3 weit verbreitete Lebenslügen, die wir aufhören müssen zu erzählen

Wissen und bewährte Traditionen weiterzugeben, ist super! Blöd allerdings, wenn wir aus Tradition an Irrtümern und Lügen festhalten – und sie dann auch noch glauben ...

Gerade in den ersten 20 Jahren unseres Lebens bekommen wir alle super viel beigebracht.

  • Unbedingt nach links, rechts, links schauen, bevor wir über die Straße gehen.
  • Immer schön "bitte" und "danke" sagen, wenn wir nicht wie ein unhöflicher Depp dastehen wollen.
  • 63 geteilt durch 7 ist 9.

Das meiste davon ist äußerst praktisches Wissen, das sich bewährt hat weiterzugeben und das uns das Leben erheblich erleichtert! Manchmal kriegen wir zwischen all den Weisheiten allerdings auch ziemlichen Quatsch aufgetischt und der ist dann gar nicht immer so leicht zu erkennen. Um nur drei Beispiele zu nennen ...

3 Lebenslügen, die wir nicht mehr weitergeben sollten

1. Was dich nicht umbringt, macht dich stark.

Sagt sich mega easy dahin, wenn einem Menschen etwas Schlimmes passiert ist. "Sieh es mal positiv, du wirst dadurch stärker!" Problem ist nur: Es stimmt einfach nicht! Schmerz, Verletzungen, Schicksalsschläge, Traumata – solche Dinge schwächen uns, hauen uns regelrecht um. Nur wenn WIR aktiv etwas tun, um sie zu bewältigen, wachsen wir über uns hinaus und werden stärker. Aber sind es dann die Erlebnisse, die uns stärker machen? Nein, das sind wir allein! Uns selbst dürfen und sollten wir gerne auf die Schulter klopfen und dankbar sein, wenn wir nach einer schwierigen Zeit stärker sind als vorher! Das Schicksal dagegen braucht und verdient nun wirklich keinen Credit ...

Anzeichen, dass du dich selbst nicht liebst: Eine junge Frau versteckt sich unter ihrem Pulli

2. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

In Russland gibt es ein Sprichwort, das geht in etwa so: "Die Arbeit ist kein Wolf – sie läuft nicht vor dir weg und verschwindet im Wald." Soll heißen: "Mach dir keinen Stress, die Arbeit ist auch morgen noch da." Und was sagt uns das? Auf jeden Fall, dass die Idee, man müsse die schönen Dinge hinten anstellen und sich Freude im Leben immer erst verdienen ("ohne Fleiß keinen Preis") gar nicht mal sooo selbstverständlich ist. Schließlich gibt uns ja niemand die Garantie, dass es zu diesem "dann" wirklich irgendwann kommt ...

3. Jeder Mensch bekommt, was er verdient.

Zugegeben: Sich vorzustellen, dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt, hat etwas Beruhigendes. Und wenn es einem hilft, sich weniger zu ärgern und gewisse Dinge besser zu akzeptieren, ist die Vorstellung natürlich durchaus legitim. Allerdings birgt der Glaube an diese unbewiesene Weissagung auch ein paar Gefahren: Z. B. dass wir Leuten, die Pech haben, unterstellen, sie seien selber Schuld. Oder dass wir uns selbst in Frage stellen, wenn das Schicksal zuschlägt. Oder dass wir Personen, die ein Unrecht begehen, davonkommen lassen ("der kriegt schon noch seine gerechte Strafe"). In einem Satz: Dass wir generell davon ausgehen, alles im Leben wäre irgendwie fair. Stimmt nämlich leider (?) nicht.

In Wahrheit haben Menschen unterschiedliche Chancen abhängig von ihrem Geburtsort, Geschlecht und dem Beruf ihrer Eltern. In Wahrheit stirbt der unschuldige Kleinwagenfahrer, wenn sich jemand betrunken hinters Steuer seines SUV setzt. Unsere Welt ist nicht von sich aus gerecht. Und nur weil das, was wir tun, oftmals nicht ausreicht, um sie gerecht zu machen, dürfen wir uns nicht einreden, dass Menschen Glück oder Unglück verdienen. Auch wenn's vielleicht nicht so beruhigend ist: Wir sollten uns lieber damit abfinden, dass das Leben nicht immer fair und gerecht ist. Denn sonst sind am Ende wir es, denen man Ungerechtigkeit vorwerfen muss ...   

sus