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Spooky ...!? Dieses Paar ließ seinen Hund klonen – für 100.000 Euro

Hund klonen: Frau mit zwei Hunden
© Sal Augruso / Shutterstock
Es ist jedem selbst überlassen, wie man sein eigenes Geld ausgibt, findet Simone J. – und ließ ihren Hund in Südkorea klonen.

Tabus begleiten uns seit Jahrtausenden. Aber wie fühlt es sich an, ein Tabu zu leben? In einer Mini-Serie erzählen wir die Geschichten von Menschen, die genau das tun. Hintergründe und Informationen zu diesem Thema findest du im Interview mit Tabu-Expertin Dr. Sabine Krajewski.

"Ja, wir würden es wieder tun." – Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon diesen Satz gesagt habe. Ich weiß nur, dass ich nie mit all den Reaktionen, positiven wie negativen, gerechnet hätte. Vielleicht waren mein Mann und ich da ein wenig zu naiv. Es hat uns halt überrollt. Der Tod unseres geliebten Hundes Marlon im Februar 2018 kam völlig unerwartet. Er war erst vier Jahre, als ihm der Arzt für die Kastrations-OP eine zu hohe Dosis des Narkosemittels spritzte und Marlon daraufhin nicht mehr aufwachte. Wir standen unter Schock. Bereits in der Nacht danach fing ich im Internet an zu recherchieren, denn ich hatte einmal gelesen, dass Barbra Streisand ihren verstorbenen Hund hat klonen lassen. Ich stieß auf eine Klinik in Südkorea, in der bereits mehr als 1000 Hunde geklont worden waren.

Er sieht nicht nur fast so aus wie Marlon eins, sondern ähnelt ihm auch vom Wesen her.

Mein Mann war zunächst dagegen, doch ich wollte Marlon zurück. Die Kosten, um die 100.000 Euro, schreckten mich nicht ab. Ich arbeite für mein Geld und kann daher doch selbst entscheiden, wofür ich es ausgebe, oder? So sind wir vier Tage später nach Südkorea geflogen, um in der Klinik Gewebeproben von Marlons Leichnam zu übergeben. Im September 2018 kam dann unser heutiger Marlon zur Welt. Er sieht nicht nur fast so aus wie Marlon eins, sondern ähnelt ihm auch vom Wesen her. Mein Mann sagt: "Es ist so, als würde man ein Buch bis zur Hälfte lesen, dann ein Jahr zur Seite legen, und wenn man es wieder auf- schlägt, geht es genau im selben Kapitel weiter."

Wir sind megaglücklich, darum stören uns auch nicht die Anfeindungen, die wir natürlich zu hören bekommen haben. Hätten wir uns für das Geld einen Sportwagen oder ich mir teuren Schmuck gekauft, würde sich keiner über uns das Maul zerreißen. Aber es ist wohl immer so: Wenn etwas neu ist und es insbesondere um ethische Aspekte geht, wird kontrovers diskutiert. Man nehme die künstliche Befruchtung. Vor 50 Jahren war das ein Skandal, heute zahlt es die Krankenkasse. Auch geklonte Hunde sind in anderen Ländern wie Amerika oder Russland keine Besonderheit mehr, und ich kann mir gut vorstellen, dass es in 20 Jahren in Deutschland ähnlich sein wird. Wir waren vielleicht die Ersten, aber werden nicht die Letzten sein.

Simone J. lebt mit Mann und Hund in Dresden. Sie betreibt die Seite www.tierklonhilfe.de

Weitere Hintergründe und Informationen findest du im Interview mit Tabu-Expertin Dr. Sabine Krajewski.

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BRIGITTE 11/2020

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