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Laut Therapeutin Das fehlt den meisten Menschen, um erfolgreich zu sein – so änderst du's

Eine junge Frau lächelt in die Kamera
© mimagephotos / Adobe Stock
Es gibt ein Problem, auf das die Therapeutin Tess Brigham immer wieder stößt und das Menschen davon abhält, Erfolg zu haben. Zum Glück sollen drei einfache Taktiken helfen, das zu beheben.

Das Handy wird täglich immer und immer wieder kontrolliert – wenn wir mal etwas Zeit für uns haben, verbringen wir sie häufig in Apps oder mit sonstiger medialer Ablenkung. Ein Problem, das immer mehr Menschen betrifft. Die Online-Welt ist laut einer US-Therapeutin einer der größten Störfaktoren. Auf CNBC Make It erklärt sie, dass es vielen Menschen schwerfalle zwischen all den Nachrichten von Familienmitgliedern, Freund:innen und Influencer:innen, die anderen Personen auszublenden und auf die eigene Stimme zu hören.

Wie du lernst, das Rauschen auszublenden

1. Social-Media-Detektiv:in sein

Nein, du sollst nicht anfangen, exzessiv Menschen auf Instagram und Co. zu begutachten. Stattdessen geht es darum, dir bewusst zu machen, wie oft du eigentlich deine Zeit dort verbringst. Die Expertin rät, drei Tage lang deine Social-Media-Angewohnheiten zu notieren – immer dann, wenn du zum Handy greifst – und folgende Punkte aufzuschreiben:

  • Tag und Datum
  • welche Apps du am meisten benutzt
  • wie lang du du welche App nutzt
  • warum du sie öffnest (beispielsweise, um mit jemandem zu schreiben, durch den Feed zu scrollen oder aus Langeweile)
  • wie du dich vor dem Öffnen fühlst ("Als würde ich etwas verpassen", "Ich war unruhig und wollte mich ablenken"...)
  • was du in der App machst (Reels schauen, Beiträge durchgucken, ein Profil genauer unter die Lupe nehmen)
  • wie du dich fühlst, nachdem du die App geschlossen hast (beispielsweise leer oder als könntest du nicht mit den anderen mithalten)

2. Überlege, welche positiven Veränderungen du anstoßen kannst

Möglicherweise besteht deine Morgenroutine darin, 15 bis 20 Minuten durch Instagram, TikTok oder andere Social-Media-Kanäle zu stöbern. Wie fühlst du dich danach? Vielleicht gestresst, weil du als erste Amtshandlung auf die Nachrichten von Freund:innen reagieren willst, beispielsweise zugeschickte Reels. Oder unruhig und genervt, weil du weißt, dass du stattdessen eigentlich hättest aufstehen sollen – denn dann bleibt nun einmal mehr Zeit, um rechtzeitig fertig zu werden.

Tess Brigham empfiehlt, dieses Verhalten damit zu unterbinden, sich einen Social-Media-Timer zu stellen. "Der Schlüssel ist es, sich bewusster zu werden, wann Social Media einen zufriedener macht und wann es anfängt, die Gedanken zu vernebeln", so die Therapeutin.

Bleibst du für dein eigenes Empfinden zu lang in der App, und beeinflusst es dich eher negativ als positiv? Dann setze dir eine zehnminütige Grenze per Timer-Funktion.

Hast du keine Lust mehr, sofort auf Reels von Freund:innen anzuspringen? Stelle die Accounts doch einfach stumm. Wenn du die App später (ohne vorherige Handy-Benachrichtigung) öffnest, kannst du immer noch die Nachrichten deiner Freund:innen anschauen.

Ziel ist es, zu verstehen, wie Social Media dir selbst helfen kann. Beispielsweise durch den Kontakt zu Menschen, die du gern hast. Wenn sich das Antworten aber wie Druck anfühlt, der auf dir lastet, oder ein Pflichtgefühl, solltest du möglicherweise einen Gang herunterfahren.

3. Überprüfe einmal pro Monat, wie deine realen Kontakte auf dich wirken

Es gibt nicht nur aus der Online-Welt direkte Einflüsse auf dein Leben, sondern auch aus deinem realen sozialen Umfeld. Brigham rät daher, einmal im Monat eine Liste all der wichtigen Menschen zu erstellen, mit denen du in dem Monat in Kontakt warst, und aufzuschreiben, wie sie dich beeinflussen. Das können beispielsweise Freund:innen und Familie, Partner:in oder Chef:in und Arbeitskolleg:innen sein. Denke darüber nach, was diese Menschen deiner Meinung nach von dir wollen – und: was du dir selbst wünschst. Nach diesem Schema:

  1. Was ich denke, was meine Eltern von mir wollen:
    Was ich wirklich will:
  2. Was ich denke, was mein:e Chef:in von mir will:
    Was ich wirklich will:
  3. Was ich denke, was mein:e Partner:in von mir will:
    Was ich wirklich will:
  4. Was ich denke, was mein:e Freund:in von mir will:
    Was ich wirklich will:

Wer sich diese Dinge selbst bewusst macht, bleibe auf dem richtigen Weg, so Brigham. Denn so träfen Menschen Entscheidungen, die auf einem Leben basieren, das an die eigenen Vorstellungen von Erfolg angepasst ist. Falls das alles auf einmal für dich zu viel sein sollte, kannst du natürlich erst einmal nur mit einem oder zwei Schritten beginnen – oder alle drei über den Monat verteilt integrieren. Fange mit der Liste deiner Handlungen auf Social Media an, lasse das erst einmal sacken, und denke danach darüber nach, ob du noch etwas verändern musst. Und die Liste über reale Begegnungen machst du am Monatsende, alles in deinem eigenen Tempo.

Handy-Nutzung steigt weiter an

In den vergangenen Jahren ist die Handy- und die App-Nutzung laut Datenanalysen von data.ai immer weiter gestiegen. In drei Ländern nutzten Menschen ihre Apps im dritten Quartal 2021 sogar mehr als fünf Stunden am Tag (nämlich in Indonesien, Brasilien und Südkorea). In Deutschland ist die Zahl mit durchschnittlich 3,3 Stunden täglich ebenfalls gestiegen. 2019 waren es noch etwa 2,6 Stunden. Das liegt allerdings wohl nicht nur an Social Media. Im Jahr 2019 wurden 2,2 Billionen Apps in Deutschland heruntergeladen, 823 Millionen davon waren Gaming-Apps.

Für die eigene Gesundheit ist es sicherlich eine gute Idee, sich der eigenen Nutzung jeglicher Art bewusst zu werden – und sie, falls notwendig, einzuschränken. Einer Studie der Rutgers University aus dem Jahr 2019 zufolge hatten Pausen am Handy beispielsweise die gleiche Wirkung, wie gar keine Pause zu machen, und sorgten stattdessen für eine kognitive Erschöpfung bei den Teilnehmenden.

Verwendete Quelle: cnbc.com, data.ai, heise.de

lkl Brigitte

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