6 Homeoffice-Typen, die wir ohne Corona nie kennengelernt hätten

Wegen der Coronakrise sitzen zwecks Social Distancing plötzlich Abertausende Menschen im Homeoffice – und zeigen sich von einer ganz neuen Seite. Welche Typen wir bislang ausmachen konnten ... 

Normalerweise ist Homeoffice für die meisten eher die Ausnahme, selbst wenn es die Tätigkeit zulässt. Doch jetzt, da es gilt, Abstand zu halten, um gemeinsam einem Virus den Weg abzuschneiden, wird, sofern es irgendwie möglich ist, nur noch im Homeoffice gearbeitet. Das hat sowohl Vorteile als auch Nachteile, ist mal traurig, mal lustig – und fühlt sich meistens so an wie ein groß angelegtes psychologisches Experiment, bei dem man allerlei Erkenntnisse über sich selbst und seine Kolleg*innen sammeln kann ... Eines unserer bisherigen Zwischenergebnisse: Es gibt offenbar unterschiedliche Homeoffice-Typen, die stets in uns schlummern, auch wenn wir im Büro sind. Ob sie in unserer DNA kodiert sind, anerzogen oder mit dem Sternzeichen zusammenhängen, wird künftig zu untersuchen sein. Folgende Homeoffice-Typen sind jedenfalls bereits empirisch belegt (d. h. wir haben sie schon beobachten können).

6 Homeoffice-Typen, die wir ohne Corona nie kennengelernt hätten

1. Die Durchorganisierte

Die Durchorganisierte erkennt man zum Beispiel daran, dass sie die Statuseinstellung "Bitte nicht stören" verwendet. Dieser Typ sitzt geduscht und gestylt am Schreibtisch vor ihrem Laptop und hat seinen Arbeitstag im Homeoffice genauestens durchgeplant – 8 Uhr anfangen, bis 8.55 Uhr konzentriert arbeiten (Status: "Bitte nicht stören"), bis zum Meeting um 9 Uhr mit Kolleg*innen chatten und kommunizieren (Status: "verfügbar") usw. usf. In Termine ist die Durchorganisierte immer pünktlich eingewählt, ihre Einstellungen (Mikro, Kamera ...) sind dabei stets, wie sie sein sollten. Während ihrer Mittagspause von Punkt 12 bis 13 Uhr macht die Durchorganisierte den Laptop zu und verlässt ihren Schreibtisch, um etwas zu essen, kurz nach draußen zu gehen, einzukaufen etc. Die Situation so weit es geht zu kontrollieren, gibt diesem Typ ein Gefühl von Sicherheit und Halt.

2. Die Genießerin

Die Genießerin kann man unter Umständen daran erkennen, dass sie, wenn man sie in einer Konfi überraschend anspricht oder sie anruft, oft erst einmal schlucken muss, ehe sie antwortet – oder eben mit vollem Mund spricht. Dieser Typ nutzt die Gelegenheit im Homeoffice, snacken zu können, ohne andere damit zu stören. Paprika, Apfel, Möhre, Schoki, Popcorn, die Genießerin hat stets etwas zum Kauen an ihrem Arbeitsplatz. Der wiederum kann je nach Tageszeit und Wetter wandern, denn die Genießerin sitzt beim Arbeiten am liebsten in der Sonne. Für diesen Homeoffice-Typ ist es wichtig, sich diese Situation so schön und angenehm wie möglich zu machen.

3. Die Unsichtbare

Das Markenzeichen der Unsichtbaren ist die ausgeschaltete bzw. "nicht funktionierende" Kamera. Objektiv betrachtet hat die Unsichtbare gar nichts zu verbergen, trotzdem bekommen ihre Kolleg*innen sie so gut wie nie zu Gesicht. Dieser Typ mag einfach nicht vor die Kamera treten und ist generell skeptisch gegenüber Online-Meetings und Co. Ist man dabei wirklich unter sich? Sind die Daten garantiert sicher? Die Unsichtbare ist zwar froh, ihren Job dank moderner Technologien im Homeoffice fortsetzen zu können, beschränkt sich dabei aber auf die notwendigen Tools und Kanäle. Auf diese Weise macht sie für sich das Beste aus dieser Situation, während sie die direkte Kommunikation mit ihren Kolleg*innen im Büro mit jedem Tag mehr zu schätzen lernt.

4. Die Zerzauste

Ungeschminkt, ohne BH und in Jogging- oder Unterhose – die Zerzauste sieht überhaupt nicht ein, sich im Homeoffice zu stylen. Allerdings steht sie meistens auch dazu: In Videokonfis zeigt sie sich selbstbewusst im Zottellook. Häufig genießt die Zerzauste die Freiheiten, die die Arbeit im Homeoffice mit sich bringt, in vollen Zügen. Laptop mit aufs Klo nehmen, Arbeitszeiten ihrem natürlichen Rhythmus anpassen, zwischendurch das Wohnzimmer saugen, es sich bei gewissen, wenig Konzentration erfordernden Tätigkeiten vor dem Fernseher gemütlich machen – funktioniert sicherlich nicht für jeden, doch diesen Typ beflügelt das kreative Chaos, das ihn in seinem Homeoffice umgibt. Die Zerzauste nutzt diese außergewöhnliche Gelegenheit, um ihren Alltag endlich mal entspannt und individuell gestalten zu können, und ist dabei überdurchschnittlich produktiv. 

5. Die Mama

Die Mama zeichnet sich zwar nicht gerade durch ständige Erreichbarkeit aus, ist bei ihren Kolleg*innen jedoch überaus beliebt – vor allem, wenn sie ihre Kinder als Gäste mit in Videokonferenzen bringt oder aus ihrem Mikro Kinderstimmen zu vernehmen sind. Der Mama-Typ vollbringt zur Zeit absolut Unfassbares! Wie er sich gleichzeitig um seine Kinder kümmert, seinen Job erledigt und selbst mit der Situation umgeht, ist unbegreiflich. Wahrscheinlich haben Mamas doch ein Superhelden-Gen o. Ä., das würde dann auch erklären, wie sie die ersten Jahre nach der Geburt ihres Kindes ohne Schlaf überleben. Dem Mama-Typ scheint es tatsächlich sogar Kraft zu geben, Verantwortung zu tragen, gefordert zu sein und sich um andere zu kümmern.

6. Die Kommunikative

Der kommunikative Typ hält das Team im Homeoffice zusammen und schafft Nähe trotz räumlicher Distanz. Er stößt morgens im Gruppenchat die "Guten-Morgen-Wünsche" an, fragt zwischendurch nach dem Befinden und teilt lustige Anekdoten und Gedanken. Zwar ist die Kommunikative auch der Hauptgrund, warum man unbedingt den Ton am Arbeitsgerät ausschalten sollte, wenn man ruhig und konzentriert arbeiten möchte, doch ohne sie wäre der Alltag im Homeoffice deutlich einsamer und trister. Der kommunikative Typ bezieht aus dem Austausch mit seinen Kolleg*innen Energie und Optimismus, außerdem baut ihn seine Rolle als Mutmacher selbst mit auf.

sus
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