Mit gestressten Menschen reden: Vermeide bitte diese Wörter!

Wir alle haben mal mit gestressten Menschen zu tun, zur Zeit wohl häufiger als sonst ... Mit welchen Wörtern wir sie in der Regel nur noch mehr unter Druck setzen, liest du hier.

Mal stresst uns der Job, mal unsere Beziehung, mal das Chaos in unserer Wohnung, mal die vielen To-Dos auf unserer Liste und manchmal auch ein lästiges Virus. Doch in all diesen Fällen gilt: Theoretisch haben wir die Wahl, ob wir uns stressen lassen oder nicht. Stressgefühle entstehen bzw. wachsen durch unsere Einstellung gegenüber einer Situation sowie unsere Wahrnehmung von derselben – und manchmal natürlich auch durch unsere Tagesgestaltung und viel zu voll gepfropfte Terminkalender ... 

Ein Beispiel. Stellen wir uns vor, es breitet sich ein pandemisches Virus aus, gegen das es kein Heilmittel gibt und das das öffentliche Leben zeitweise nahezu zum Erliegen bringt. Cafés müssen schließen, ebenso Fitnessstudios, Theater, Kinos und sogar Schulen. Eine solche Situation birgt riesiges Stresspotenzial. Für Eltern, die sich plötzlich 24/7 um ihre Kinder kümmern und nebenher ihren Job machen müssen. Für Selbstständige, die ihre Läden dicht machen müssen und um ihre Existenz bangen. Für Leute, die im Gesundheitssystem arbeiten! Und ja, auch für Menschen, die es gewohnt sind, sich im Fitnessstudio auszupowern, um innere Balance zu finden. Die ungewohnten Umstände lösen eine Art Alarmsignal in uns aus, das uns das Gefühl vermittelt, etwas tun zu müssen und sich anzustrengen, um aus dem Schlamassel rauszukommen und im Idealfall wieder in der Normalität aufzutauchen. Problem: Geht nicht so einfach. Immerhin: Weil wir uns alle in diesen emotionalen Zustand hineinversetzen können, können wir uns nun denken, wie wir gestressten Menschen eventuell helfen – und wie nicht.

Diese Wörter sind ein No-Go gegenüber gestressten Personen

Was wir uns getrost sparen können, wenn wir unser Gegenüber nicht zusätzlich stressen möchten, sind Phrasen wie:

  • Du solltest ...
  • Du musst mal ...
  • Mach doch ...

Zusammengefasst: Jegliche Äußerungen, mit denen wir ihnen sagen oder etwas anregen, was sie tun sollen. Alles, was wir damit erreichen, ist ihre Stressgefühle zu verstärken und sie in ihrer Idee, sich jetzt mal so richtig anstrengen zu müssen, um ihr inneres Alarmsignal zum Verstummen zu bringen, zu bestätigen.  

Wörter im Streit: Paar sitzt auf Couch

So geht's besser

Aber wie kann man dann mit gestressten Personen reden, wenn Ratschläge kontraproduktiv sind? Naja, also zahlreiche Menschen absolvieren dafür ein Studium oder eine Ausbildung zum Therapeuten, d. h. es ist nicht unbedingt leicht ... Was jedoch jeder schafft und tun kann, ist zuhören – und das ist tatsächlich schon eine große Hilfe. Das Beschreiben der eigenen Situation und dessen, was uns stresst, hilft uns dabei, Abstand zu gewinnen und lässt sie dadurch unter Umständen nicht mehr ganz so bedrohlich erscheinen. Manchmal merken wir dabei auch selbst, dass wir gar nichts tun können, um die Dinge zu ändern, und uns nichts übrig bleibt, als durchzuatmen und uns damit zu arrangieren.

Wer sich für besonders einfühlsam und emotional intelligent hält, kann dem gestressten Gegenüber zudem unterstützende, offene Fragen stellen, wie:

  • Warum genau fühlst du dich denn gestresst?
  • Was macht dir besonders zu schaffen?
  • Wodurch würde es dir besser gehen?
  • Wie könntest du dich vielleicht entspannen?

Mit solchen Fragen hilfst du der gestressten Person dabei, tiefergehend zu reflektieren und sich von der Stresssituation zu distanzieren. Außerdem kannst du ihre Gedanken so in eine neue Richtung lenken.

In den meisten Fällen können wir Stress nun mal nicht vertreiben, indem wir gegen ihn ankämpfen – sondern indem wir ihn loslassen.

sus
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