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Neugierde Darum ist sie gut für uns

Neugierde: Frau guckt über Wand hinweg
© NinaMalyna / Shutterstock
Obwohl die Neugierde einen schlechten Ruf hat, ist sie doch gut für uns! Warum? Erfährst du hier. Plus Tipps, deine Neugier wieder zu entdecken.

Wer kennt nicht die spielerische Neugier von Babys und Kindern – und später im Alter? Irgendwie scheint uns die Neugierde abhanden zu kommen. Dabei ist sie uns angeboren, nimmt aber mit den Jahren meist weiter ab. Häufig wird sie auch als schlechte Eigenschaft wahrgenommen, was sicherlich dazu beiträgt, dass viele ihrer Neugier nicht nachgehen. Denn nach dem neuesten Gossip zu trachten oder in den Garten der Nachbarn zu spähen, kommt bei den meisten nicht gut an. Klar, wer will schon ausspioniert werden?! Und doch übt gerade Social Media eine große Sogwirkung aus, der wir nur schwer widerstehen können.

Neugier: gut oder schlecht?

Na, wie oft wurde heute schon Insta & Co gecheckt? Wie oft in das E-Mail-Postfach geguckt, weil eine neue Nachricht angezeigt wurde? Social-Media-Kanäle, Werbung und E-Mails buhlen rund um die Uhr um unsere Aufmerksamkeit, zielen mit ihren roten Benachrichtigungen und Werbeversprechen auf unsere Neugier ab – und das ziemlich erfolgreich.

Warum klappt das so gut? "Das tägliche Sammeln von Informationen dient der Erzeugung von Sicherheit", erklärte Markus Gabriel, Professor für Philosophie an der Universität Bonn, gegenüber dem Süddeutsche Zeitung Magazin. Da wir die Grenzen der Welt nicht kennen, wollen wir diese Lücken unbedingt schließen mit Informationen oder Dingen, so Gabriel. Und genau darin sieht der Philosoph auch die Gefahr der Überforderung, "die ununterbrochene Flut von Informationen und unsere unkanalisierte Neu-gier, die ständige Angst, etwas zu verpassen." Hinzu kommt, dass das Gehirn Belohnungsstoffe ausschüttet, wenn unsere Neugier befriedigt wird. Ein Teufelskreis! Doch wir sind dieser Angst etwas zu verpassen, auch FOMO (Fear of Missing Out) genannt, nicht ausgeliefert: Hier findest du eine gute Strategie, mit FOMO richtig umzugehen.

Hinter Neugier steckt außerdem nicht immer die reine Sensationslust. Neugierde wird auch als Wissensdurst bezeichnet, der englisch-amerikanische Psychologe William McDougall sah in ihr einen Instinkt und den Kern unserer Motivation. Doch wie stark sie in uns ausgeprägt ist, hängt nicht nur von Genen ab, sondern auch von der Erziehung. Wer also oft dazu angehalten wurde, seiner Neugier nicht nachzugehen, wird das auch in Zukunft weiter so handhaben und versuchen, jegliches Aufkommen zu unterdrücken.

Dabei hat uns dieser Instinkt bereits viele großartige wissenschaftliche und kulturelle Entdeckungen beschert. Nicht umsonst gilt die Neugierde im beruflichen Kontext als Erfolgseigenschaft: Dinge hinterfragen und Neues ausprobieren gehört zum Fortschritt dazu. Zudem hat sie auch andere Vorteile, zum Beispiel gehen Forscher davon aus, dass neugierige Menschen geistig fitter bleiben und sich auch das Demenz-Risiko zu verringern scheint.

Neugier soll außerdem:

  • ... die Intelligenz steigern
  • ... das Durchhaltevermögen steigern
  • ... unsere Lebenszufriedenheit erhöhen
  • ... und uns länger leben lassen

Na, wenn das keine guten Argumente für mehr Neugierde sind! Wie das gelingt, zeigen dir die nächsten Tipps. 

5 Tipps für mehr Neugierde

Angst überwinden

Neue Situationen und Aufgaben können ganz schön angsteinflößend sein. Scheuen wir uns erst, merken wir hinterher oft, dass unsere Ängste unbegründet waren. Wer sich damit schwer tut, findet hier Tipps: Ängste überwinden. Versuche die neuen Dinge als Chance wahrzunehmen und ihnen mit Offenheit zu begegnen – wetten, es wird gleich viel leichter?

Neues ausprobieren

Immer das Gleiche kochen, dasselbe Hotel im Urlaub buchen und jeden Sonntag einen Krimi gucken – Routinen können uns Sicherheit geben und haben sicherlich ihre guten Seiten. Wer seine Neugierde neu zum Leben erwecken möchte, sollte von sich aus etwas Neues probieren! Wie wäre es mit einem neuen Gericht, vielleicht mal eine ganz andere Landesküche? Oder ein neues Hobby? Und wie heißt es so schön, der Appetit kommt beim Essen ...

Neues zu lernen ist übrigens auch eine wirkungsvolle Maßnahme wie wir unser Gedächtnis verbessern können!

Digitale Abstinenz

Statt anderen beim Leben zuzusehen auf Instagram und Konsorten, einfach mal selber machen! Um seine Neugier zu wecken, muss man auch nichts Spektakuläres erleben. Egal, ob du mal ein Buch aus einem ganz anderen Genre als sonst liest, du selber ein Dankbarkeitstagebuch oder ein Bullet Journal führst, um mehr über deine Wünsche und Ziele herauszufinden oder einfach spazieren gehst und die Umwelt bewusst wahrnimmst. 

Fragen stellen

Welche Fragen hast du dir schon immer gestellt? Schreibe sie auf und versuche Antworten zu finden! Egal was es ist, es scheint dich zu interessieren und nur das ist wichtig. Doofe Fragen gibt es nicht ... 

Perspektivwechsel

In Diskussionen und Gesprächen mit anderen hilft es oft, sich in die Lage des anderen zu versetzen, um den Gesprächspartner besser zu verstehen. Auch so kann ein Perspektivwechsel im Alltag spannend sein und ganz neue Möglichkeiten und Sichtweisen eröffnen. 

jd

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