahnen und zum Platzen vollen Läden.

Das Gute ist: MEHR geht immer. Das Schlechte ist: MEHR hat kein Ende.

Du wirst nie ankommen, wenn du dein Glück immer hinter dem nächsten erreichten Ziel wähnst. Denn das Mehr, das Weiter, das Besser, das du suchst, verschiebt sich endlos, gnadenlos.

Die Suche nach dem Mehr ist so unstillbar wie ein Baby ohne Mund. Bestimmt wirst du auf dem Weg dorthin Ziele erreichen. Wenn es gut läuft, sogar eins nach dem anderen. Aber irgendwann wirst du vielleicht zusammenbrechen, wie es heute vielen von uns ergeht. Ohne deinem Glück nur einen Schritt näher gekommen zu sein.

Ein fast vergessenes Wort

Es gibt da ein gutes Wort, das heute leider immer mehr in Vergessenheit gerät. Schleichend, unbemerkt verschwindet es wie die Vergangenheit eines Alzheimerpatienten.

Es ist ein Wort, das vom Aussterben bedroht ist wie so manche Tierart. Bedroht von Arbeitgebern, die uns immer mehr schuften sehen wollen; von Werbung und Fernsehsendungen, die uns einreden wollen, wir seien nichts wert ohne perfekte Figur. Ohne perfekte Frisur. Ohne perfekte Wohnung. Ohne exotische Reisen und ohne diesen gottverdammten neuen Staubsaugerroboter, der mit seinen 95 Programmen die Wände hochfahren und dabei noch das Wetter vorhersagen kann.

Es ist ein gutes Wort, das wir dringend wiederbeleben müssen, wenn wir freier atmen und leichter leben wollen. Es ist das Wort »genug«.

Warum versuchen wir, alles immer besser, schneller, toller zu machen – auch uns selbst? Nur weil es vielleicht, theoretisch möglich ist? Es ist auch möglich, im Kopfstand zu essen, Kamasutra zu praktizieren oder ein Lexikon auswendig zu lernen. Und trotzdem macht das (fast) keiner. Weil das Leben dadurch nicht wirklich besser wird.

Warum haben wir nie genug?

Genug. Genug gearbeitet für heute. Genug Geld auf dem Konto, um heute glücklich zu sein. Genug erreicht. Ein Auto mit genug PS, ein Smartphone mit genug Speicherplatz und genug Freunde auf Facebook. Genug Freizeitaktivitäten und Reisen. Genug optimiert. Du brauchst nicht alles, was nur irgend möglich ist, aus dir und deinem Leben herauszuquetschen wie aus einer Zitrone. Genug minimiert. Du brauchst nicht magersüchtig mit dir und deinen Visionen umzugehen.

Du hast lange genug damit gewartet, dich auf deinen eigenen Weg zu machen. Genug fremde Erwartungen erfüllt. Bist über die Latte gesprungen, obwohl du lieber sitzen wolltest, gekrochen, während du eigentlich sprinten wolltest. Es ist genug. Du bist genug.

(aus: "Finde deinen Inneren Mönch" von Tim Schlenzig)

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