Medikamente bei Depressionen: Wann helfen sie?

Bin ich depressiv oder ist das einfach das Leben? Depression kann alle treffen, und oft ist sie schwer zu erkennen.

"Laut Behandlungsleitlinien sollte man bei leichten akuten Depressionen erst einmal gezielt abwarten und niedrigschwellig etwa mit Selbsthilfe, Psychoedukation oder Beratung arbeiten", sagt Elisabeth Schramm. Bei mittelschweren Depressionen sollen Psychotherapie und Medikamente gleichermaßen angeboten werden, bei schweren Formen eine Kombination von beidem. Antidepressiva wirken schneller und sind schneller verfügbar als ein Therapieplatz; eine Psychotherapie hat den nachhaltigeren Effekt. "Ein Medikament ist Hilfe zur Selbsthilfe", so Martin Keck. "Es schafft die Grundlage, dann muss die Psychotherapie kommen." 

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Sie machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit

Und für Therapie wie Medikamente gilt: "Nicht alles wirkt bei jedem." Unter Umständen muss das Präparat gewechselt werden. Insgesamt stehen ungefähr 50 Antidepressiva zur Verfügung. "Sie alle erhöhen die Dichte der Botenstoffe im Gehirn", sagt der Experte. "Dieses Wirkprinzip wurde bereits vor über 60 Jahren entdeckt. Fortschritte gibt es seitdem eigentlich nur, was die Nebenwirkungen angeht. Die sind erfreulicherweise geringer geworden." Kopfschmerzen, Nervosität oder Magen-Darm-Beschwerden treten vor allem am Anfang auf. Allgemein gilt: Alle Mittel dürfen nicht einfach abgesetzt, sondern müssen ausgeschlichen werden. Außerdem wichtig: Antidepressiva machen nicht abhängig und verändern nicht die Persönlichkeit. Und wie sieht es mit pflanzlichen Alternativen aus? "Johanniskraut hilft bei leichten bis mittelschweren Depressionen und ist oft nebenwirkungsärmer", so Keck. "Aber man muss auf das richtige Präparat in der richtigen Dosis achten und auf Interaktionen, wie z. B. mit der Pille."

Lesetipp: Alles über Depression-Symptome erfährst du hier.

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BRIGITTE 17/2019

Wer hier schreibt:

Antje Kunstmann
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