Krabbenkorb-Effekt: So hindern dich andere am Glücklich-Sein (wahrscheinlich ...)

Irgendwie kommst du nicht voran und wenn's dir gut geht, währt das meistens nur kurz? Eventuell könnte das am Krabbenkorb-Effekt liegen ...

Glaubt man den Berichten zahlreicher Fischer, sind Krabben ziemlich asoziale Meeresfrüchtchen: Setzt man mehrere von ihnen in einen Korb, ziehen sich die Gefangenen gegenseitig runter und hindern einander am Ausbrechen. Kein Witz: Sobald eine Krabbe die Korbwand hochkrabbelt und sich dem Rand nähert, wird sie offenbar von ihren Mit-Insassen attackiert und zurückgehalten. Unfassbar, oder?! Wobei ... 🤔

Krabbenkorb-Metapher: Der Mensch als Meeresfrucht

Tatsächlich wird der Krabbenkorb-Effekt bzw. die Krabbenkorb-Metapher oft auf Menschen übertragen: Sobald eine Person aus einem Team heraussticht, besonders erfolgreich oder auch glücklich ist, wird sie von anderen sabotiert, angegriffen oder sonst irgendwie zu bremsen versucht. Sowas machen Menschen nicht? Stimmt, dass Meghan Markle für ihren Hallux Valgus kritisiert wird, Sophia Thiel gehatet, weil sie sich eine Insta-Pause nimmt und Heidi Klum für praktisch alles, was sie macht, einen Shitstorm kriegt, ist natürlich voll gerechtfertigt und gar nicht krabben-like ... (ironischer Unterton!) 

Andererseits müssen wir gar nicht so weit nach oben schauen. Auch weniger scheinende (im Sinne von "Star") Ausbrecher-Krabben werden oft sabotiert, und zwar von ihrem näheren Umfeld: Von (unzufriedenen) Familienmitgliedern, (falschen) Freunden und – besonders häufig – Vorgesetzten und Kollegen. Natürlich sind deren Methoden dann längst nicht so auffällig und eindeutig wie ein Hasskommentar bei Instagram oder eine Krabben-Attacke im Korb. Doch das macht sie nicht weniger effektiv.

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Krabbenkorb-Effekt: 5 Dinge, mit denen andere dich (gezielt) runterziehen

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Vielen Menschen, die andere am Strahlen hindern, ist überhaupt nicht klar, dass sie sich wie Meeresfrüchte benehmen. Sie folgen einfach nur ihrem Gefühl und halten es für völlig normal und richtig, was sie tun. Das macht es vermutlich nicht viel besser – aber laut Psychologen tun Verletzungen weniger weh, wenn man den Verursachern nicht auch noch böse Absichten unterstellt ...

1. Kritik

Ja, Kritik kann durchaus hilfreich und konstruktiv sein! Allerdings benutzen Krabben-Menschen sie vorwiegend, um ihre Mitmenschen schlecht zu machen und Makel aufzudecken. "Uh, Meghan hat eine Beule am Fuß, die sieht aber hässlich aus!", "Heidi knutscht in ihrer Story schon wieder mit Tom – ihre Kinder tun mir ja so leid."oder auch "Was bringt es mir, wenn Sie die Präsentation pünktlich fertig haben, aber Seite 28 aussieht, als hätte sie ein Praktikant gemacht?!". Krabben-Kritik ist grundsätzlich negativ, einseitig, unfair, destruktiv und kann nichts, außer zu verletzen und verunsichern – wenn man sie denn an sich ranlässt ...

2. Vergleiche

Krabben-Menschen lieben es, andere daran zu erinnern, dass es Menschen gibt, die besser sind als sie. Du freust dich über eine Gehaltserhöhung? Würdest du so viel verdienen wie XY, könntest du vier Wochen am Stück Urlaub in der Karibik machen. Stolz, mit deinem 40-Stunden-Job endlich eine ausgewogene Work-Life-Balance gefunden zu haben? Tja, XY wuppt nebenbei auch noch zwei Kinder. Krabben-Menschen schmälern deine Erfolge und dein Glück, indem sie sie in den Schatten anderer, größerer Erfolge stellen – es sei denn, du lässt das nicht zu ...  

3. Unfreundlichkeit

Jeder Mensch weiß, dass uns schon Kleinigkeiten wie ein Lächeln oder ein freundlicher Umgangston aufbauen und Kraft geben – und so machen Krabben-Menschen genau das Gegenteil. Kalt, unfreundlich, kurz angebunden und ungeduldig, so begegnen menschliche Meeresfrüchte anderen, wenn die zum Höhenflug ansetzen. Gar nicht so einfach, da dann jedes Mal drüber zu stehen ... 

4. Aggressivität

Besonders ähneln Krabben-Menschen ihren tierischen Vorbildern, wenn sie sich von ihrer aggressiven Seite zeigen und aufstrebende Artgenossen regelrecht attackieren – in Kommentar-Spalten bei Facebook oder Instagram lässt sich solches Verhalten sehr häufig beobachten. Im direkten Kontakt und realen Leben äußert sich die Aggressivität von Krabben-Menschen oftmals in Vorwürfen, Schuldzuweisungen und Motzen. Zum Teil werden sie deshalb auch mit Cholerikern verwechselt oder als solche einsortiert.

5. Ballast

Gerade Krabben-Menschen im persönlichen Umfeld wählen oft die Ballast-Strategie, um aufstrebende Krabben runterzuziehen. Zwar versuchen sie durchaus, den Eindruck zu erwecken, als würden sie sich am Glück anderer erfreuen. Doch sobald sie an der Reihe sind, kommt von ihnen etwas Belastendes. Jammern über das eigene Unglück, Forderungen oder sonstige Dinge, die ein schlechtes Gewissen machen und runterziehen. Ein besonders beliebtes Mittel solcher Krabbenmenschen ist auch das schlechte Gewissen, z. B. durch emotionale Erpressung. Kollegen oder Vorgesetzte nutzen die Ballast-Strategie schlicht und ergreifend, indem sie den Workload erhöhen. "Damit ja niemand unterfordert ist" – und auf die Idee kommt, nach Höherem zu streben ... 

Du hast auch Erfahrungen mit Krabben-Menschen oder möchtest dich über ähnliche oder auch ganz andere Phänomene menschlichen Miteinanders austauschen? Dann schau doch mal in unserer Community vorbei!

sus
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